Regionalliga-Spielleiter Jonas Ochs „Die Stuttgarter Kickers sind eine Bereicherung für die Liga“

Jonas Ochs ist hauptamtlicher Spielleiter der Fußball-Regionaliga Südwest. Foto: red/red

Die Stuttgarter Kickers eröffnen am Freitag mit ihrem Spiel bei Kickers Offenbach die neue Regionalligasaison. Spielleiter Jonas Ochs sagt im Interview, warum er sich über die Rückkehr der Blauen freut und wie die Liga weiter professionalisiert werden soll.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

An diesem Freitag (20 Uhr) startet die Fußball-Regionalliga Südwest mit dem Duell der Traditionsvereine Kickers Offenbach und Stuttgarter Kickers in die neue Saison. Jonas Ochs, der hauptamtliche Spielleiter der Regionalliga, spricht über verschiedene Themenfelder.

 

Herr Ochs, wie sehr fiebern Sie dem Regionalliga-Start entgegen?

Die Vorfreude ist wirklich riesig. Aber bis am Freitag erstmals auf dem Bieberer Berg der Ball rollt, gibt es noch einiges zu tun.

Was konkret?

Das größte Thema ist die Erteilung der Spielberechtigung für die Spieler der Liga. Zum einen muss für alle Spieler die Bescheinigung einer sportmedizinischen Untersuchung und die daraus resultierende Tauglichkeit für die Ausführung des professionellen Fußballspielens vorgelegt werden. Ebenso bedarf es von den Spielern einer Unterschrift, um die Rechtsgrundlagen der Liga anzuerkennen. Sofern Spieler zum Einsatz kommen sollen, die Staatsangehörige eines Nicht-EU-Auslands sind, muss für die betroffenen Spieler eine bis mindestens 30. Juni 2024 gültige Aufenthaltsgenehmigung sowie, in den meisten Fällen, ebenso eine Arbeitsgenehmigung vorgelegt werden.

Das gilt es zu prüfen?

Ja. All diese Dokument prüfen wir intensiv auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Hier kommt es nicht selten vor, dass die eine oder andere Angabe fehlt beziehungsweise nicht korrekt ist, was folglich einen hohen Arbeitsaufwand mit sich bringt.

Warum ist das alles so wichtig?

Wir müssen einfach auf der sicheren Seite sein und sind zudem verpflichtet, alles genau zu prüfen. Kippt ein Spieler um und wird später womöglich ein Herzfehler festgestellt, aber das Kreuz bei der internistisch-allgemeinmedizinischen Untersuchung hat gefehlt, fällt das auf uns zurück.

Auf was freuen Sie sich am meisten?

Dieses Eröffnungsspiel unter Flutlicht ist gleich ein Knüller. Wir werden zwar nicht die 27 300 Zuschauer vom Regionalliga-West-Auftaktspiel Alemannia Aachen gegen Wuppertaler SV erreichen, aber wir erhoffen uns eine fünfstellige Zuschauerzahl auf dem Bieberer Berg. Das wäre natürlich ein überragender Rahmen und ein eindrucksvoller Beweis für die Strahlkraft der Liga.

Zu der auch die Stuttgarter Kickers beitragen?

Auf jeden Fall. Es ist ja alles andere als Zufall, dass die Blauen im Eröffnungsspiel am Ball sind. Ich glaube, der Kader hat eine gute Qualität. Und mit der Tradition und der Fankultur sind die Kickers natürlich eine Bereicherung für die Liga, und nebenbei auch für uns als GmbH.

Inwiefern?

Es ist kein Geheimnis, dass sich die Liga zu einem Teil durch die Heimspielabgaben der Vereine refinanziert (Anm. d. Red.: fünf Prozent der Einnahmen). Demnach gilt, je mehr Zuschauer in den Stadien sind, desto mehr profitieren auch wir als Liga davon, womit wir auch die Professionalisierung des Ligamanagements vorantreiben können.

Wo gibt es diesbezüglich am meisten Potenzial?

Da gibt es viele Felder. Wir könnten mehr Manpower auf der Geschäftsstelle sehr gut gebrauchen. Ein Namenssponsor für die Liga steht weit oben auf der Agenda. Bei diesem Thema tun wir uns leichter, je stärker die Markenpräsenz der Liga ist. Da trägt der qualitativ hochwertige Livestream von leagues.football einen großen Teil dazu bei. Ebenso die Fußball-Plattform OneFootball, die neben der Liveübertragung für Fans die Möglichkeit bietet, die Highlights aller Spiele im Nachgang kostenfrei genießen zu können. Das Angebot an Livebildern wollen wir weiter ausbauen.

Was zeigen die öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten?

Der Südwestrundfunk (SWR), der Hessische Rundfunk (HR) und der Saarländischer Rundfunk (SR) haben auf Basis eines Rahmenvertrags mit der Regionalliga Südwest die Lizenzrechte erworben, alle Highlights der Spiele der Liga zu veröffentlichen und ausgewählte Spiele live im TV oder Web auszustrahlen.

Die Streams von leagues.football sind aber kostenpflichtig. Ein Einzelspiel kostet mindestens 6,99 Euro. Das ist kein Pappenstil.

Wie gesagt die Qualität ist hochwertig und es steckt sehr viel Herzblut in jedem einzelnen Livestream. Die Vereine produzieren die Streams selbstständig und partizipieren demzufolge direkt an den Einnahmen auch davon. Je mehr Personen den Stream schauen, desto mehr nehmen die Clubs ein. Jeder Kauf trägt dazu bei, die Vereine zu unterstützen.

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