Regionalwahlen in Frankreich Le Pen geht leer aus

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Die Regierungen in den 13 Regionen Frankreichs werden von konservativen Republikanern und Sozialisten gebildet, der rechtspopulistische Front National von Marine Le Pen ging leer aus; bei der ersten Wahl lag er noch in sechs Regionen vorne.

Sieger Dank fremder Mithilfe – der konservative Nicolas Sarkozy und seine Republikaner profitieren vom Verzicht einiger sozialistischer Kandidaten. Foto: dpa
Sieger Dank fremder Mithilfe – der konservative Nicolas Sarkozy und seine Republikaner profitieren vom Verzicht einiger sozialistischer Kandidaten. Foto: dpa

Paris - Der in der ersten Runde der französischen Regionalwahlen triumphierende Front National (FN) hat seinen Siegeszug am Sonntag nicht fortsetzen können. Nach ersten Hochrechnungen haben die am 6. Dezember zur stärksten politischen Kraft avancierten, in sechs Regionen vorne liegenden Rechtspopulisten in der zweiten Runde keine der 13 französischen Regionen erobert. Die Rechtsbürgerlichen werden voraussichtlich in sieben Regionen die Regierung stellen, die Sozialisten in fünf. Ein regionales Bündnis wird fortan die Geschicke Korsikas bestimmen.

In der nordfranzösischen Region Nord-Pas-de-Calais-Picardie unterlag die FN-Chefin Marine Le Pen klar dem früheren rechtsbürgerlichen Ex-Minister Xavier Bertrand. Ihrer Nichte Marion Maréchal-Le Pen, erging es nicht besser. In Provence-Alpes-Côte d’Azur machte der rechtsbürgerliche Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi das Rennen. Beide Politikerinnen hatten die erste Runde mit jeweils mehr als 40 Prozent und zwölf Punkten Vorsprung vor dem Nächstplatzierten für sich entschieden.

Sozialistischer Appell

Zum Verhängnis wurde den Rechtspopulistinnen, dass die Sozialisten in der zweiten Runde hier wie da nicht mehr angetreten waren und an ihre Sympathisanten appelliert hatten, für die Rechtsbürgerlichen zu stimmen und dem fremdenfeindlichen Front National so den Weg zur Macht zu verstellen. Im Elsass hatte der dortige sozialistische Spitzenkandidat Jean-Pierre Masseret zwar trotz wütenden Protestes der Parteispitzen seine Kandidatur aufrechterhalten. Der Appell von Premierminister Manuel Valls, der Wähler möge gleichwohl für die Rechtsbürgerlichen stimmen, hat aber gefruchtet. Florian Philippot, der in der ersten Runde noch mit 36 Prozent aussichtsreiche Vize-Chef des FN, konnte sich nicht behaupten.

Das Fazit der Verlierer fiel entsprechend bitter aus. Als Marine Le Pen am Sonntagabend vor ihre Anhänger trat, vermochte das Lächeln den Zorn der Verliererin nicht lange zu kaschieren. Die FN-Chefin hob hervor, dass der Front dreimal so viele Regionalräte stellen wird wie bisher, verfiel dann aber schnell in heftige Schelte darüber, dass „alle ohne Ausnahme“ gegen den Front angetreten seien und mit „entschlossener Manipulation“ den Wählerwillen in sein Gegenteil verkehrt hätten.

59 Prozent Wahlbeteiligung

Mit voraussichtlich 59 Prozent lag die Wahlbeteiligung deutlich höher als eine Woche zuvor. Die Gewinne des Front National in der ersten Wahl und das politische Beben, das sie ausgelöst haben, dürfte manchen am 6. Dezember Daheimgebliebenen zur Stimmabgabe bewegt und die Ausbeute der Rechtspopulisten geschmälert haben.

Auch wenn sich die in der ersten Runde auf Rang zwei verwiesenen konservativen „Republikaner“ nun in sieben Regionen durchsetzen konnten, ist Parteichef Nicolas Sarkozy geschwächt. Der Erfolg ist schließlich weniger eigener Stärke geschuldet als den Anhängern der Sozialisten, die aus Sorge, der FN könne nach der Macht greifen, in drei Regionen zähneknirschend für die „Republikaner“ gestimmt haben. Sarkozy schlug am Sonntagabend denn auch ungewöhnlich leise Töne an. Man dürfe die Warnungen nach der ersten Wahlrunde nun nicht etwa vergessen, sagte der frühere Staatschef. Sie richteten sich an alle, seine eigene Partei mit eingeschlossen.

Staatschef Francois Hollande und die Sozialisten sind eher glimpflich davongekommen. Obwohl die Arbeitslosigkeit in Frankreich Rekorde erzielt und Regierungsparteien in Regionalwahlen meist abgestraft werden, haben sich die Sozialisten mit dem Sieg in fünf Regionen achtbar geschlagen. Doch rief auch der sozialistische Regierungschef Manuel Valls dazu auf, jetzt nicht in Triumphalismus zu verfallen.