Die Rems-Murr-Kliniken können ihr Vorhaben, in Schorndorf einen auf 122 Millionen Euro taxierten Funktionsneubau zu errichten, in dem unter anderem eine zentrale Notaufnahme untergebracht werden soll, starten. 60 Prozent der Kosten sind jedenfalls gedeckt. Diesen Anteil wird das Land Baden-Württemberg übernehmen.
Symbolischer Scheck vom Minister persönlich
Das ist nun nicht mehr nur eine lose Zusage, sondern mit einem symbolischen Akt besiegelt. Landesgesundheitsminister Manfred Lucha hat einen entsprechenden Förderbescheid am Montag persönlich in der Klinik an der Schlichtener Straße übergeben.
Auch in krisengeschüttelten Zeiten seien Investitionen notwendig, um den Anforderungen einer bedarfsgerechten und modernen medizinischen Versorgung gerecht zu werden, sagte Lucha beim Vor-Ort-Termin in Schorndorf, „das Geld des Landes – stolze 73 Millionen Euro – ist gut angelegt“.
„Die hohe Förderquote zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagte der Landrat und Aufsichtsratsvorsitzende der Kliniken, Richard Sigel. Und sie unterstreiche, dass die Schorndorfer Klinik einen festen Platz in der Krankenhauslandschaft in Baden-Württemberg habe. Der Neubau werde die Gesundheitsversorgung der Menschen im Rems-Murr-Kreis und darüber hinaus weiter verbessern und den Standort Schorndorf fit für die Zukunft machen. Siegel zu Lucha gewandt: „Ich kann Ihnen versichern: Das ist gut investiertes Geld.“
Intensivstation und ein großer neuer OP-Trakt
„Mit dem Funktionsbau als Herzstück werden wir die medizinische Versorgung in allen Bereichen weiter verbessern“, versprach der Klinikgeschäftsführer André Mertel. Unter anderem sollen auf dem bestehenden Gelände in Schorndorf eine komplett neue Intensivstation und ein großer neuer OP-Trakt entstehen. Die Patienten profitierten in Zukunft nicht nur von verbesserten Abläufen in der Patientenaufnahme, sondern auch von einem effizienten Konzept für die neue zentrale Notaufnahme und neuen Kreißsälen, so der Geschäftsführer.
Im Erdgeschoss werde modernste Medizintechnik mit Endoskopie, Herzkatheterlabor, Radiologie (inklusive Magnetresonanztomografie, Computertomografie, Angiografie) zum Einsatz kommen sowie eine zentrale Aufnahme- und Überwachungsstation eingerichtet werden.
Bauzeit drei bis vier Jahre
Im ersten Obergeschoss sind eine Intensivstation mit einem Intermediate-Care-Bereich, einer Behandlungsstufe zwischen Intensivmedizin und Normalstation, sowie eine sogenannte Stroke-Unit zur Schlaganfallversorgung mit insgesamt 28 Betten geplant. Zudem soll dort eine Infektionsstation mit zehn Betten aufgebaut werden. Im zweiten Obergeschoss entstehen neue Operations- und Behandlungsräume mit acht OP-Sälen und drei Kreißsälen. Das bereits bestehende Herzkatheterlabor und der Anfang dieses Jahres in Betrieb genommene Magnetresonanztomograf (MRT) könnten dann in den Neubau umziehen.
Die Vorarbeiten seien bereits in vollem Gange. In einem nächsten Schritt sollen dann die Baustelle eingerichtet und die Baugrube ausgehoben werden. Für die Bauzeit sind allerdings drei bis vier Jahre eingeplant. Erste medizinische Behandlungen in dem neuen Gebäude könnte es demnach frühestens im Jahr 2026 geben.