Regiorad in Rutesheim Mit dem Rad gut unterwegs

Von Arnold Einholz 

Die Stadt richtet für Regioräder einen zweiten Stand ein.

Martin Killinger (rechts) erläutert das System der Regioräder. Foto: factum/Jürgen Bach
Martin Killinger (rechts) erläutert das System der Regioräder. Foto: factum/Jürgen Bach

Rutesheim - Neue Pedelecs und Fahrräder stehen seit einiger Zeit in der Nachbarschaft der zentralen Bushaltestelle in der Ortsmitte. Sie sind in der typischen blauen Farbe der Zweiräder gehalten, von denen es in der Region an vielen Stellen welche gibt – es sind Räder des Anbieters „Regiorad“.

Im Vorfeld der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurde der neue zweite Regiorad-Standort in Rutesheim auch öffentlich übergeben. Er ermöglicht es unter anderem, vom S-Bahnhof Rutesheim zur Stadtmitte mit dem Pedelec oder dem Rad zu radeln und es hier abzugeben. Denn am S-Bahnhof ist der andere Standort für Regioräder.

Der Erste Beigeordnete Martin Killinger hat dabei den Stadträten das Regiorad-System mit aktuell rund 150 Standorten in der Region vorgestellt und erläutert. Aufgrund der Höhenunterschiede in der Region sind vor allem die Leihräder mit Elektrounterstützung interessant.

Abgabe an jeder beliebigen Station

In der Landeshauptstadt und den umliegenden Kommunen, die mitmachen, kann das Fahrrad entliehen werden. Die Nutzer können es dann an jeder Station, egal wo, wieder abgeben.

Die Radler müssen sich nur einmal unter der Adresse www.regioradstuttgart.de registrieren und können dann jederzeit ein Rad entleihen, unterwegs Pause machen und es wieder zurückgeben. Natürlich geht das auch mit einer App oder mit der polygocard, die die Inhaber einer VVS-Zeitkarte jederzeit erhalten können und die zudem weitere Vorteile bietet. So können die Inhaber dieser Karte die elektrisch unterstützten Regioräder noch bis Ende Juni die erste halbe Stunde kostenfrei nutzen.

Jeder Standort ist in der Regel mit zwei Pedelecs und drei Fahrrädern bestückt. Aber es kommt auch auf die räumliche Situation vor Ort an und wie groß die Nachfrage ist. Auch Reservierungen sind möglich.

Die DB Connect als 100-prozentige Tochter der Deutsche Bahn AG ist beauftragt, regelmäßig für die ordnungsgemäße Bestückung der Standorte und Technik der Räder beziehungsweise des Systems zu sorgen. „Ist keiner der sechs Plätze frei, an die die Räder angeschlossen werden können, kann das Rad auch nahe dazu abgestellt werden – das System erkennt das, und der Nutzer muss auch nicht weiter bezahlen“, erläuterte Killinger die Funktionsweise.

Lob an die Stadträte

Es könne besonders am Wochenende oder in den Abendstunden an beliebten Orten dazu kommen, dass einzelne Stationen überbelegt sind. In diesem Fall soll das Rad neben der Station mit dem Rahmenschloss gesichert werden. „Wenn das Rad fragt, ob man eine Pause machen möchte, sollte dies verneint werden“, sagt Killinger.

Martin Killinger lobte den Einsatz der Stadträte für eine klimafreundliche Mobilität wie das Fahrradfahren. Wichtig dafür sei eine gute Radverkehrsinfrastruktur und Radkultur. Dabei konnte im Ort viel erreicht werden, wie auch das sehr gute Abschneiden der Stadt beim ADFC-Fahrradklimatest 2016 und 2018 beweist.

Die Stadt beteiligt sich finanziell für jeden der nunmehr beiden Standorte mit rund 6300 Euro im Jahr. „Warum machen wir das?“, fragt Killinger und gibt auch gleich die Antwort: „Weil das Radeln Klima und Umwelt schützt, in unseren Städten für mehr Lebensqualität sorgt und eine moderne Art der Bewegung, sprich Mobilität ist, die zudem die Gesundheit fördert. Auch spart man dabei noch bares Geld“, führt er als weiteres schlagkräftiges Argument ins Feld.

Zufrieden konnte er den Stadträten verkünden, dass die an Werktagen gut belegten Radabstellplätze beim S-Bahnhof Rutesheim um 30 überdachte Abstellplätze ergänzt werden. Die Stadt Leonberg hat nämlich zugestimmt und die Hälft der Kosten von rund 40 000 Euro akzeptiert. Die örtliche Firma Kindler wird die Arbeiten ausführen. Die Bauleitung obliegt dem Rutesheimer Bauamt.

Die Tarife

Ein Fahrrad kostet einen Euro je 30 Minuten. Die maximale Tagespauschale liegt bei zehn Euro und ist gültig bis 3 Uhr des Folgetages. Zudem gibt es 30 Freiminuten pro Ausleihe für angemeldete polygocard-Inhaber.

Die Ausleihe eines Pedelec kostet zehn Cent je Minute, maximal drei Euro je Stunde (für polygocard-Inhaber). Die Tagespauschale beträgt zwölf Euro und ist bis 3 Uhr des Folgetages gültig. Ohne polygocard beträgt der Preis maximal vier Euro je Stunde, maximal 16 Euro für die Tagespauschale.