Reisachschule in Weilimdorf Ein Kleinod wird ein halbes Jahrhundert alt

Am 27. Oktober 1967 war es so weit, die Mädchen und Buben konnten in ihre neue Schule einziehen. Foto: privat
Am 27. Oktober 1967 war es so weit, die Mädchen und Buben konnten in ihre neue Schule einziehen. Foto: privat

Im Jahr 1967 ist die Reisachschule eröffnet worden, heuer wird sie 50 jahre alt. Der runde Geburtstag wird vier Tage lang gefeiert. Höhepunkt ist ein großes Schulfest am Samstag, 8. Juli. Für den kommissarischen Leiter Christian Henschke wird es eine der letzten Veranstaltungen sein, er geht in den Ruhestand.

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Weilimdorf - Jetzt geht’s in die Reisachschule“: Stolz halten Schüler eine Tafel in die Höhe, auf der dieser Satz, dem Zeitgeist entsprechend mit Kreide und in Schönschrift geschrieben, zu lesen ist. Abgebildet war das Foto im „Weilimdorfer Anzeiger“ vom 27. Oktober 1967. Damals ist die Schule an der Maierwaldstraße 14 offiziell eröffnet worden. Zur Feier des Tages gab es einen Festumzug, der von der „Alten Schule“ an der Glemsgaustraße zur neuen Lehranstalt führte. Allen voran marschierten zwei Buben mit der Tafel, ihnen folgten Schüler und Lehrer, die entweder Blumensträuße oder Unterrichtsutensilien wie Karten oder Atlanten in den Händen hielten. In der neuen Heimat wartete ein Vesper in Form von Brezeln und Roten Würsten auf die Mädchen und Buben. Und der damalige Bezirksvorsteher Stoll, der die Reisachschule als „Kleinod unter den Stuttgarter Schulen, dem die Heimat zu Füßen liegt“ bezeichnete. Zur Feier erschien sogar der damalige Stuttgarter Oberbürgermeister Arnulf Klett.

Eine „Schule im Grünen“, so lautete das Motto vor 50 Jahren. Zum ersten Mal hatte die Stadt Stuttgart in eigener Regie eine Lehranstalt erbaut, bei der die Konzeption von einer „Schullandschaft“ ausging. In der Tat war es in jenen Tagen noch möglich, vom Schulhof zur Solitude, ins Strohgäu und zum Lemberg zu blicken. Und auch heute, fünf Jahrzehnte später, dominiert Grün das Umfeld, auch wenn der Blick aufgrund zahlreicher Neubauten nicht mehr so weit umherschweifen kann wie früher.

Vier Tage lang wird Geburtstag gefeiert

Der 50. Geburtstag wird vier Tage lang gefeiert. Unter anderem ist Kabarettist und Musiker Christof Altmann, dessen Kinder selbst die Reisachschule besuchten, am Mittwoch zu Gast. Beide Veranstaltungen sind aber schon ausverkauft. Noch Plätze frei sind für das Theaterstück „Die wilde Hexenschule“, in der es um das Thema „Schule früher und heute“ geht. Beginn am Donnerstag, 6. Juli, in der Sporthalle ist um 18.30 Uhr, der Eintritt ist frei. Zu Besuch sein wird auch der ehemalige VfB-Profi Matthieu Delpierre, der mit den Schülerinnen und Schülern eine kleine Trainingseinheit absolvieren wird. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist das große Schulfest am Samstag, 8. Juli. Von 11 bis 16 Uhr gibt es ein abwechslungsreiches Programm in den Klassenzimmern, auf dem Schulhof und in der Turnhalle. Musik, Tanz und eine Spielstraße warten ebenso auf die Besucher wie Essen, Trinken und ein Luftballonstart. Eröffnet wird das Fest mit einer Rede des kommissarischen Schulleiter Christian Henschke. Für ihn ist die Veranstaltung auch ein Abschied: Der 65-Jährige geht Ende Juli in Ruhestand, 1986 war er als Konrektor an die Reisachschule gekommen. Besonders am Herzen lag ihm immer der Sport. Kein Wunder also, dass die Reisachschule seit 2003 „Grundschule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt“ ist. 1987 hatte das Lehrerteam sogar den württembergischen Meistertitel beim Volleyball bei den Mixed-Mannschaften (Männer und Frauen) gewonnen.

In den letzten Jahren haben immer mehr Vorgaben, Kontrollen und andere bürokratische Hürden in den Schulalltag Einzug gehalten. „Spaß macht es immer noch. Es ist aber schwieriger geworden“, sagt Henschke. Vor allem die dreijährige Sanierung, die bis zum Schulfest endlich komplett über die Bühne gegangen sein soll, habe viel Arbeitszeit und Kraft gekostet. Zwar ist noch nicht klar, wer Henschkes Nachfolge antritt, eines wünscht er ihm aber bereits jetzt: „Er soll in Ruhe mit den Kindern pädagogisch arbeiten können.“

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