Reichenbach ist seine Heimat Apostolos Zisakis bewirbt sich als Bürgermeister

Apostolos Zisakis sieht viel Potenzial in Reichenbach – und viel Sanierungsbedarf. Foto: Roberto Bulgrin/bulgrin

Der Immobilienmakler und Bambinitrainer beim VFB-Reichenbach, Apostolos Zisakis, möchte seinen Heimatort als Bürgermeister voran bringen. Die marode Infrastruktur bei Straßen und Wegen sollte dringend saniert werden, fordert der Kandidat.

Region: Corinna Meinke (com)

Mehrfach öffnet sich die Tür, und Apostolos Zisakis springt auf, um Besucher zu begrüßen, und er winkt, wenn Passanten vor dem Schaufenster stehen bleiben und auf ihn aufmerksam werden. „Können Sie in einer halben Stunde noch mal vorbeikommen?“, fragt der agile Reichenbacher einen älteren Herrn. „Ich bekomme viele positive Reaktionen. Die Menschen wollen mit mir sprechen“, beschreibt Zisakis die Erfahrungen in seinem Wahlkampfbüro, in dem er montags bis freitags in der Hauptstraße von 9 bis 12 Uhr seine Bürgersprechstunde anbietet.

 

Ein Laden für die Bürgersprechstunde

Dafür hat der 45-Jährige, der sich um das Amt des Reichenbacher Bürgermeisters bewirbt, einen leer stehenden Laden angemietet. „Die Leute können mir hier beim Arbeiten zuschauen“, erklärt der Immobilienmakler gestenreich – und setzt ernst nach: Er wolle mehr Transparenz und Kommunikation erreichen, denn momentan gebe es beispielsweise keine feste Bürgermeistersprechstunde im Ort.

Und im Gemeindeanzeiger sollte veröffentlicht werden, wie der Gemeinderat abgestimmt hat, schlägt der schwäbische Grieche vor, der als Vertreter der dritten Generation in Reichenbach lebt. Viele Gesprächspartner monierten mangelnde Informationen im Vorfeld der Gemeinderatsbeschlüsse. Man könnte immerhin Sitzungen per Livestream übertragen, wenn die Gemeinderäte einverstanden wären. Frischen Wind im Rathaus hat sich der Vater zweier Töchter im Alter von vier und fünf Jahren und Bambinitrainer beim VfB-Reichenbach auf die Fahnen geschrieben. Ihr Mann gehe den Themen gerne auf den Grund, beschreibt Sabrina Hägele-Zisakis dessen Arbeitsweise. Kennengelernt haben sich die beiden übrigens über den Wolken: Er war Kabinenchef und sie Flugbegleiterin bei einer großen Fluggesellschaft.

Neue Impulse für das Jugendhaus

Bodenhaftung habe er immer in Reichenbach behalten, sagt Zisakis und erinnert sich an seine Jugend mit guten Brezeln vom Bäcker Sichelstiel, Festen in Danners Schuppen und an den Bolzplatz beim Schulzentrum, wo er sich mit den Freunden traf. Heute gebe es immer weniger Plätze für Jugendliche. Und er ist überzeugt, dass der Vandalismus rund um die Schule nicht aufhöre, nur weil jetzt das Jugendzentrum angesichts des Ärgers mit randalierenden Gruppen geschlossen wurde. Ihm sei übrigens eine betreute Zockerecke im Jugendhaus und eine gute Bibliothek nahe der Schule wichtiger als eine Mediathek in der Ortsmitte.

Apostolos Zisakis, Kirsten Schück und Bernhard Richter (von links) bei der Kandidatenvorstellung in der Brühlhalle. Foto: Roberto Bulgrin

Wenn bald der Parkplatz am Rondell überbaut werde, frage er sich, ob die Zahl der Stellplätze künftig ausreicht. Das gelte auch für die fünf zur Disposition stehenden Plätze in der Hauptstraße – die seien wichtig für den Einzelhandel. „Hierher kommen Kunden aus den Nachbarorten, weil sie bei uns direkt vor den Läden parken können“, zeigt sich Zisakis überzeugt. Er schlägt vor, die Gemeinde solle einige Läden kaufen und günstig vermieten, denn die momentanen Mieten seien zu hoch, wie das Ladensterben zeige. „Ich möchte auch die Platanen erhalten“ fährt der parteilose Bewerber fort. Nur wenige Bäume seien so krank, dass man sie fällen müsse, habe ihm ein Fachmann erklärt. Angesichts maroder Straßen, Gehwege und mancher Kitas und drohender Praxisschließungen müsse die Infrastruktur modernisiert werden, Sport und Gastroangebote sollten an der Fils ausgebaut werden.

www.zis-buergermeister.de

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