Reinhold Messner wird 75 Reinhold Messners größter Triumph

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Am 17. September wird die Bergsteiger-Ikone Reinhold Messner 75 Jahre alt. Wir erinnern an zwei seiner größten Triumphe: Die Erstbesteigung des Mount Everest ohne künstlichen Sauerstoff zusammen mit Peter Habeler 1978 und – zwei Jahre später – die erste Solo-Besteigung des höchsten Gipfels der Welt.

Am 20. August 1980 steht Reinhold Messner alleine auf dem Gipfel des Mount Everest. Foto: dpa
Am 20. August 1980 steht Reinhold Messner alleine auf dem Gipfel des Mount Everest. Foto: dpa

Bozen/München - Reinhold Messner hat mit dem Älterwerden und den damit verbundenen Einschränkungen kein Problem. „Ich gehe sehr locker damit um. Ich mache das, was ich heute gut machen kann“, sagt Messner kurz vor seinem 75. Geburtstag am 17. September.

„Ich habe kein Bedürfnis, als alter Herr alle Tage zu zeigen, dass ich kein alter Herr bin. Das finde ich peinlich“, meint der frühere Extrembergsteiger. „Ich trainiere auch nicht mehr wie früher. Ich gehe aber regelmäßig in die Berge hinein und hinauf – und so viel als möglich auch auf größere Reisen.“

Ohne künstlichen Sauerstoff auf den Mount Everest

Vor 41 Jahren – am 8. Mai 1978 – feierte Reinhold Messner einen seiner größten Triumphe. Ohne künstlichen Sauerstoff hatten er und Peter Habeler den Gipfel des Mount Everest erreicht. Fast genau 25 Jahre nach der Erstbesteigung des mit 8848 Metern höchsten Berges der Welt durch Edmund Hillary und Tenzing Norgay setzten sie einen Meilenstein in der Geschichte des Bergsteigens.

„Es war kein Rekord. Es war eine Idee, die dann deckungsgleich umgesetzt wurde“, erzählt Messner im Rückblick. Erfahrene Alpinisten hatten dem Plan wenig Aussicht auf Erfolg eingeräumt. Ärzte warnten, ein Mensch könne in dieser Höhe nicht ohne künstlichen Sauerstoff überleben, ohne Schaden zu nehmen.

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Auf dem Gipfel – ein Gefühl der Leere

Am 8. Mai 1978 um 13 Uhr krochen Messner und Habeler die letzten Meter zum Gipfel. Sie hatten geschafft, was kaum jemand für möglich hielt. „Trotzdem war in mir kein Triumph, sondern eher ein Gefühl der Leere“, schreibt Habeler in seinem Buch „Das Ziel ist der Gipfel“.

Von Hochgefühl keine Spur. „Ich wollte hinunter, nur noch hinunter.“ Ähnlich ging es Messner. Vor allem Habeler hatten beim Aufstieg immer wieder Ängste und Zweifel geplagt. Er war wenige Monate zuvor Vater geworden.

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Bergkameraden Messner und Habeler

Messner und Habeler hatten Ende der 1960er Jahre begonnen, große Wände schnell mit geringem Aufwand zu durchklettern. Sie prägten den Alpinstil – einer Variante des Höhenbergsteigens, bei der die gesamte Begehung ähnlich wie in den Alpen durchgeführt wird.

Selbst die 14 Achttausendern werden als kleine Seilschaft, ohne fremde Hilfe durch Träger, ohne zuvor präparierte Route und in einem Zug vom Basislager bis zum Gipfel und zurück bestiegen.

In neun Stunden durchstiegen sie 1974 die Eiger Nordwand – frühere Seilschaften biwakierten dort eine Nacht. Klassische Expeditionen erklommen die höchsten Berge damals mit vielen Trägern, Lagern und Fixseilen. Messner und Habeler starteten mit so wenig Ausrüstung wie möglich.

Erste Solobesteigung des Mount Everest

So erreichte Messner 1978 als Erster allein den Nanga Parbat, zwei Jahre – am 20 August 1980 – danach im Alleingang auch den Everest. Er war der Erste, der drei Achttausender in einem Jahr erklomm, und der Erste, der alle 14 Achttausender der Welt schaffte.

Die Alleinbegehung des Berges im Alpinstil gilt als größte bergsteigerische Leistung am Everest. Ohne Fremdhilfe, ohne vorher präparierte Route und in einem Zug vom Basislager zum Gipfel erklomm der damals 36-jährige Messner die 3500 Höhenmeter.

Für seine Solobesteigung wählte er die Nordroute, querte oberhalb des Nordsattels in die Norton Couloir, eine Steilschlucht in der Nordwand, die bis 150 Meter unter den Gipfel führt. Wahrscheinlich nahmen auch Edward Mallory und Edward F. Norton bei ihrem Aufstiegsversuch 1924 diese Route über den North Col, die Traverse und den Aufstieg der Great Couloir bis auf den Gipfel.

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Allein am Berg

„Allein am Berg. Es gab keine Spur, kein Zelt, kein Fixseil. Ich war am Ende unendlich weit weg von der Sicherheit“, erinnert sich der fast 75-Jährige. „Ich hatte ganz oben immerzu Angst, dass meine Spur verweht, war ich doch beim Abstieg auf die Spur angewiesen – sonst hätte ich mich da oben verloren.“ Fünf Tage dauerte sein Alleingang hin und zurück. Mehr als 7000 Höhenmeter überwand er. „Das ist eine lange Zeit. Im Unterbewusstsein ist das wie ein Monat.“

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