Reisen in Rheinland-Pfalz Traben-Trarbach – Wasser und Wein

Idyllisch an der Mosel gelegen: Traben-Trarbach. Foto: imago/Jochen Tack/imago stock&peop/e

In Traben-Trarbach kann man den Herbst in vollen Zügen genießen – entweder in einem der vielen Spas im Ort oder ganz klassisch beim Wandern auf dem Moselsteig.

Reise: Annette Schwesig (apf)

Ist Ayurveda noch Wellness oder schon Medizin? Da gehen die Meinungen auseinander, ganz besonders in Traben-Trarbach. Das Städtchen an der Mosel ist eine kleine Berühmtheit: wegen seiner zahlreichen Jugendstilbauten, seines ausgezeichneten Rieslings, aber eben auch wegen Ayurveda, der indischen Gesundheitslehre, die vor allem in den 1990er Jahren sehr angesagt war.

 

In Traben-Trarbach befindet sich das berühmte Ayurveda Parkschlösschen, ein Fünf-Sterne-Haus, das im Jahr 2020 zum besten Ayurveda-Resort der Welt gekürt wurde. Es liegt in einem wunderschönen Park mit exotischem alten Baumbestand. Carina Preuß, die junge Tochter der Inhaberfamilie und seit einigen Jahren Geschäftsführerin des Hauses, sagt: „Das hier ist kein Wellnesstempel, sondern ein medizinisches Kurhotel.“

Tiefenreinigung für Geist und Körper

Das Herzstück ihres Haus ist die sogenannte Panchakarma-Kur – eine mindestens neuntägige Tiefenreinigung für Geist und Körper. Das heißt: kein Handy am Tisch, kein WLAN im Haus, kein Kaffee, kein Wein, dafür veganes Essen und Ingwertee. Das könnte man ja noch so einigermaßen als Wellness gelten lassen, der Knackpunkt allerdings sind die Fastentage mit medizinischen Einläufen.

Der Wellnessanteil ist dabei vermutlich eher gering. Man kann allerdings auch andere Aufenthaltsformen wählen, zum Beispiel den zweitägigen sogenannten Alltagsbreak mit Yoga, Ganzkörpermassagen und Ölanwendungen: Das ist dann Wellness vom Feinsten.

Natürlich entspannen auf dem Moselsteig

Doch in Traben-Trarbach kann man auch ganz anders und vor allem günstiger entspannen, nämlich in der Natur – am besten auf dem Moselsteig. Der 365 Kilometer lange Wanderweg führt auf seiner 13. Etappe durch Traben-Trarbach. Gleich am Anfang fordert er die Kondition der Wanderer ordentlich heraus. In steilen Serpentinen geht es hinauf zur Ruine Grevenburg. Doch die Anstrengung lohnt sich: Von hier aus hat man einen herrlichen, weiten Blick über das Flusstal und auf die zahlreichen, zierlichen Schleifen der Mosel.

Wenige Kilometer weiter liegt das winzige Bergdorf Starkenburg. Wie an einen steilen Hang geklebt, befindet sich dort das Restaurant Schöne Aussicht, das kürzlich von Anja Häckel und David Krämer komplett umgebaut und modernisiert wurde. Wie Kirsten Haag von der Tourismus-Information Traben-Trarbach erzählt, war hier immer schon ein Wirtshaus. „Aber es war sehr in die Jahre gekommen, dunkles Holz und halt die klassische Vesperkarte“, erläutert Haag.

Prinzip Restaurant ohne Koch

Mit den beiden Aussteigern Anja und David kam ein ganz neuer, frischer Wind in die gute Stube. „Unsere Karte ist zwar klein, dafür gibt es aber bei uns auch nichts aus der Dose. Das meiste ist in Bioqualität, auf jeden Fall aber aus der Region“, sagt Anja und fügt hinzu, dass das Ehepaar keinen Koch angestellt hat, sondern selbst Hand anlegt. „Es ist total schwierig, einen Koch zu finden, und so sind wir auch unabhängiger.“

Das Prinzip Restaurant ohne Koch findet sich auch im Weingut C. A. Haussmann, und zwar beim Raclette-Essen. Ob auch das dem aktuellen Fachkräftemangel geschuldet ist oder nicht – das Konzept jedenfalls kommt gut an. Zweimal pro Woche gibt es Pellkartoffeln, Raclette-Käse und verschiedene Fleischsorten, aber auch Tofu und Gemüse mundgerecht auf den Tisch gestellt. Das Pfännchen wird vom Gast selbst befüllt und zum Überbacken geht’s raus auf die Terrasse. „Unsere Gäste mögen das, es ist sehr kommunikativ und man bleibt in Bewegung“, sagt der pfiffige Manager Michael Borsch schmunzelnd.

Spa-Tag im feinen Moselschlösschen

Wem das Prinzip Essen und Trinken plus Bewegung gefällt, der kann sich einen Spa-Tag im feinen Moselschlösschen gönnen. Auch dieses Haus ist im vergangenen Jahr umfassend renoviert und erweitert worden. an kann hier einen ganzen lieben langen Tag meditieren, saunieren, einen Smoothie oder Riesling-Sekt schlürfen, Obstsalat oder Kuchen essen. Und schwimmen. Der Blick vom Außenpool über Traben-Trarbach, die Mosel und die steil ansteigenden Weinhänge ist Wellness pur.

Info: Traben-Trarbach

Anreise
Mit dem Zug über Koblenz und Bullay nach Traben-Trarbach (www.bahn.de).

Unterkunft
Direkt an der Uferpromenade gelegen ist das Jugendstil-Hotel Bellevue. Es gibt Zimmer in allen Preisklassen. Zum großzügigen Spa gelangt man je nach Gebäudetrakt auch durch einen Bademantelgang oder über die Straße. DZ/F ab 144 Euro, www.bellevue-hotel.de/. Ein paar Häuser weiter liegt das Hotel Moselschlösschen. Das Spa wurde 2021 erweitert und renoviert und bietet u. a. einen herrlichen Außenpool mit Blick ins Moseltal. Man kann auch ein Day-Spa ohne Übernachtung buchen (129 Euro für Erwachsene ab 16 Jahren). DZ/HP ab 160 Euro, www.moselschloesschen.de. Im Ayurveda Parkschlösschen kann man nur übernachten, wenn man auch an den Kurprogrammen teilnimmt. Eine neuntägige Panchakarma-Kur kostet für zwei Personen im DZ 10 875 Euro; www.ayurveda-parkschloesschen.com.

Essen und Trinken
Im alteingesessenen Weingut C. A. Haussmann kann man nicht nur Riesling und andere Moselspezialitäten kaufen, sondern sich auch mittwochs und freitags zum Raclette-Essen verabreden. Die Zutaten sind vorzüglich und werden serviert, zum Überbacken geht’s dann nach draußen auf die Terrasse; www.ca-haussmann.de. Im Rieslinggarten „Die Mosel" gibt es ausgezeichnete Weine, Schinken, Käse und Tapas; www.diemosel.wine. Das Weinhaus und Café „Schöne Aussicht“ ist nur Freitag bis Sonntag geöffnet. Freitags gibt es ab 18 Uhr den leckeren Winzerfladen; www.moselsteig-lodge.de.

Allgemeine Informationen
www.visitmosel.de; www.tourenplaner-rheinland-pfalz.de; www.rlp-tourismus.de; www.traben-trarbach.de.

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