Reihe zu Kulturbauten der Zukunft Warum Architektur verrückt sein muss

Sanierungsfall Opernhaus Stuttgart Foto: picture alliance/dpa/Marijan Murat
Sanierungsfall Opernhaus Stuttgart Foto: picture alliance/dpa/Marijan Murat

Was müssen Kulturbauten in Zukunft leisten? Wie können sie für die ganze Gesellschaft geöffnet werden? Fragen, die Expertinnen und Experten bei einer digitalen Veranstaltungsreihe beantworten. Mitveranstalter sind die Staatstheater Stuttgart.

Kultur: Ulla Hanselmann (uh)
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Stuttgart - Kaum etwas brennt der Kulturszene in Stuttgart und im Land so unter den Nägeln wie Kulturbau-Projekte. Stichwort: Staatsopern-Sanierung und Interimsbau, Konzerthaus oder ein neues Linden-Museum. Auch andernorts, etwa in Frankfurt, Düsseldorf oder München, debattiert die Stadtgesellschaft intensiv und höchst kontrovers über die Sanierung oder den Neubau von Theater- und Konzerthäusern. Nun bringt die Veranstaltungsreihe „Digital Lectures: Öffentliche Räume in Kulturbauten der Zukunft“ Experten und Expertinnen zusammen, um über Ideen und Visionen für Kulturbauten der Zukunft zu diskutieren.

Was wünscht sich das Publikum?

In sieben digitalen Veranstaltungen sollen Antworten auf zentrale Zukunftsfragen erarbeitet werden: Was müssen Kulturbauten zwischen künstlerischer Tradition und zukunftsgewandten Ansprüchen leisten? Wie können Kulturbauten für die Gesellschaft geöffnet werden? Welche Anforderungen hat das Kulturpublikum der Zukunft an Kulturbauten? Und welche Voraussetzungen für eine vielfältige und relevante Nutzung der öffentlich zugänglichen Räume in Kulturbauten müssen erfüllt sein?

Austausch mit klugen Köpfen

Zu den Veranstaltern zählen, neben der Bayerischen Staatsoper, der Deutschen Oper am Rhein, der Komischen Oper Berlin und dem Opernhaus Zürich, auch die Staatstheater Stuttgart. Deren geschäftsführender Intendant, Marc-Oliver Hendriks, sagt zur bevorstehenden Sanierung des Stuttgarter Opernhauses: „Die Generalsanierung des historischen Littmann-Baus wird das Gebäude technisch und funktional auf den neuesten Stand bringen. Im Zusammenwirken mit anderen städtebaulichen Maßnahmen im direkten Umfeld können darüber hinaus erweiterte Nutzungsmöglichkeiten der Gebäude erschlossen werden, die weit über den Kreis der Besucher von Opern- und Ballettaufführungen hinausgehen. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig Ideen dafür zu entwickeln und sich mit klugen Köpfen darüber auszutauschen.“

Was sind die Megatrends?

Die „Digital Lectures“ finden jeweils dienstags von 10 bis 12 Uhr statt. Den Auftakt übernimmt am 16. November die Trend- und Zukunftsforscherin Oona Horx-Strathern zum Thema „Zukunftstrends – wie wir leben werden“; bei ihrem Vortrag bestimmt sie Megatrends für Kulturbauten und stellt vor, wie Städte, Häuser und Wohnungen in Zukunft ihrer Meinung nach aussehen werden. Am 7. Dezember erläutert der für sein Konzerthaus Blaibach vielfach ausgezeichnete Architekt Peter Haimerl, warum Architektur mutig und verrückt sein muss und wie sich innovative Architektur für eine Stadt bezahlt machen.

Die Termine im Überblick

Di., 16.11.2021, 10-12 Uhr: Zukunftstrends – wie wir leben werden. Mit Oona Horx-Strathern, Trend- und Zukunftsforscherin.

Di., 23.11.2021, 10-12 Uhr: Partizipation – wie Partizipation Kultur schafft. Mit Susanne Hofmann, Gründerin Die Baupiloten, und Benedikt von Peter, Intendant Theater Basel.

Di., 30.11.2021, 10-12 Uhr: Raumerlebnis – Ideen und Inhalte in Räume übersetzen. Mit Detlef Weitz, geschäftsführender Gesellschafter des Büros für Szenografie chezweitz.

Di., 07.12.2021, 10-12 Uhr: Architektur – mutig und verrückt muss sie sein. Mit Peter Haimerl, Professor für Architektur und Leiter der Abteilung Architektur:zoomtown, und Christos Chantzaras, Make Munich Weird.

Di., 14.12.2021, 10-12 Uhr: Soziologie – kulturelle Institutionen in der Transformation? Mit Ayad Al-Ani, assoziiertes Mitglied Einstein Zentrum Digitale Zukunft.

Di., 11.01.2022, 10-12 Uhr: Stadtplanung – Oslo, Bilbao, Hamburg. Was macht Kultur mit der Stadt? Mit Jörn Walter, vormals Oberbaudirektor Hansestadt Hamburg, und Regula Lüscher, frühere Senatsbaudirektorin von Berlin und Staatssekretärin in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, sowie Joëlle Zimmerli, Soziologin und Planerin FSU, Zimraum GmbH

Di., 18.01.2022, 10-12 Uhr: Best Practice– First Mover (kennen-)lernen. Mit Andrea Jürges, Stellvertretende Direktorin Deutsches Architekturmuseum Frankfurt am Main.

Eine Diskussionsrunde schließt sich an

Jeder Vortrag dauert vierzig Minuten. Danach folgt ein Gespräch zwischen den Referentinnen und Referenten und ausgewählten Diskussionsteilnehmern. Die Lectures werden im Anschluss an den Live-Termin auf der Website Kulturbauten.net mit den Vortragsbeiträgen und den Erkenntnissen aus den Diskussionen veröffentlicht.

So kann man teilnehmen

Anmeldung
Wer an den Vorträgen teilnehmen will, muss sich vorher registrieren. Nach der kostenlosen Anmeldung auf der Seite www.kulturbauten. net erhält man per Mail die Zugangsdaten zu den einzelnen Lectures.




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