Rems-Murr-Kliniken Ausbaupläne für Schorndorf und Winnenden

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Die Rems-Murr-Kliniken planen, die Standorte in Schorndorf und Winnenden um neue Gebäude zu erweitern und zu modernisieren. In Winnenden könnte mit den Bauarbeiten bereits in einem Jahr begonnen werden.

Im bisherigen Garten soll der  neue Funktionsbau der Schorndorfer Klinik entstehen. Foto: Gottfried Stoppel
Im bisherigen Garten soll der neue Funktionsbau der Schorndorfer Klinik entstehen. Foto: Gottfried Stoppel

Schorndorf/Winnenden - Wenn alles nach Plan läuft, dann wird sich in den Rems-Murr-Kliniken in Winnenden und Schorndorf sowohl quantitativ als auch qualitativ einiges tun. „Wir wollen, dass die Kliniken zukunftsfähig bleiben und dass die Menschen dauerhaft im Landkreis versorgt werden können“, sagt der Landrat Richard Sigel. Um diese Ziele zu erreichen, solle in den kommenden Jahren eine dreistellige Millionensumme in die Standorte investiert werden.

Der Funktionsbau in Schorndorf soll komplett neu gebaut werden

Am Standort Schorndorf soll das Herzstück des dortigen Krankenhauses erneuert werden. Der 50 Jahre alte Funktionsbau habe zwar eine schöne Fassade, „aber der Kern ist sanierungsbedürftig“, erläutert Marc Nickel, der Geschäftsführer der Rems-Murr-Kliniken. Deswegen soll im Garten neben dem Gesundheitszentrum ein neuer Funktionsbau entstehen – in welchen unter anderem Notaufnahme, Intensivstation, Operationssäle und Geburtshilfe samt neuer Technik einziehen sollen.

Das Gebäude wird vermutlich rund 84 Millionen Euro kosten, wie hoch die Förderung durch das Land sein wird, kann heute noch keiner sagen. „Wir wollen damit eine erweiterte Notfallversorgung leisten können“, sagt Marc Nickel. Derzeit würden die Förderanträge vorbereitet – falls der Kreistag im kommenden Jahr den Baubeschluss fällt, könnte der Baustart im Frühjahr 2022 erfolgen. „Wir werden aber erst beschließen, wenn Förderzusagen da sind“, sagt Richard Sigel. Da habe man aus der Vergangenheit gelernt.

Krankenhaus Schorndorf: Zwei weitere Bauabschnitte angedacht

Sollte der Kreistag den zweiten Bauabschnitt beschließen, könnte der nicht mehr benötigte Funktionsbau in einen neuen Bettenbau umgestaltet werden. Allerdings sind keine zusätzlichen Kapazitäten geplant, vielmehr sollen die vorhandenen Drei-Bett-Zimmer in Zwei-Bett-Zimmer umgewandelt werden. Die beiden weiteren Bettenhäuser könnten in einem dritten Schritt saniert werden. „Wir wollen aber, dass der Kreistag auf Sichtweite aktiv werden kann, deswegen ist der Gesamtplan aufgeteilt“, erläutert Nickel.

Baubeginn der Klinikerweiterung in Winnenden im Frühjahr 2021?

Konkreter ist dagegen die Erweiterung am Standort Winnenden, die dafür sorgen soll, dass es zu weniger Engpässen bei der Belegung kommt. Start der Arbeiten könnte bei einem Förderbescheid sowie einem Baubeschluss im Herbst bereits im kommenden Frühjahr sein. Das fünfstöckige Gebäude würde zwischen Verwaltungsbau und Klinik entstehen, dort wo heute ein Interimsparkplatz eingerichtet ist: „Das ist auch der einzige Platz, den es für eine Erweiterung gibt“, räumt Landrat Sigel ein. Deswegen sei ein ganzes Stockwerk als Ausbaureserve geplant.

Insgesamt 86 weitere Betten in Winnenden geplant

Zudem sollen 41 Betten einer Normalstation, 18 Betten einer Wahlleistungsstation sowie 21 Betten einer Kurzzeitpflege Platz finden. Ins Erdgeschoss könnte zudem eine große Arztpraxis, möglicherweise ein medizinisches Versorgungszentrum einziehen. Insgesamt 34 Millionen Euro werden für den Bau veranschlagt. Förderfähig ist nur die Normalstation, der Antrag ist beim Land eingereicht.

Im Grunde sind die Baupläne eine logische Folge der neuen Medizinkonzeption, die der Kreistag vor drei Jahren für die Rems-Murr-Kliniken beschlossen hat. Der Erfolg schlage sich in 26 Prozent mehr Patienten, 41 Prozent mehr Leistungen – und einem sinkenden Kostenzuschuss durch den Rems-Murr-Kreis nieder. „Als wir vor fünf Jahren angefangen haben, musste der Landkreis ein Defizit von 30 Millionen im Jahr ausgleichen, mittlerweile sind wir bei der Hälfte“, sagt der Landrat. Trotz der großen Investitionen soll sich der Zuschussbedarf bis 2024 in einem Korridor zwischen fünf und zehn Millionen Euro bewegen. „Alle Kosten sind eingeplant“, sagt Marc Nickel.