Rekorde in der Stuttgarter Wilhelma Das sind die 5 größten Tierarten in der Wilhelma

Sie sind die Größten: die Netzgiraffen. Foto: Wilhelma Stuttgart / Harald Knitter

Heute blicken wir auf die größten und schwersten Tiere im Stuttgarter Zoo. Viele von ihnen sind vor dem Aussterben bedroht und es gibt einige, die in ihrer Art Rekorde halten. An der Spitze stehen natürlich die Giraffen.

Lokales: Iris Frey (if)

Besucher der Wilhelma dürfen in dem Zoo über sage und schreibe mehr als 11000 Tiere aus aller Welt auf 30 Hektar bestaunen. Mit seinen rund 1200 Tierarten ist die Wilhelma nach dem Zoologischen Garten Berlin mit 1504 Arten der zweitartenreichste Zoo Deutschlands. Zu sehen sind in den 17 Revieren die verschiedensten Säugetiere, Fische, Vögel, Reptilien, Amphibien und Wirbellose. Ein besonderes Augenmerk wird auf den Artenerhalt gelegt. Derzeit werden in Stuttgart 58 Tierarten im Rahmen eines Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) betreut. Wir werfen einen Blick auf die fünf größten Tierarten, die in der Wilhelma zu finden sind.

 

Netzgiraffen – die Allergrößten sogar weltweit

Da geht der Blick ganz weit nach oben – bei den allergrößten Tieren, den Netzgiraffen. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Das überrascht kaum: Die Langhälse gehören zu den größten Landsäugetieren der Welt und belegen ganz klar den Spitzenplatz in der Wilhelma bei der Größenmessung: die Netzgiraffen. Die exotischen Tiere mit ihren zwei zapfenartigen Hörnern auf der Stirn, die meist mit Haut und Haarpuscheln bedeckt sind, bringen es auf eine Größe bis zum Kopf von etwa 4,20 bis 4,50 Meter. Und auch ihr Körpergewicht ist ganz stattlich: Ein Tier wiegt im Schnitt rund 600 Kilogramm. Die Netzgiraffen sind mit drei Weibchen in der Wilhelma vertreten.

Sala lebt seit dem 21. April 2021 in der Wilhelma, Nyri seit dem 20. April 2021. Die Langhälse sind in ihrer Art in Afrika bedroht. Am Weltgiraffentag am 21. Juni wurde daran erinnert. Ins Leben gerufen hat den Welt-Giraffen-Tag übrigens die „Giraffe Conservation Foundation“ (GCF), um auf die zunehmende Bedrohung der Tierart aufmerksam zu machen.

Elefanten – die Zweitgrößten und Allerschwersten

Pama und im Hintergrund Zella sind die zweitgrößten Tiere in der Wilhelma. Foto: Iris Frey

Die grauen Dickhäuter sind nicht nur schwergewichtig, sondern auch groß. Sie sind das Symboltier der Stuttgarter Wilhelma und auf sämtlichen Leitschildern in der Stadt zu sehen, die auf den Zoo verweisen. Die Elefanten stehen auf Platz zwei unter den größten Tieren der Wilhelma. Und so sehen ihre Maße aus: Die beiden asiatischen Elefantenkühe namens Pama und Zella

messen bis zur höchsten Stelle am Kopf etwa 2,65 Meter. Vom Gewicht her toppen sie alle anderen Tiere. So wiegt Pama ungefähr 3700 Kilogramm. Sie ist mit Ausnahme weniger Monate seit Mai 1968 in der Wilhelma, Zella hingegen erst seit 1972. Sie gab von 1986 bis 1988 ein Gastspiel in Zürich. Elefanten sind als Tierart stark gefährdet. Die beiden Dickhäuter werden in der alten Anlage ihren Lebensabend verbringen. Die Wilhelma plant unterdessen eine neue, größere Anlage mit asiatischen Elefanten im Bereich des heutigen Schaubauernhofs im Norden des Zoos und hofft, dass das Land die Mittel dafür freigibt. In der neuen Anlage soll dann eine ganze Elefantenherde leben und die „Krönung“ des asiatischen Bereichs bilden, auf etwa 1,5 Hektar Fläche. Die Gesamtbaukosten für die neue Elefantenwelt schätzte das Finanzministerium Ende 2022 auf rund 55 Millionen Euro. Davon seien bereits elf Millionen Euro als Planungsrate genehmigt. Für den Bau des Elefantenhauses wären demnach rund 44 Millionen Euro fällig, plus etwa sechs Millionen Euro für weitere Bauarbeiten rund um das Haus.

