Der Wald ist ein wunderbarer Naherholungsraum und die Liste „Miteinander für Reichenbach“ (MfR) würde das gerne noch mehr ins Bewusstsein rücken. Sie hatte im Zug der Haushaltsberatungen 2025 beantragt, den Wald mit Elementen wie einem Baumlehrpfad, einem Grillplatz oder einem Skulpturenpark noch attraktiver zu gestalten. Der Antrag wurde jetzt im Ausschuss für Technik und Umwelt (ATU) beraten und ist zwar nicht durchgefallen, aber auf Eis gelegt.
Die Forstleute sind für die Anregung von MfR aufgeschlossen – aus der Nachbarkommunen wisse man, dass solche Einrichtungen sehr gut angenommen würden, sagte Daniel Fritz, der Leiter des Forstreviers. Einen durchgehenden, längeren Pfad konnte er sich in Reichenbach aber eher nicht vorstellen, weil die beiden Waldgebiete der Gemeinde auf der Risshalde und im Lützelbachtal voneinander getrennt sind – das Reichenbachtal, das dazwischen liegt, erstreckt sich größtenteils nicht auf Reichenbacher Markung.
Der gemeindeeigene Wald werde zudem über Wohngebiete erschlossen, weshalb man darauf achten müsse, dass kein zu großer Parkdruck entsteht. Trotzdem hat das Forstrevier abseits des klassischen Lehrpfads mit Schildern an Bäumen, den es für nicht mehr zeitgemäß hält, zwei Ideen entwickelt. Zum einen könne man sich vorstellen, „an mehreren Punkten eine Art Kunstinstallation“ aufzubauen, wobei weniger an Kunstschaffende als an Kindergärten, Schulen und Vereine gedacht ist. Das könnten auch einfache Dinge sein: ein Mobile, ein verzierter Baumstamm oder ein anderer Blickfang, wie Fritz anhand von Beispielfotos zeigte. Zum anderen hatte das Team vom Forstrevier an kleine, einfache Spielangebote im Wald gedacht: beispielsweise Matschecken, Balancierbalken oder ein Klettertau. Beide Vorschläge waren durchaus im Sinne der Antragsteller, wie Karl Neher von MfR bestätigte.
Reichenbacher Bürgermeister will sich nicht „den Schuh anziehen“
Bürgermeister Bernhard Richter war es, der Bedenken anmeldete. Ab dem Moment, wo die Gemeinde etwas installiere, „habe ich den Schuh an“, sagte er und meinte damit die Verantwortung: Sobald irgendeine öffentliche Einrichtung vorhanden sei, sei man in der Haftung für herabfallende Äste und sonstige Unglücke. Dann müsse man in kurzen Abständen einen Baumgutachter in den Forst schicken und alles prüfen lassen, so Richter. Dieses Problem kenne man vom Waldkindergarten. Das Thema Müll komme noch hinzu. Der Wald werde doch „auch jetzt intensiv genutzt von Reichenbacher Bürgern“, betonte Richter. Deshalb sei es angesichts der aktuellen Finanzlage nicht sinnvoll, sich ohne Not dort etwas zusätzlich aufzubürden, das solle man lieber dann tun, „wenn sich die Kommunalfinanzen nachhaltig verbessern“.
Die Fraktionen akzeptierten das, wenn auch mit Bedauern. Rudi Munz (SPD) sprach von einer „grotesken rechtlichen Situation“, auch Alexander Hottenroth (Freie Wähler) ärgerte sich über die Rechtslage. Sein Vorschlag: Im Bereich der Sitzbank beim sogenannten Pilotendenkmal etwas anzulegen, denn dort müsse ja ohnehin kontrolliert werden. Am Ende einigte sich der ATU darauf, im Moment gar nichts zu machen, aber die Idee für „bessere Zeiten“ im Hinterkopf zu behalten.