Bis zu 16 Ausgleichssitze
Gewählt wird nach den Grundsätzen der Verhältniswahl mit Listenwahlvorschlägen. Jeder Wahlberechtigte hat eine Stimme. 80 Mandate werden auf die Stadt Stuttgart und die fünf Landkreise entsprechend der Bevölkerungszahl aufgeteilt. Möglich sind bis zu 16 Ausgleichssitze, damit das Sitzverhältnis sowohl dem Ergebnis der Wahl in den einzelnen Wahlkreisen als auch dem Verhältnis der in der Region Stuttgart erreichten Gesamtstimmenzahl entspricht. Momentan sitzen im Regionalparlament 88 Abgeordnete.
Wahlberechtigt sind alle deutschen Staatsbürger, die seit mindestens drei Monaten im Verbandsgebiet wohnen. Bei der Regionalwahl kann man seine Stimme bereits ab dem Alter von 16 Jahren abgeben. Das Wahlrecht gilt im Unterschied zur Gemeinderatswahl nicht für Unionsbürger. Wahlberechtigt sind etwa zwei Millionen Menschen.
657 Kandidaten auf insgesamt 13 Listen
657 Kandidatinnen und Kandidaten bewerben sich bei der Regionalwahl um die 80 Sitze in der Regionalversammlung. Darunter sind 246 Frauen (37 Prozent) und 411 Männer (63 Prozent). Für die Wahl zugelassen sind 13 Parteien sowie Wählervereinigungen. Die bereits in der Regionalversammlung vertretenen Parteien und Wählervereinigungen CDU, Bündnis 90/die Grünen, Freie Wähler, SPD, AFD, FDP, Die Linke, ÖDP und Piraten treten wieder an. Darüber hinaus haben die Klimaliste Deutschland und Stuttgart ökologisch Sozial (SÖS) in der Landeshauptstadt Stuttgart sowie Bündnis der Vielfalt und die Basisdemokratische Partei Deutschlands im Landkreis Ludwigsburg Kandidaten aufgestellt.
Im Rems-Murr-Kreis treten neun Listen mit 96 Bewerbern an. Der Frauenanteil liegt bei 39 Prozent. Auf den Stimmzetteln vertreten sind die CDU, Bündnis 90/Die Grünen, Freie Wähler, SPD, AfD. FDP, Die Linke, ÖDP und die Piraten. Bei den Wahlen vor fünf Jahren errang im Rems-Murr-Kreis die CDU mit 26,7 Prozent der Stimmen drei Mandate in der Regionalversammlung, ebenso die Bündnisgrünen mit 19,6 Prozent. Die Freien Wähler (13,6 Prozent) sowie die SPD (12,1 Prozent) kamen auf jeweils zwei Mandate Je ein Mandat ging an die AfD (10,4 Prozent) und an die FDP (8,1 Prozent).
Die Aufgaben sind per Gesetz geregelt
Zu den gesetzlichen Pflichtaufgaben des Verbandes Region Stuttgart, dessen politische Steuerung der Regionalversammlung obliegt, gehören die Regionalplanung, bestimmte Bereiche des Nahverkehrs, das regionale Verkehrsmanagement samt der Regionalverkehrsplanung, Landschaftsplanung, Wirtschafts- und Tourismusförderung sowie Teile der Abfallwirtschaft. Hinzu kommt ein freiwilliges Engagement in den Bereichen Sport und Kultur sowie das Engagement in deutschen und europäischen Netzwerken, etwa bei Wettbewerben und Projekten zu zentralen Zukunftsthemen.
Es gibt zwei Themen, die vor der Wahl am 9. Juni in der Öffentlichkeit im Zusammenhang mit der Region heftig diskutiert werden: der S-Bahn-Verkehr und die Frage der möglichen Standorte für Windkraftanlagen in der Region. In Sachen Regionalplanung ist die Regionalversammlung das entscheidende Gremium für die Ausweisung der Gebiete, auf denen Windanlagen gebaut werden dürfen. Diese Festlegungen hat das aktuelle Parlament nicht mehr final getroffen. Die Entscheidung über die sogenannten Vorranggebiete für Windkraft wird das neu gewählte Regionalgremium rasch treffen müssen. Schließlich hinkt die Region – wie Baden-Württemberg insgesamt – bei der Nutzung von Windenergie kräftig hinter der Entwicklung in Deutschland hinterher. Hier im Kreis etwa produzieren momentan nur vier Windräder Strom, eines in Welzheim, drei weitere am Goldboden oberhalb der Remstalkommune Winterbach. Für den Rems-Murr-Kreis sind derzeit 24 Vorranggebiete im Gespräch. Die meisten der vielversprechenden potenziellen Standorte liegen im Norden des Kreises, auf den Höhen des Schwäbischen Waldes und der Löwensteiner Berge. Dort finden sich im Kreisvergleich die besten Windverhältnisse für Windräder.
Zentrales Anliegen: der S-Bahn-Verkehr
Ein zentrales Anliegen für die Bürger der Region und im Rems-Murr-Kreis ist auch das unter Regie des Verbands Region Stuttgart stehende S-Bahn-Netz. Tägliche Verspätungen und Ausfälle sind in den vergangenen Jahren zum Markenzeichen geworden. Wobei nicht alles in der Hand der Region liegt angesichts maroder Infrastruktur unter Verantwortung der Deutschen Bahn und Auswirkungen des Projektes Stuttgart 21. Für Pendler aus dem Kreis bleiben zuverlässige S-Bahnverbindungen unverzichtbar. Einsatz dafür versprechen praktisch alle Bewerber auf den verschiedenen Listen.