Rems-Murr-Kreis Sechs Kommunen wählen einen Rathauschef
In Backnang wird im März ein Nachfolger für Frank Nopper gesucht. Aber auch in anderen Rathäusern des Rems-Murr-Kreises stehen große Veränderungen an.
In Backnang wird im März ein Nachfolger für Frank Nopper gesucht. Aber auch in anderen Rathäusern des Rems-Murr-Kreises stehen große Veränderungen an.
Rems-Murr-Kreis - Ein Verwaltungschef wechselt in die Landeshauptstadt, zwei hören vorzeitig auf, von dreien läuft die Amtszeit regulär aus: In mindestens sechs Rathäuser im Rems-Murr-Kreis kommt in diesem Jahr Bewegung rein. Gleich in zwei großen Kreisstädten sind Oberbürgermeisterposten zu besetzen – in zumindest einem Fall ganz sicher neu.
Den Auftakt macht am 21. Februar Allmersbach im Tal. Eigentlich wäre Ralf Wörner (parteilos), der im Rathaus der 4600-Seelen-Gemeinde bereits seit 22 Jahren regiert, noch für zwei weitere Jahre legitimiert. Doch der 63-Jährige hat im Oktober signalisiert, auf April seine Pension beantragen zu wollen. Wörner war zuletzt im Februar 2015 mit 93,5 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt worden. Wer in seine Fußstapfen treten könnte, ist keine zwei Monate vor dem Wahltermin noch ungewiss. Kandidaten haben noch nicht öffentlich den Finger gereckt.
Das ist im Fall von Backnang und Auenwald anders. Beide Kommunen haben die Wahl ihrer Verwaltungschefs auf den Tag gelegt, an dem ohnehin wegen der Landtagswahl zu den Urnen gerufen wird, also auf den 21. März.
In Auenwald hat sich der amtierende Schultes gewissermaßen die Poleposition gesichert. Weil er seine Wahlunterlagen als Erster eingereicht hat, wird Karl Ostfalk ganz oben auf dem Zettel stehen. Der 62-Jährige, der auch für die Freien Wähler im Kreistag sitzt, hat bereits zwei Amtsperioden in der 6700 Einwohner zählenden Gemeinde hinter sich. Zuletzt wurde er mit 81,1 Prozent der Stimmen gewählt, bei immerhin zwei Gegenkandidaten. Bisher hat noch kein weiterer Bewerber seinen Hut in den Ring geworfen.
In Backnang sind es hingegen schon zwei Bewerber. Als Erster hat Maximilian Friedrich (Freie Wähler) angekündigt, Oberbürgermeister in Backnang werden zu wollen. Friedrich war zwar erst im Juni als einziger Kandidat mit immerhin fast 96 Prozent der Stimmen als Rathauschef in Berglen bestätigt worden. Doch der 33-Jährige – vor acht Jahren jüngster Schultes Deutschlands – betont, dass ihn der Posten in der Großen Kreisstadt noch mehr reize. Auch Jörg Bauer hat seine Unterlagen in den Rathaus-Briefkasten der Murrstadt eingeworfen. Der Bauunternehmer ist 2019 über das Bürgerforum in den Backnanger Gemeinderat nachgerückt – für seinen Vater Alfred Bauer, ebenfalls Bauunternehmer und über Jahre hinweg streitbarer Stadtrat. Beobachter der örtlichen Politikszene gehen allerdings davon aus, dass es nicht bei zwei Bewerbern bleiben wird. Bis 18. Februar läuft die Bewerbungsfrist noch. Der Rathaussessel wird bekanntlich frei, weil Frank Nopper nach mehr als 18 Jahren in gleicher Funktion in die Landeshauptstadt wechselt.
Ähnlich wie in Allmerbach ist die Situation in Plüderhausen. Obwohl dann noch für fünf Jahre gewählt, will Andreas Schaffer (CDU) im Frühsommer in den Ruhestand gehen. Das hat der heute 66-Jährige bereits bei seiner Wiederwahl im Jahr 2018 angekündigt. Es war seine vierte Wahl in der 9600 Einwohner zählenden Kommune. Schaffer ist seit 34 Jahren Schultes und damit der dienstälteste im Rems-Murr-Kreis. Die Wahl seines Nachfolgers soll im April oder Mai über die Bühne gehen. Einen genauen Termin gibt es noch nicht – und auch noch keinen Bewerber.
Ebenfalls noch nicht terminiert sind die Neuwahlen in Kaisersbach und Waiblingen. Weil die Amtszeiten von Katja Müller und Andreas Hesky Ende Januar und Mitte März 2022 auslaufen, werden die Neuwahlen allerdings wohl Ende dieses Jahres stattfinden. Der 56-jährige Hesky (Freie Wähler) war im Dezember 2013 zum zweiten Mal gewählt worden und hatte – ohne Gegenkandidaten – 97,7 Prozent der Stimmen erhalten. Die 47-jährige Katja Müller (Freie Wähler) war im gleichen Jahr im Oktober mit 54,2 Prozent der Stimmen trotz sechs weiterer Kandidaten überraschend schon im ersten Wahlgang in ihre erste Amtszeit gewählt worden.
Während Andreas Hesky auf die Nachfrage, ob mit seiner erneuten Kandidatur zu rechnen sei, so antwortet: „Man muss und darf mit allem rechnen, auch mit meiner Kandidatur – schließlich ist Waiblingen eine großartige Stadt“, vertröstete Müller Ende 2020 mit den Worten: „Die Antwort auf Ihre Frage erhalten Sie, wie alle anderen auch, im neuen Jahr.“