In der Pandemie ist am Ufer des Feuersees oft gefeiert worden. Das Putzkommando des Tiefbauamtes hatte daher besonders viel zu tun im abgelassenen Gewässer. Zum Ende der „Kehrwoche“ verrät die Stadt, was die Aktion zutage gebracht hat.

Lokales: Uwe Bogen (ubo)

Seinen Namen verdankt der Feuersee der Tatsache, dass er im Jahr 1701 als Löschwasser-Reservoir im Stuttgarter Westen angelegt worden ist. Schon früh nutzten die Menschen den See der Feuerwehr zur Erholung – schreckten allerdings auch nicht davor zurück, ihn mit Müll zu verschmutzen. Etwa alle drei Jahre wird das Gewässer an der Johanneskirche gereinigt. Wegen der Corona-Pause liegt die letzte „Kehrwoche“ auf dem Seegrund jedoch schon sechs Jahre zurück. Da sammelt sich was an, vor allem, wenn am Ufer so oft gefeiert wird wie in der Pandemie. Mehr als früher gab’s also zu tun für das Putzkommando des Tiefbauamtes im November. Auf Anfrage unserer Redaktion zieht die Stadt jetzt Bilanz.

In den Geldbeuteln befanden sich teilweise Scheckkarten

„Insgesamt mussten 9,6 Tonnen Müll aus dem Feuersee und dem Uferbereich entsorgt werden“, berichtet Jana Steinbeck von der Pressestelle des Rathauses. Gefunden wurden etwa Fahrräder, Geldbeutel, teilweise sogar mit Scheckkarten, ein Einkaufswagen, jede Menge Flaschen, ein Einrad und ein Stuhl. Um den Unrat abtransportieren zu können musste der See, der normalerweise nur 130 Zentimeter tief ist, abgefischt und abgelassen werden. Das gesamte Wasser aber ist nicht entnommen worden, schon allein, um die Schildkröten zu schützen.

Der Württembergische Anglerverein hat 300 Kilogramm Karpfen, einen großen und einen kleinen Zander herausgefischt und in den Neckar umgesiedelt. Die Helfer bekamen diesmal zwölf Wasserschildkröten in die Hand, die meist von sogenannten Aquarianern ausgesetzt wurden, was illegal ist. Diese Tiere können zur Gefahr für einheimische Fische werden, weil sie Laich fressen und Krankheiten einschleppen können.