Regionalwahl Regionalräte denken über Gemarkungsgrenzen hinweg

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Die Regionalwahl ist gelaufen. Die Sieger stehen fest. Von 87 Regionalräten kommen vier aus dem Verbreitungsgebiet der Nord-Rundschau. Es sind Andrea Klöber, Michael Lateier, Jochen Lehmann und Burghard Korneffel. Wir haben direkt nach der Bekanntgabe der Ergebnisse mit ihnen gesprochen.

Die Stimmen sind ausgezählt. Vier Vertreter aus dem Verbreitungsgebiet der Nord-Rundschau sitzen künftig  in der Regionalversammlung. Foto: Achim Zweygarth
Die Stimmen sind ausgezählt. Vier Vertreter aus dem Verbreitungsgebiet der Nord-Rundschau sitzen künftig in der Regionalversammlung. Foto: Achim Zweygarth

Stuttgarter Norden - Die Regionalwahl ist gelaufen. Die Sieger stehen fest. Von 87 Regionalräten kommen vier aus dem Verbreitungsgebiet der Nord--Rundschau. Es sind Andrea Klöber, Michael Lateier, Jochen Lehmann und Burghard Korneffel. Wir haben direkt nach der Bekanntgabe der Ergebnisse mit ihnen gesprochen.

„Defizite hat die Region bei der Wahrnehmung der Menschen“, sagt Andrea Klöber. „Wir müssen daran arbeiten, dass sie noch mehr ins Bewusstsein der Leute rückt.“ Die Feuerbacher Bezirksvorsteherin ist zum vierten Mal für die SPD in die Regionalversammlung gewählt worden. Ganz zufrieden ist sie nicht. „Ich hätte mir ein besseres Ergebnis erhofft und damit wenigstens einen Sitz mehr für den Stadtkreis Stuttgart.“

Andrea Klöber ist bislang im Wirtschaftsausschuss der Region und stellvertretende Vorsitzende der Kulturregion. Sie sitzt im Ältestenrat und im Aufsichtsrat der Regio Marketing Tourismus GmbH. Die Regionalversammlung sei vielen nicht im Bewusstsein, aber von hoher Bedeutung. „Das Leben der Menschen hört nicht an der Gemarkungsgrenze auf. Wir sind die politische Kraft, die das Zusammenleben in der Region regelt“, sagt sie. Zu den wichtigen Aufgaben der Regionalversammlung gehören der S-Bahn-Verkehr, die regionale Entwicklung und die Wirtschaftsförderung.

Bereits das dritte Mal mit von der Partie ist Michael Lateier von den Grünen. Überrascht, dass er es geschafft hat, ist er nicht: „Ich war auf Platz vier gesetzt und relativ sicher, dass es reichen würden.“ Seine Freude darüber ist nicht ungetrübt. „Schade ist, dass wir aus dem Stadtkreis Stuttgart einen Platz verloren haben, damit verlieren wir einen wichtigen Menschen im Rat.“ Landschaftsplanung und Verkehr seien zwei bestimmende Themen, mit denen sich die Regionalräte befassen.

Landschaftsplanung und Verkehr als bestimmende Themen

Hochschule bis Energie interessant

Lateier selbst ist Mitglied im Wirtschaftsausschuss. Am Herzen liegen dem Mitarbeiter der Uni Stuttgart der Bereich Hochschule und Wirtschaftsförderung, aber auch Effizienz, Rohstoffe und Energie spielen für ihn eine wichtige Rolle. Stark gemacht habe er sich unter anderem bei den Standorten für Windräder. „Ich komme aus Weilimdorf und finde es schön, dass es dort ein Windrad gibt. Ich hätte mir gewünscht, dass man auch im Tauschwald ein größeres aufstellt.“ Er fürchte aber, dass es sich auf Grund von umwelt- und naturschutzrechtlichen Belangen nicht realisieren lassen werde. „Das ist eine Momentaufnahme, die Untersuchungen laufen.“ Welche Schwerpunkte er durch neue Anträge setzen will, will er sich noch überlegen.

Neu im Gremium ist Jochen Lehmann aus Weilimdorf. Der Diplom-Betriebswirt sitzt für die CDU im Regionalparlament und ist nach der Wahl guter Dinge: „Wir hatten in der Vergangenheit zwar schon bessere Ergebnisse für die CDU erzielt, aber nun wieder einen Sitz hinzugewonnen zu haben, damit muss man auch mal zufrieden sein.“ Er habe schon viele Ideen, die er einbringen möchte. „Die sind noch nicht spruchreif, aber in meinem Kopf. Was sich dann davon machen lässt, wird man sehen.“

Einen Lieblingsausschuss habe er nicht. Fest steht: „Ich würde gern Infrastruktur gestalten.“ Bei der Arbeit der Regionalversammlung hält er es für wichtig, „über den Tellerrand zu schauen, um Entscheidungen mit und für die Kommunen herbeizuführen. Wir dürfen nicht nur in kommunalen Grenzen denken“. Leider stehe die Regionalversammlung bei den Bürgern nicht so sehr im Fokus wie andere politische Gremien, „weil viele Auswirkungen der Beschlüsse erst später zu erkennen sind. Dennoch sei es eine spannende Aufgabe, auf die er sich sehr freue.

„Wir müssen die Probleme der Bürger aufgreifen“

Zum ersten Mal mit von der Partie ist auch Burghard Korneffel. Er hat einen von drei Sitzen für die Alternative für Deutschland (AfD) geholt, als Direktmandat. „Man muss den Wählern für ihr Vertrauen danken, das ist keine Floskel“, sagt der studierte Physiker, der im Stadtteil Rot wohnt.

Korneffel lehnt Windräder ab

Korneffel war auch bei der Kommunalwahl angetreten, auf Platz 7. In den Gemeinderat hat er es nicht geschafft. Für die Regionalversammlung habe er sich einiges vorgenommen: „Die Leute stecken in der S-Bahn wie Sardinen in einer Ölkonserve.“ Das Netz gehöre ausgebaut. Geld dafür will er bei den Kosten für S 21 sparen. „Wir haben dort Spielraum für Verbesserungen und die AfD hat einige Vorschläge zu machen. Die sollten wir mit den Menschen diskutieren.“ Windkraftanlagen auf Stuttgarter Gemarkung lehnt Korneffel ab. „Wir müssen alle technischen Verfahren zur Energiegewinnung fördern. Nicht nur die Windenergie, auch die Kernenergie.“ Sein Grundcredo: „Wir müssen die Probleme der Bürger aufgreifen.“ Damit steht er wohl nicht allein.

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