Rekord-Faultier im Krefelder Zoo Ältestes Zoo-Faultier der Welt wird 51

Faultier Jan beim Essen. Das Faultier aus dem Krefelder Zoo ist laut Guinness Buch der Rekorde das älteste in Gefangenschaft lebende Faultier der Welt. Foto: --/Zoo Krefeld/dpa/--
Faultier Jan beim Essen. Das Faultier aus dem Krefelder Zoo ist laut Guinness Buch der Rekorde das älteste in Gefangenschaft lebende Faultier der Welt. Foto: --/Zoo Krefeld/dpa/--

Das älteste in Gefangenschaft lebende Faultier der Welt heißt Jan, ist bald 51 Jahre alt und hat im Krefelder Zoo seine Heimat. Am liebsten lässt es Senior Jan ruhig angehen.

Leben: Markus Brauer (mb)
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Krefeld - Faultier „Jan“, seines Zeichens ältestes Zoo-Faultier der Welt, wird an diesem Freitag (30. April) 51 Jahre alt. Es lebt seit 1986 im Krefelder Zoo und hat inzwischen einen eigenen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde- mit entsprechender Urkunde.

Jans Geburtsdatum wurde auf den 30. April 1970 festgelegt. „Aber so genau weiß es eigentlich keiner“, sagt Zoosprecherin Petra Schwinn. Das Faultier stammt nämlich noch aus freier Wildbahn und war etwa ein halbes bis ein Jahr alt, als es im Dezember 1970 zunächst in den Tierpark Hagenbeck nach Hamburg kam.

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Jan ist kein „Party animal“

Nun lebt Jan im Regenwaldhaus des Krefelder Zoos und ist ausgesprochen scheu. Das „Foto-Shooting“ für das Guinness-Buch habe mehrere Wochen in Anspruch genommen - weil Jan sich einfach nicht blicken ließ. „Er ist kamera- und menschenscheu, außerdem nachtaktiv“, erzählt Schwinn.

In seiner kleinen Gruppe von Artgenossen lässt Jan es – ganz artspezifisch – ruhig angehen. Er ernährt sich der Sprecherin zufolge von Blättern, Gemüse und Obst. „Trauben stehen bei ihm weit oben auf der Beliebtheitsskala.“ Zum Geburtstag plant der Zoo übrigens: nichts. Jan sei halt kein „Party animal“, sondern eher das genaue Gegenteil: ein Einzelgänger.

Urzeit-Faultier Paramylodon: drei Meter lang, 680 Kilo schwer

Die Vorfahren der heutigen Faultiere waren wahre Giganten. Diese Riesenfaultiere lebten vor rund 11 000 Jahren in dem Becken um Los Angeles. Die Säugetiere konnten bis zu drei Metern lang und rund 680 Kilo schwer werden. Die Bauarbeiter fanden im Juni 2017 in Los Angeles (US-Bundesstaat Kalifornien) Knochen der Urzeittiere mit Namen Paramylodon.

Die letzten Riesenfaultiere verschwanden am Ende des Erdzeitalters des Pleistozän (das vor 2,58 Millionen Jahren begann und um 9600 v. Chr. endete). Für das Ende ihres paradiesischen Lebens war nicht nur ein einschneidender Klimawandel verantwortlich, sondern auch der Mensch.

Anders als die heutigen Vertreter der Spezies war das Paramylodon ein bodenlebendes Faultier. Zahlreiche Fossilienfunde belegen, dass sie in der Spätphase des Pleistozäns in Nordamerika sehr häufig waren. Sie lebten vor allem im Süden der heutigen USA.




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