Wer aktuell einen Urlaub in Dubai, Abu Dhabi oder einem der anderen Emirate plant oder sich bereits dort aufhält, hat jetzt große Probleme. Das Auswärtige Amt hat eine offizielle Reisewarnung für die Nahost-Region herausgegeben.
Theoretisch ist Hochsaison für einen Urlaub in Dubai, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und der Golfregion mit Saudi-Arabien, in der beliebten Winterdestination Ägypten/Hurghada, auf Zypern, in der Türkei oder gar in Israel – aber dieses Jahr mit der bangen Frage, was nun zu tun ist und ob die Heimreise überhaupt noch möglich ist. Fluggastrechte auf Entschädigung gibt es in Fällen von höherer Gewalt jedenfalls nur sehr bedingt. Eine Condor-Maschine auf dem Weg von Stuttgart nach Dubai musste am Samstagvormittag über dem Kosovo wieder umkehren. Es werden massenhaft Nahost-Flüge gecancelt und Reisewarnungen verschärft.
Seit dem frühen Samstagabend gelten offiziell Reisewarnungen des Auswärtigen Amts für die gesamte Golfregion mit Israel, Bahrain, Irak, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emirate. "Liebe Landsleute", beginnt das Auswärtige Amt ein Schreiben an die tausenden gestrandeten Deutschen in Dubai und im gesamten nahen Osten.
Evakuierung für Deutsche in Dubai und Abu Dhabi?
Bürger sollen bei Flugausfällen „immer wieder“ Angebote der Fluglinien prüfen, heißt es. Zudem sollen auch Angebote von weniger bekannten Airlines und Flüge in andere Länder in Betracht gezogen werden, falls Flughäfen zeitweise wieder geöffnet werden. Es ist laut AA unter Umständen leichter, von dort eine Weiterreise zu organisieren. Eine Lagebewertung der persönlichen Umstände will das Amt jedoch nicht für jede individuelle Situation vornehmen - und fordert zur Eigenverantwortung auf. Bisher ist noch nichts Konkretes zu möglichen Evakuierungsmaßnahmen für Deutsche in den Vereinigten Arabischen Emiraten bekannt - etwa mit Bussen Richtung Oman, wo der Airport weiter vom Iran entfernt liegt.
Dubai-Reisende selbst schuld?
Die offizielle Reisewarnung vom Auswärtigen Amt kam indes sehr spät nach den überraschenden Angriffen von USA und Israel auf Iran. Airlines und Reiseveranstalter hatten dagegen schnell reagiert und sogar Flüge auf halber Strecke zurückgeholt. Nach Aussagen von Außenminister Johann Wadephul (CDU) wollte die Bundesregierung zunächst offenbar keine allgemeine Rückholung organisieren und gestrandete Deutsche womöglich sich selbst überlassen.
Dubai-Reisende hätten sehenden Auges ein "gewisses Risiko" in Kauf genommen, so der Chef der deutschen Diplomatie, obwohl sein Ministerium im Vorfeld des Kriegs nur für Israel eine Reisewarnung veranlasst hatte. Vorrangig "Kinder, Kranke und Schwangere" will Wadephul offenbar über Maskat (Oman) oder Riad (Saudi-Arabien) ausfliegen lassen, so eine Ankündigung am Montag.
Iran-Krieg und Dubai - Feuer am Burj Al Arab
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) gelten traditionell als eines der sichersten Reiseländer der Welt. Doch die geopolitische Lage in der Nachbarschaft macht auch vor dem beliebten Urlaubsparadies nicht halt. Am berühmten Jumeirah Hotel Burj Al Arab auf einer künstlichen Insel vor Dubai geriet die Fassade durch Drohnentrümmer über mehrere Stockwerke in Brand. Berichte über dadurch möglicherweise verletzte Menschen gab es zunächst nicht. Der Wolkenkratzer Burj al Khalifa, das derzeit höchste Gebäude der Welt, wurde bislang nicht getroffen.
Am Morgen des 28. Februar haben Israel und die USA Luftschläge gegen Ziele im Iran durchgeführt, woraufhin der Iran mit Gegenangriffen auf Israel reagierte. Die Folge: Die Sicherheitslage in der gesamten Region ist derzeit äußerst volatil. Die Lufträume von Israel und Iran wurden bereits komplett gesperrt.