Trampeltiere – drittgrößte Tierart

Die Kamele stehen im Ranking der Größten an dritter Stelle. Foto: Iris Frey

Die Trampeltiere gehören zur Familie der Kamele. Diese großen Säugetiere sind in Asien verbreitet. Passend dazu beeindrucken die drei Tiere in der Wilhelma in der Nähe des asiatischen Schaubauernhofs nicht nur mit ihren großen beiden Höckern, wenn sie auf dem grünen Gas stehen. Sie zählen mit zu den größten Tieren im Stuttgarter Zoo. Hengst Genghis ist seit Februar 2020 in der Wilhelma, Chiara seit April 2017. Die weiße Stute Faya ist seit Dezember 2014 da. Von Faya gibt es die Größen- und Gewichtsangaben: Sie ist zirka 2,55 Meter hoch und wiegt stolze 800 Kilogramm. Trampeltiere stehen auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere, die von der Weltnaturschutzunion (IUCN) herausgegeben wird.

Panzernashorn – viertgrößte Art und Schwergewicht

Das Panzernashorn beim Bad, es ist die viertgrößte Tierart im Stuttgarter Zoo. Foto: Iris Frey

Nashörner sind auch ganz schön groß und schwer – und haben mitunter eine lange Geschichte. Das Panzernashorn Bruno wurde am 29. Januar 1985 in der Wilhelma geboren und ist zirka 1,90 Meter groß bis zum Kopf. Er lebte von Dezember 1987 bis April 1997 in Köln. Bruno wiegt etwa 1800 Kilogramm. Da wird ganz schön viel Wasser verdrängt, wenn er im Teich in der Außenanlage baden geht. Nashörner sind in ihrer Heimat bedroht. Das wurde auch kürzlich beim Nashorn-Tag am 22. September

deutlich. An dem Tag hielt der britische Artenschützer Jon Taylor vor Auszubildenden und anderen Mitarbeiter einen Vortrag, in dem es unter anderem um die Bedrohungen für die einzelnen Nashorn-Arten ging und darum, welche Maßnahmen die Naturschutzorganisation Save The Rhino (SRI) zusammen mit lokalen Partnern in Asien und Afrika ergreift, um zum Beispiel Wilderei und Lebensraumverlust zu bekämpfen. Zuletzt freute sich die Wilhelma über die Geburt eines Nashorn-Babys Ende September auf Sumatra im Rahmen des Artenschutz-Programms.

Deutschlands größtes Krokodil und fünftgrößtes Exemplar in Stuttgart

Frederick ist Deutschlands größtes Leistenkrokodil. Foto: Iris Frey

Wer ins Aquarium geht, kann den Zugang zur Krokodilhalle kaum verfehlen. Der weiße, skelettierte Krokodilkopf mit seinen beeindruckend scharfen Zähnen am Eingang verweist darauf, bevor es durch den Netzvorhang in die Halle geht. Hier sind von der Brücke aus die gefährlichen und größten heute lebenden Leistenkrokodile zu sehen, die im Übrigen nicht bedroht sind. Vornean auf der Liste der Rekorde steht Frederick: Das Leistenkrokodil ist an seiner dunklen Hautfarbe erkennbar. Es misst stolze 4,35 Meter Länge und ist nach Angaben der Wilhelma Deutschlands größtes Krokodil. Er ist ein Schwergewicht, weil er rund 600 Kilogramm auf die Waage bringt. Das andere Leistenkrokodil, das weiße Weibchen namens Tong, lebt seit Februar 2006 in der Wilhelma. Frederick ist erst seit März 2019 in Stuttgart.

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