Minos Gouras war mit zwei Treffern der Mann des Spiels und will mit dem SGV Freiberg jetzt auch in die 3. Liga. Foto: Baumann
Dank Winterzugang Minos Gouras und dessen beiden Toren beim 2:0 gegen Kickers Offenbach steht der SGV Freiberg wieder oben. Coach Kushtrim Lushtaku lobt mentale Stärke des Teams.
Aus dem Kabinengang des Trainingszentrums des SGV Freiberg wummert laute Musik, für die Leon Petö verantwortlich zeichnet. Sie trifft nicht unbedingt den Geschmack von Freiberges Coach Kusthrim Lusthraku, aber in diesem Moment erlaubt er seinem Team so ziemlich alles, denn seine Mannschaft hatte vor wenigen Minuten mit 2:0 (0:0) gegen Kickers Offenbach durch die beiden Treffer von Minos Gouras (gewonnen und sich die Spitzenposition in der Regionalliga Südwest zurückerobert, nachdem die SG Sonnenhof Großaspach mit dem Sieg am Freitag vorübergehend vorbeigezogen war. Die Spieler bekommen jetzt zwei Tage frei.
Es war für die Freiberger der versöhnliche Abschluss einer nicht unbedingt gelungenen englischen Woche mit dem Remis in der Liga gegen das Schlusslicht Bahlinger SC und dem Aus im WFV-Pokal gegen die Kickers. Und es war ein Statement an die Konkurrenz: „Jeder dachte, dass mein Team jetzt in ein Loch fällt, aber wir sind mental stark“, sagt Coach Kusthrim Lushtaku. Seine Formation habe aus den acht nicht gewonnen Spielen in der Hinserie gelernt und sei gereift.
Minos Gouras war eine Entdeckung von Freibergs Coach Kushtrim Lushtaku (links). Foto: Baumann
Zudem hat sich der Tabellenführer in der Winterpause ideal verstärkt. Bestes Beispiel dafür ist Doppelpacker Minos Gouras, der vom Ligakonkurrenten FC Homburg an den Wasen gewechselt war. „Er hat gegen uns im Hinspiel ein überragendes Spiel gemacht. Ich wollte ihn unbedingt“, sagt Lushtaku. Gouras passe zu seinem Spiel und sei in Topform einer der besten Flügelstürmer der Liga. Mit dem Werben rannten die Freiberger bei dem 27-Jährigen offenen Türen ein, denn Gouras war in Homburg nicht zufrieden. „Ich wollte mit dem Club aufsteigen, kam aber nicht so zum Zuge und hier schenkt mir der Coach das Vertrauen“, sagt Gouras. Er habe eine Weile gebraucht, musste noch an der Fitness arbeiten. Das Spiel gegen Offenbach war das zweite für den SGV über 90 Minuten. Er und sein Team benötigten Geduld und strapazierten auch ein wenig die Nerven der 1300 Zuschauer. „Ich habe in der ersten Hälfte Chancen liegen lassen, war leicht deprimiert, aber die Kollegen haben mich in der Pause aufgebaut“, sagt Minos Gouras. Da sei eben schon ein wenig Druck in den Köpfen gewesen.
Offenbach bleibt 2026 ohne Sieg
Das galt auch für die Gäste aus Hessen, die in diesem Kalenderjahr noch ohne Sieg sind. Daran hat auch der Trainerwechsel vor drei Wochen noch nichts geändert. Die Freiberger hatten in der ersten Hälfte wie erwartet mehr Spielanteile, kamen durch Gouras (13./16.) zu zwei Möglichkeiten und dann ging auch noch ein Schuss von Mehdi Hetemaj (37.) an die Latte. Es rächte sich nicht, dass die Freiberger etwas fahrlässig mit ihren Torabschlüssen umgingen.
Nach der Pause segelte ein weiter Freistoß in den Offenbacher Strafraum, Minos Gouras kam an den zweiten Ball und stellte aus spitzem Winkel auf 1:0 (47.). Es war eine Art Door-Opener für die Gastgeber und dann half auch noch eine Gelb-Rote Karte gegen den Offenbacher Boubacar Barry. (65.), dass die Freiberger noch leichter zu weiteren Chancen kamen. Nach einem Fehlpass von Offenbachs Keeper Johannes Brinkies auf Sascha Korb war es wieder Gouras, der sich den Ball schnappte und frei vor dem Tor das beruhigende 2:0 für den SGV erzielen konnte (82.). Der Doppeltorschütze will jetzt mehr.
In der „Zwiwwel“ soll große Party steigen
„Der Verein hat seine Hausaufgaben gemacht. Jetzt müssen wir als Mannschaft mit der Meisterschaft nachlegen“, sagt der gebürtige Speyrer. Er hat auch schon eine Idee, wo er den möglichen Titel mit seinem Team feiern könnte: Im Restaurant Zwiwwel in Rödersheim-Gronau in der Nähe von Darmstadt. Dort betreiben seine Eltern ein Restaurant mit griechischen und pfälzischen Spezialitäten. Vor der großen Sause aber müssen die Freiberger noch neun Spiele erfolgreich bestreiten – das nächste am kommenden Samstag bei Hessen Kassel.