In Minischritten kommt der Bau des Radschnellwegs im Filstal voran. Momentan entsteht das Stück vom Demoabschnitt bei Ebersbach (Kreis Göppingen) bis zum Bahnhof Reichenbach.

Region: Corinna Meinke (com)

Langsam aber sicher wächst der Radschnellweg RS 4 im Filstal weiter. Vor einigen Wochen hat der Weiterbau des Abschnitts zwischen Reichenbach und Ebersbach (Kreis Göppingen) zwischen der B 10 und der Fils gelegenen Trasse begonnen. Auf dem 1,4 Kilometer messenden Abschnitt erprobt das Land Biobitumen, der als besonders klimafreundliches Baumaterial gilt.

 

Bereits seit Herbst 2021 gibt es die Demonstrationsstrecke des RS 4 zwischen Reichenbach und Ebersbach, die nun in Richtung Bahnhof Reichenbach auf dann insgesamt 3,5 Kilometer verlängert wird.

Raus aus dem Stau und rauf aufs Rad lautet die Devise im Kreis Esslingen

Bei einem Baustellenbesuch erklärte die Staatssekretärin Elke Zimmer: „Mit dem RS 4 entsteht eine Strecke, die den Alltag vieler Menschen erleichtert: weniger Stau, mehr Bewegung, mehr Freiheit. Der neue Abschnitt ist ein wichtiger Schritt hin zu einem durchgängigen, sicheren Radnetz im Land. Wer einmal ausprobiert hat, wie komfortabel man hier radeln kann, möchte meist gar nicht mehr anders unterwegs sein. Jeder Kilometer, der mit dem Fahrrad zurückgelegt wird, schont das Klima und tut der eigenen Gesundheit gut.“

Im Juni 2025 ist am Radschnellweg bei Ebersbach (Kreis Göppingen) eine Filsquerung entstanden. Foto: Archiv/Roberto Bulgrin

Auch Reichenbachs Bürgermeister Bernhard Richter zeigte sich erfreut. Er hoffe natürlich, dass die Planung Richtung Stuttgart mit Nachdruck weiterbetrieben und rasch realisiert werden kann. „Optimale und sichere Radwegeführungen sind ein wichtiger Baustein für eine attraktive Radinfrastruktur und erleichtern den Menschen die Entscheidung zum Umstieg vom Auto auf das Rad. Damit machen wir einen großen Schritt hin zur Mobilitätswende“, ergänzte er.

Biobitumen verbessert die CO2-Bilanz beim Asphalt

Das in Reichenbach verwendete Biobitumen ersetzt nach Angaben des baden-württembergischen Verkehrsministeriums herkömmliches erdölbasiertes Bitumen und besteht aus pflanzlichen Ölen aus der Schale von Cashew-Nüssen sowie mineralischen Stoffen. Die sonstige Zusammensetzung des Asphalts unterscheide sich nicht von derjenigen mit herkömmlichem Bitumen.

Beim RS 4 werden demnach verschiedene Streckenabschnitte mit verschiedenen Asphaltzusammensetzungen mit unterschiedlichen Anteilen an Recyclingmaterial erprobt. Ein externer Gutachter messe und bewerte zudem die Aerosol-Immissionen beim Einbau, heißt es in einer Mitteilung. Durch den Einsatz von Biobitumen verbessere sich die CO2-Bilanz des Asphalts deutlich.

Der Radschnellweg RS 4 soll vor allem Pendlerinnen und Pendlern eine umwegfreie, sichere und komfortable Route bieten. In Ebersbach geht er nahtlos in den Radschnellweg RS 14 über, der künftig weiter über Göppingen bis nach Süßen führen soll. Die Baukosten für den Abschnitt Reichenbach-Ebersbach werden auf rund 2,1 Millionen Euro beziffert. Davon trägt das Land rund 525 000 Euro (25 Prozent) und der Bund fördert den Bau mit 1,57 Millionen Euro (75 Prozent). com