InterviewRektor der Merz-Akademie in Stuttgart „Ich übergebe eine geordnete Hochschule“

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Markus Merz steigt vorzeitig als Rektor der Merz-Akademie aus. Jetzt wird für die private Stuttgarter Hochschule mit Schwerpunkt auf Film, neue Medien und visuelle Kommunikation ein Nachfolger gesucht. Wir haben mit Merz gesprochen.

Markus Merz  will das Profil des Merz-Gesamtunternehmens schärfen. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Markus Merz will das Profil des Merz-Gesamtunternehmens schärfen. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Stuttgart - Im pädagogischen Gesamtbetrieb Merz stehen Veränderungen an. Markus Merz, der 34 Jahre lang das Konzept der gleichnamigen Akademie und Hochschule geprägt hat, will sich künftig auf seine Arbeit in der Merz-Holding konzentrieren. Mit der StZ sprach der 63-Jährige über die Gründe für diesen Schritt.
Herr Merz, Sie wollen als Rektor der Merz-Akademie zurücktreten. Warum?
Ich sehe das nicht als Rücktritt. Sondern ich möchte meine Amtszeit nicht erst zum 100-jährigen Jubiläum des Gesamtwerks Merz 2018 beenden, sondern vorher. Ich möchte das in Ruhe übergeben, nicht in einer Abschiedssituation, sondern in einer Aufbruchsstimmung. Es ist eine erfolgreiche Hochschule, die ich nun gut geordnet in andere Hände geben kann. Gäbe es eine Krise, würde ich nicht gehen.
Sie sind seit 34 Jahren Rektor. Wie ist Ihre Amtszeit befristet?
Die war zunächst nicht befristet. Eine solche Konstruktion war aber nicht mehr zeitgemäß, allein wegen der erforderlichen Trennung zwischen dem Träger – der Merz-Holding – und dem akademischen Bereich der Hochschule. 2014 habe ich mich zur Wahl gestellt und bin einstimmig für weitere acht Jahre gewählt worden. Das will ich aber nicht ganz ausschöpfen.
Welche Aufgaben werden Sie künftig übernehmen?
Unser pädagogisches Gesamtwerk vom Kindergarten über Grundschule, Gymnasium, Vollinternate und Tagesinternate bis zur Hochschule braucht auch eine Gesamtleitung, die sich um die weitere Profilierung all unserer Einrichtungen und ihre künftige Ausrichtung auf weitere Aufgabenfelder kümmert. Diese Aufgabe liegt mir sehr am Herzen und ich will mich ihr gern stellen. Und das gibt auch Gelegenheit für einen Generationswechsel an der Akademie. Etwa zeitgleich mit mir gehen auch einige Kollegen, die mit mir angefangen haben, das schafft neue Spielräume. Um die Geschäftsführung der Merz-Akademie werde ich mich weiter kümmern.
Wie funktioniert die Gesamtkonstruktion Merz künftig? Haben Sie dann als Holding-Chef das Sagen?
Es sind alles gemeinnützige Einrichtungen, auch die Merz-Holding als Dachgesellschaft. Und alle sind den Grundprinzipien der Pädagogik von Albrecht Leo Merz verpflichtet: der Verbindung von Kopf- und Handarbeit, der Erziehung zum selbstständig denkenden und handelnden Menschen, natürlich mit immer wieder aktualisierten Leitbildern.
Haben Sie künftig das Sagen?
Ja, gemeinsam mit meinem Bruder Konstantin, der auch Rektor und Geschäftsführer von Schule und Internat ist – für das Gesamtwerk sind wir beide verantwortlich.
Welche strategischen Ziele planen Sie als Geschäftsführer der Holding? Sind Änderungen notwendig?
Ich möchte das Profil des pädagogischen Gesamtwerks schärfen, das noch immer auf der Reformpädagogik basiert. Das Angebot in Schule und Internat soll noch besser werden und das Thema neue Medien in der Ausbildung muss überdacht und neu bewertet werden. Es gibt immer viel zu tun, wenn pädagogische Einrichtungen zukunftsfähig bleiben wollen.

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