Die meisten Airlines - darunter die Lufthansa - fliegen auch Dubai und Abu Dhabi für mehrere Tage nicht mehr an. Der VAE-Luftraum sei "teilweise und temporär gesperrt", so das Portal "Reisen Exclusiv" zunächst. Am Samstag gegen 16.11 meldete das Fachportal aeroTelegraph dann, dass alle großen Golf-Airlines den Betrieb eingestellt hätten. Die Airports in Dubai und Abu Dhabi wurden geschlossen. Zuvor war in Medienberichten die Rede von "Rauch und Explosionen" in Dubai. Bewegtbilder zeigten auch ein brennendes Hotel.
Reisewarnung für Dubai
Eine offizielle, vollumfängliche Reisewarnung für die VAE hatte das Auswärtige Amt zunächst nicht ausgesprochen. Dennoch wurden am Samstagvormittag die Reise- und Sicherheitshinweise drastisch verschärft. Das Auswärtige Amt warnt außerdem davor, dass es bei einer weiteren Eskalation auch in den VAE zu sicherheitsrelevanten Vorfällen kommen könnte. Die emiratischen Behörden haben ihre Sicherheitsmaßnahmen, insbesondere rund um jüdische und israelische Einrichtungen, bereits spürbar erhöht.
Massive Einschränkungen im Flugverkehr
Das größte und unmittelbarste Problem für Dubai-Urlauber ist aktuell aber der Flugverkehr. Das Auswärtige Amt warnt:
- Es kann jederzeit zur Sperrung weiterer Lufträume in der Region kommen.
- Flüge in die und aus den VAE können kurzfristig storniert werden.
- Auch längerfristige Sperrungen sind ein realistisches Szenario.
Empfehlungen für Dubai-Reisende
Für Personen, die sich aktuell in den VAE aufhalten oder kurz vor dem Abflug stehen, rät das Auswärtige Amt zu folgenden Schritten:
- Flugstatus prüfen: Kontaktieren Sie umgehend Ihre Fluggesellschaft oder Ihren Reiseveranstalter, um sich über den Status Ihres Fluges zu informieren.
- ELEFAND-Liste: Registrieren Sie sich sofort auf der Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts (ELEFAND) und halten Sie Ihre Daten stets aktuell. Nur so kann die deutsche Auslandsvertretung im Notfall Kontakt aufnehmen.
- Wachsam bleiben: Seien Sie besonders an belebten Orten, bei besonderen Anlässen und rund um sensible Einrichtungen äußerst aufmerksam.
- Menschenmassen meiden: Meiden Sie Demonstrationen und größere Menschenansammlungen weiträumig.
- Informiert bleiben: Verfolgen Sie regelmäßig die lokalen und internationalen Medien und befolgen Sie strikt die Anweisungen der Behörden und Sicherheitskräfte (z. B. der nationalen Katastrophenschutzbehörde NCEMA).
Gefährliche Dubai-Reisen
Die VAE-Behörden haben ihre Sicherheitsmaßnahmen, besonders rund um jüdische und israelische Einrichtungen, erhöht. Im 12-Tage-Krieg im Juni 2025 waren auch Raketen in Richtung des benachbarten Katar geflogen, hatten aber niemanden getötet.
Auch Dubai befand sich damals in Alarmbereitschaft. Offenbar hatte es inoffizielle Vorwarnungen gegeben, um eine ganz große Eskalation in Nahost zu vermeiden. Im aktuellen Konflikt scheint die Lage gefährlicher zu sein.
Die bisherigen Erfahrungen zeigen: Bei regionalen Spannungen waren Beeinträchtigungen des Luftverkehrs zu beobachten:
- Zeitweise mussten Flughäfen ihren Betrieb einschränken oder vorübergehend einstellen
- Flüge wurden umgeleitet oder gestrichen
- Der Betrieb normalisierte sich zum Teil nach einigen Tagen wieder
Trotz Krisen erreichte der Passagierverkehr am Flughafen Dubai Ende 2025 und Anfang 2026 sogar Rekordwerte. Die VAE und Dubai haben in der Vergangenheit eine gewisse Resilienz bei regionalen Spannungen bewiesen.