Reichenbach Kirsten Schück will Bürgermeisterin werden

Kirsten Schück wirft in Reichenbach ihren Hut in den Ring. Foto: Roberto Bulgrin

Kirsten Schück bewirbt sich als Bürgermeisterin in Reichenbach. Die Schwäbin wünscht sich mehr gelebte Gemeinschaft in ihrem Heimatort. Offene Jugendarbeit und bezahlbares Wohnen sind ihre Anliegen.

Region: Corinna Meinke (com)

Kirsten Schück setzt auf das direkte Gespräch – und auf die sozialen Medien. Anders als ihre beiden Mitbewerber um das Bürgermeisteramt, Apostolos Zisakis und Bernhard Richter, verzichtet die Reichenbacherin auf eine große Plakataktion und eine eigene Homepage. „Ich werde mich für diesen Wahlkampf nicht verschulden“, erklärt die 56-Jährige, die im Vorfeld der Kandidatenvorstellung am 1. Oktober lediglich ein paar Plakate und Flyer im Ort verteilt hat.

 

Zur Kandidatur ermuntert

Schück, die sich auf ihrem Instagramkanal als Ur-Schwäbin vorstellt, betrachtet sich als Außenseiterkandidatin und Quereinsteigerin zumal es ihre erste Bewerbung um ein kommunalpolitisches Amt ist. „Jeder bruddelt und jeder schimpft“, berichtet Schück von ihren Erfahrungen. Sie sei mit vielen Reichenbachern ins Gespräch gekommen, die sie daraufhin zur Kandidatur ermuntert hätten.

„Für mich gibt es keinen Stillstand. Neue Aufgaben tun mir gut“, so beschreibt die Bürokauffrau und Buchhalterin, die sich zur Personalsachbearbeiterin fortgebildet hat, ihre Arbeitseinstellung. Das Sprachlernen und die Lektüre englischer Bücher zählt sie zu ihren Hobbys. Außerdem könne sie sich schnell in neue Themen einarbeiten, berichtet Kirsten Schück, die auch weiß, was eine 80-Stundenwoche bedeutet. Jahrelang habe sie sehr viel gearbeitet, um als alleinerziehende Mutter ihre drei inzwischen erwachsenen Kinder zu versorgen. Verständnis für junge Menschen ist der Reichenbacherin wichtig, deshalb möchte sie auch das Jugendhaus wieder eröffnen, damit es einen Platz gibt, an dem sich Kinder und Jugendliche wohl und sicher fühlen. Mit der aktuellen Schließung würden sich Probleme wie Vandalismus möglicherweise nur verlagern. So habe sie unlängst Jugendliche beobachtet, die mit Böllern bei der Tiefgarage und rund ums Rathaus unterwegs waren. Einen dringenden Sanierungsbedarf sieht Schück bei den Reichenbacher Wegen und Straßen und genauso brennt ihr das Thema günstiger Wohnraum auf den Nägeln, da die Mieten in den neuen Wohnvierteln wie Wilhelmsquartier und Paulinengarten für Normalverdiener nicht zu bezahlen seien.

Apostolos Zisakis, Kirsten Schück und Bernhard Richter (von links) bei der Kandidatenvorstellung in der Brühlhalle. Foto: Roberto Bulgrin

Interessenten für eine Wohnung der Reichenbacher Baugenossenschaft müssten viele Jahre warten. Schück wirbt für das Thema Wohnungstausch, bei dem beispielsweise Senioren ihre Wohnung mit Familien tauschen könnten. Um Reichenbach attraktiver zu machen, wirbt Schück für die Umgestaltung des Reichenbacher Freibads in ein Hallenfreibad mit ganzjähriger Nutzung. Auch für ein Dorffest mit einem richtigen Bierzelt möchte sich die Bewerberin einsetzen: „Dieses Miteinander und diese Gemeinschaft fehlen mir in Reichenbach.“ Deshalb setze sie sich auch für eine Bürgersprechstunde ein und habe ein offenes Ohr für alle.

Mangelware bezahlbarer Wohnraum

Und wie die Reichenbacherin bereits bei der öffentlichen Kandidatenvorstellung in der Brühlhalle erklärte, sollten die Reichenbacher Grünflächen und die Bäume in der Hauptstraße besser gepflegt und eine Hundespielwiese eingerichtet werden.

Erreichbar ist Kirsten Schück auf Instagram unter: schueckki2710.

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