Reisen in Baden-Württemberg Wildnis-Tour rund um Bad Herrenalb
Der „Albtal-Abenteuer-Track“ führt mitten durch die Wildnis – Deutschlands erste Crosswander-Tour beginnt in Bad Herrenalb und ist ebenso aufregend wie anstrengend.
Der „Albtal-Abenteuer-Track“ führt mitten durch die Wildnis – Deutschlands erste Crosswander-Tour beginnt in Bad Herrenalb und ist ebenso aufregend wie anstrengend.
Bad Herrenalb - „Hier geht’s nicht weiter“, ruft es aus dem Unterholz. Die Amateur-Abenteurer, die sich die 24 Kilometer lange Strecke mit den 1000 Höhenmetern vorgenommen haben, drehen um. Ein paar wenden sich nach links, die anderen suchen weiter rechts nach dem Zeichen der jüngst eröffneten Strecke, die bewusst immer wieder von den Wander- und Forstwegen abweicht. An einem Stamm entdeckt schließlich einer der Tracking-Begeisterten die aufgesprühte weiße Markierung mit den drei Bäumen.
Die Passage, die nach knapp drei Kilometern auftaucht, stellt die erste Herausforderung dar: Äste und sogar ganze Baumstämme versperren den Weg. Es ist mehr ein Kraxeln als Laufen – aber genau diese Erlebnisabschnitte machen die erste Etappe der Tour rund um Bad Herrenalb einmalig. Der Trampelpfad ist hier kaum mehr auszumachen – er gleicht einer Schneise durch die Natur, die zuzuwachsen droht. Man muss genau schauen, wo man hintritt.
Diese naturnahen Abschnitte gibt es immer wieder, und die Wanderer bekommen einen Eindruck, was sie auf den nächsten 20 Kilometern noch erwarten wird. Ein Schild erklärt, was Bannwald bedeutet: „Dieser Wald soll sich ungestört zum ‚Urwald von morgen‘ entwickeln. Er dient außerdem als wissenschaftliche Beobachtungsfläche für die Urwaldforschung.“
Das Bäume-Mikado ist beeindruckend. Auf dem Totholz wachsen Pilze, Moos und kleinere Pflanzen. Die abgestorbenen Bäume sind Rückzugsgebiet für bedrohte Tier-, Pilz- und Pflanzenarten. Die Natur hat hier Vorrang, sodass die Route nur dort entlangführt, wo sie nicht mit den Schutzbestimmungen für Flora und Fauna kollidiert.
Das Suchen und die zeitweilige Orientierungslosigkeit gehören zum Abenteuer, eine Navigations-App ist daher eher unerwünscht. Die nächsten Meter geht es zwar weiter aufwärts, aber ganz entspannt auf einem Waldweg. Dann heißt es wieder Augen auf: Wo ist die nächste Markierung? Gesucht, gefunden – ein schmaler Trail windet sich nach unten. Immer lauter wird das Rauschen des Rotenbachs. Regenfälle machen den Waldboden zu einem weichen Teppich, der bei jedem Schritt quietscht.
Unten angekommen wartet die nächste Überraschung: Der Bach ist stark angeschwollen. Einer nach dem anderen zieht Schuhe und Socken aus und watet ins Wasser. Das eiskalte Nass umspült gurgelnd die Knöchel. Dann ist auch schon das rettende Ufer erreicht.
Kurz wird der Pfad so steil, dass ab und zu die Hände mithelfen müssen. Grün bemooste Felsen scheinen wahllos zwischen den Bäumen zu liegen. Ein Eichelhäher macht mit seinem Ruf die anderen Vögel auf die Besucher aufmerksam. Durch das spärliche Laub schweift der Blick übers Gaistal. Die drei entwurzelten Bäume, die jetzt den Weg versperren, müssen irgendwie umrundet werden. Seile helfen dann beim steilsten Aufstieg in Richtung Schweizerkopf.
Als sich das Dickicht lichtet, bietet sich ein überwältigender Blick. Auf den Liegen am Hahnenfalzweg lässt sich der Blick zurück auf Bad Herrenalb genießen. Ein weiterer Weitblick wartet bei der Teufelsmühle in über 900 Meter Höhe, einer der wenigen Einkehrstationen auf dem Track. Die letzten Meter zurück nach Bad Herrenalb geht es am Ufer der Alb entlang – ein angenehmer Ausklang dieser abenteuerlichen Tour.
Im Parkhotel Luise kostet eine Übernachtung ab 88 Euro. Unterschiedlich große Apartments für mehrere Personen bietet die Villa Sophie, ab 1299 Euro für ein Wochenende.
Mittagstisch, Kaffee und Kuchen sowie Abendessen bietet das Restaurant Zur alten Post.Eine große Auswahl an Kuchen und Torten gibt es im Café Konditorei Schubert.
Die erste Etappe des Albtal-Abenteuer-Tracks ist 24 Kilometer lang und führt über 1000 Höhenmeter rund um Bad Herrenalb. Es gibt einen verkürzten Weg für Familien mit 14 Kilometer Länge. Die zweite Etappe bietet neben Wildnis auch viel Romantik und ist ebenfalls 24 Kilometer lang inklusive 1000 Höhenmetern. Auch hier besteht die Möglichkeit, auf 12 Kilometer abzukürzen. Beide Etappen ergeben eine abwechslungsreiche Zwei-Tage-Tour.