Rems-Murr-Klinik Schorndorf Mehr Zeit für Notfallpatienten

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Die Notfallaufnahme in der Schorndorfer Klinik ist um eine Station erweitert worden, in der Patienten bis zu 24 Stunden überwacht und behandelt werden können. Und das soll längst nicht die einzige Neuerung in diesem Jahr bleiben.

In fünf Doppelzimmern können Patienten nach der Notaufnahme kurzfristig betreut werden. Foto: Gottfried Stoppel
In fünf Doppelzimmern können Patienten nach der Notaufnahme kurzfristig betreut werden. Foto: Gottfried Stoppel

Schorndorf - Beim Weg von ihrem Zimmer in den Aufenthaltsraum des Seniorenheims im Remstal muss es passiert sein. Wahrscheinlich hat kurzfristig der Kreislauf versagt. Jedenfalls ist Monika Schmidt, 87, plötzlich zu Boden gesackt und dabei der Beule nach zu urteilen auch auf den Hinterkopf gefallen. Eine Pflegerin, die sie im Flur entdeckte, alarmierte sofort den Rettungsdienst, der die Frau, die wieder bei Bewusstsein war, aber über starke Kopfschmerzen klagte, sofort ins Schorndorfer Krankenhaus brachte. Dort ist sie in der Notaufnahme von verschiedenen Ärzten untersucht worden, die nichts Gravierendes festgestellt haben, die Dame aber zur Sicherheit lieber eine Nacht lang beobachten lassen würden.

Bis zu 24 Stunden lang gut betreut und überwacht

Im Schorndorfer Rems-Murr-Klinikum ist das jetzt kein Problem mehr. Dort steht für Patienten wie Monika Schmidt – die zwar nur ein konstruiertes theoretisches Beispiel, aber ein in der Praxis durchaus häufig vorkommender Fall ist – seit neustem eine spezielle Aufnahmestation zur Verfügung. Bis zu 24 Stunden lang können dort Menschen, bei denen noch unklar ist, ob sie weiterer Hilfe bedürfen, betreut, überwacht und behandelt werden. Die Klinik hat unter der Regie von Dr. Angela Rothermel direkt in der Notaufnahme fünf entsprechende, an eine zentrale Überwachungseinheit angeschlossene Doppelzimmer eingerichtet.

Früher, sagt die Leitende Ärztin der Interdisziplinären Notaufnahme und Aufnahmestation, hätte man nur zwei Möglichkeiten gehabt: Den Patienten wieder nach Hause zu schicken oder ihn hochaufwendig stationär aufzunehmen. Jetzt könne man sich für diese Entscheidung mehr Zeit nehmen, beobachten, wie der Patient auf Medikamente oder andere erste Maßnahmen anspreche, weitere Spezialisten hinzuziehen.

Von der neuen Kurzzeit-Station profitierten nicht nur die Patienten, die medizinisch und pflegerisch hervorragend betreut würden, sondern auch die gesamte Notfallaufnahme, so Rothermel. Denn diese – allein im vergangenen Jahr wurden hier 24 500 Fälle bearbeitet – werde dadurch ebenso entlastet wie die Normal-Betten-Stationen.

Landrat: Standort unverzichtbar machen

Für den Landrat und Aufsichtsratsvorsitzenden der Rems-Murr-Kliniken, Richard Sigel, ist mit der Eröffnung der Aufnahmestation, die am Montagnachmittag mit einem kleinen Empfang gefeiert wurde, auch ein weiteres Puzzlestück gesetzt worden, um den Standort unverzichtbar zu machen. Mit weiteren Investitionen, über die der Kreistag Anfang März in einer Klausurtagung beraten will, wolle man nicht nur das Angebot der Gesundheitsversorgung im Kreis weiter verbessern, sondern auch „sicherstellen, dass das Schorndorfer Krankenhaus dauerhaft erhalten bleibt“. Ohne Details zu nennen, kündigte der Geschäftsführer Marc Nickel weitere Maßnahmen an, die es der Klinik ermöglichen sollen „von der Liga der Grund- und Regelversorgung in die erweiterte Notfallversorgung aufzusteigen“. Die Aufnahmestation sei nur „einer von vielen Bausteinen, die in diesem Jahr gesetzt werden sollen“.

Für den Fall Monika Schmidt könnte der aktuelle Baustein indes Folgendes bedeuten: Nach 24 Stunden sind nicht nur die Kopfschmerzen der betagten, aber rüstigen Dame fast vollständig verschwunden. Die Ärzte sind jetzt auch sicher, dass sich nach dem Sturz in ihrem Kopf kein Blutgerinsel gebildet hat, sodass sie die Frau ihrerseits ohne Bauchschmerzen direkt von der Notfall-Aufnahmestation ins Seniorenheim entlassen können.