Rekordzahlen bei Studenten im Kreis Ludwigsburg Studenten zieht es in Scharen in die Region

Von Claudia Bell 

Nach der Schule kommt für viele Akademiker der Schritt an die Hochschule. Manche schaffen den Sprung spielend, manche müssen einige Hürden wie etwa den Numerus Clausus überwinden. So viele Erstsemester wie in diesem Herbst hatte Ludwigsburg aber noch nie.

Die Pädagogische Hochschule in Ludwigsburg ist bei Studenten beliebt –  hier werden die künftigen Lehrer und Erzieher ausgebildet Foto: factum/Archiv
Die Pädagogische Hochschule in Ludwigsburg ist bei Studenten beliebt – hier werden die künftigen Lehrer und Erzieher ausgebildet Foto: factum/Archiv

Ludwigsburg - Verlässlich wiederholt sich die Nachricht seit einigen Jahren: Die Pädagogische Hochschule (PH) in Ludwigsburg verzeichnet zu Semesterbeginn einen Ansturm auf ihre Studienplätze. „Mit etwa 5800 Studenten hat sich ihre Gesamtzahl erneut erhöht und einen Höchststand erreicht“, teilte die größte Pädagogische Hochschule Baden-Württembergs mit.

Zum Wintersemester haben 1142 Studenten das Studium begonnen, 170 mehr als vor einem Jahr. Besonders begehrt sind die Plätze für ein Lehramt: Mehr als die Hälfte aller Erstsemestler (733 Studenten) haben offenbar den Plan, einmal vor einer Klasse voller Schüler zu stehen. Genau 231 Studenten interessieren sich für die Bachelorstudiengänge Frühkindliche Bildung und Erziehung, was im Kindergarten gefragt ist. Weil sich 4600 Bewerber für die Studienfächer beworben haben, wurden die Lehrangebote nach speziellen Kriterien vergeben – dabei kamen den Aspiranten eine hohe Punktzahl beim Abitur und ihr soziales Engagements zu Gute.

Rekordzahlen in Ludwigsburg

Auch die Evangelische Hochschule (EH) in Ludwigsburg verzeichnet einen Anstieg der Studentenzahlen. Knapp 300 Bewerber haben zum Wintersemester 2017/18 ihr Studium aufgenommen, das sind etwa 40 mehr als im Vorjahr. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Fächern Frühkindliche Bildung (68) und Soziale Arbeit (67).

Genau 2767 Studenten sind an der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen (HVF) in der Barockstadt eingeschrieben, das sind 100 mehr als im Sommersemester. In den vergangenen sieben Jahren verzeichnete die HVF einen Anstieg von 1000 Studenten.

Beste Jobaussichten für Betriebswirtschaftler

Zur Situation an den Hochschulen außerhalb von Ludwigsburg: Nach Nürtingen-Geislingen zieht es viele Schulabgänger wegen des Fachs Betriebswirtschaftslehre (BWL). Sie bildet den Schwerpunkt an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU). In diesem Fach sind seit diesem Semester fast 950 Studenten eingeschrieben. Jeweils rund 250 Studenten lassen sich in den Bachelor-Studiengängen Landschaftsarchitektur, Agrarwirtschaft, Kunsttherapie und Pferdewirtschaft ausbilden. Dass sich so viele junge Menschen für BWL interessieren, wundert den Studiendekan nicht. „Mit einem abgeschlossenen BWL-Studium muss man sich schon Mühe geben, um arbeitslos zu werden“, sagt Dirk Funck. Der Arbeitsmarkt sei derzeit sehr entspannt. Die Tendenz vergangener Jahre, wonach jeder „BWLer“ zwingend Karriere machen und nur noch arbeiten wolle, habe sich verschoben. „Die Work-Life-Balance ist den jungen Menschen heute wichtiger, die Arbeit steht nicht mehr im Vordergrund.“ Gleichzeitig biete sich den Betriebswirtschaftlern ein breites Jobangebot, etwa in den Bereichen Marketing, Vertrieb oder Einkauf.

Um einen der begehrten BWL-Plätze an der HfWU zu ergattern, muss man allerdings einiges tun. Zwar gibt es hier keinen Numerus Clausus (NC), ein gutes Abitur ist nach Funcks Angaben dennoch entscheidend, ob ein Bewerber zum Zug kommt. Allerdings haben an der HfWU auch Abiturienten mit einem schlechteren Zeugnis eine Chance: „Sie können sich vor einem Gremium bewähren und ihre Situation durch Gespräche und dem Nachweis entsprechender Kompetenzen verbessern und noch einen Platz bekommen“, sagt Funck.

NC von 2,3 für Forstwirtschaft

Einen NC von 2,3 hingegen gibt es an der Hochschule für Forstwirtschaft (HFR) in Rottenburg. In diesem Wintersemester seien es 265 Studenten, die neu angefangen hätten – auf diese Plätze hatten sich 1345 Interessenten beworben, berichtet die Hochschulsprecherin Petra Martin-Jacob. Insgesamt studieren an der HFR 1039 junge Menschen, die Frauenquote liegt bei etwa 30 Prozent. Wer sich für den Beruf des Försters interessiere, habe in der Zukunft ausgezeichnete Berufsaussichten. „Jobs wird es genügend geben, weil derzeit ein Generationenwechsel bei den Förstern stattfindet“, betont sie.

Auch die Studienplätze an der Hochschule Mannheim sind weiterhin begehrt – insgesamt sind 8531 Bewerbungen für das Wintersemester 2017/18 an der Hochschule eingegangen. Davon entfielen 7248 Bewerbungen auf die Bachelorstudiengänge und 1283 auf den Masterbereich. Im Wintersemester stehen 1021 Anfängerplätze in den 32 Bachelor- und Masterstudiengängen zur Verfügung.




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