Rems-Murr-Kreis Der beste Freund und der Briefträger

Von anc 

In Backnang haben 16 Zusteller der Post bei einem Hundetraining erfahren, wie sie am besten mit angriffslustigen Vierbeinern umgehen sollten.

Wenn ein Hund so aussieht, empfiehlt sich ein „geordneter Rückzug“. Foto: Horst Rudel
Wenn ein Hund so aussieht, empfiehlt sich ein „geordneter Rückzug“. Foto: Horst Rudel

Backnang - Der beste Therapeut für von Hundeangst geplagte Briefträger ist gestern wohl Jago gewesen. Doch der kam erst ganz zum Schluss. Begonnen hat das von der Deutschen Post und der Unfallkasse Post und Telekom (UKPT) organisierte Hundetraining für Postboten mit einem theoretischen Teil im Zustellstützpunkt Backnang. 16 Zustellerinnen und Zusteller sind gekommen, um sich „praxisbezogene Tipps und Tricks für das Verhalten gegenüber angriffslustigen Hunden“ von einem Diensthundeausbilder der Polizei geben zu lassen. Der Mann, der nicht namentlich in der Zeitung erscheinen will, kennt sich mit aggressiven Hunden aus – schließlich hat er selbst einen solchen als Polizeidiensthund: Jack. Der sechs Jahre alte Belgische Schäferhund „beißt volle Kanne zu“, versichert das Herrchen, schiebt aber gleich nach, dass die meisten Hunde da anders seien: „Bei blanker Haut zwicken sie nur.“

So mancher im Publikum hat schon unerfreuliche Erfahrungen mit Hunden gemacht – etwa der Postbote, der auf einem Hof die Briefe zustellen wollte. „Der Hund kam aus der Scheune, ohne dass ich ihn gesehen habe, hat mich von hinten angestupst und in der nächsten Sekunde war es geschehen.“ Ein „ganz blöder Fall“ bestätigt der badische Ausbilder, der für Begegnungen, die Auge in Auge verlaufen, rät, auf die Körperhaltung des Vierbeiners zu achten: „Hunde kommunizieren ständig.“

Wer ihre Sprache versteht, weiß also, wann er Vorsicht walten lassen muss. Steht der Hund locker da und lässt seine Ohren spielen, dann ist er entspannt. Hat er die Lefzen hochgezogen, so dass die Zähne zu sehen sind, und trägt dabei das Nackenfell in Irokesenmanier, dann ist eher Rückzug geboten. Der wiederum sollte „geordnet und mit gezieltem Einsatz der Stimme“, also beruhigenden Worten, erfolgen. Hektische Bewegungen sind nicht empfehlenswert, ebenso wenig Davonrennen, Gebrüll und intensives Starren. „Das ist für Hunde die größte Provokation überhaupt.“