Teure Tankfüllung: Der massive Preisanstieg beim Sprit macht sich auch bei Autofahrern im Rems-Murr-Kreis im Geldbeutel bemerkbar. Foto: Sven Hoppe/dpa
Durch den Krieg im Nahen Osten sind auch die Kraftstoffpreise im Rems-Murr-Kreis explodiert. Wo können Autofahrer aktuell noch günstig tanken? Wir haben die Preise in Echtzeit.
Der Preis für einen Liter Diesel liegt vielerorts weit über der Zwei-Euro-Marke, auch fürs Super-Benzin werden an den meisten Zapfsäulen gut 30 Cent mehr verlangt als noch vor einer Woche. Auslöser des massiven Anstiegs ist der Krieg im Nahen Osten – der militärische Konflikt hat die Spritpreise europaweit explodieren lassen.
Auch im Rems-Murr-Kreis müssen Autofahrer für den Kraftstoff deshalb deutlich tiefer in die Tasche greifen als vor dem amerikanisch-israelischen Angriff auf den Iran. Um so mehr lohnt sich vor der Einfahrt in die nächste Tankstelle ein Blick auf die aktuellen Vergleichstabellen. Wo lässt sich aktuell am günstigsten tanken? Und wo kosten Super, Diesel und E10 am meisten? Wir haben die Preise in Echtzeit.
Die Explosion der Kraftstoff-Kosten löst bei Dieselfahrern einen Schock aus
Denn rund um Waiblingen gibt es aktuell keine einzige Tankstelle, die ihren Sprit noch zu dem Preis abgibt, zu dem der Kraftstoff in den unterirdischen Tank geflossen ist. Günstigster Anbieter beim Super-Benzin war am Donnerstag noch die Supermarkt-Tankstelle in der Ruhrstraße in Waiblingen, die für den Liter Super nach dem Durchrauschen des Berufsverkehrs 1,96 Euro aufgerufen hat.
Am Freitag um die Mittagszeit liegt mit 1,97 Euro im Acht-Kilometer-Radius um die Kreishauptstadt die Agip-Tankstelle in der Schorndorfer Straße in Weinstadt am niedrigsten, dicht gefolgt von Pinoil in Korb mit 1,98 Euro und Avia in Rommelshausen mit 1,99 Euro. Exakt diese drei Tankstellen haben in der Momentaufnahme auch beim E 10 die Nase vorn – mit 1,91 Euro, 1,92 Euro und 1,94 Euro.
Anders ist die Reihenfolge beim Zieleinlauf beim Diesel. Günstiger als die 2,04 Euro, die bei der Avia-Tankstelle in Rommelshausen am Freitag bezahlt werden müssen, ist der Kraftstoff rund um Waiblingen nicht erhältlich – ein Schock für die Fans von selbstzündenden Kolbenmotoren. Noch mal deutlich teurer wird es für Diesel-Fahrer bei der Aral-Tankstelle an der alten B 14 in Waiblingen. 2,16 Euro will die Mineralölkette für den Liter haben.
Wer einen 80-Liter-Tank füllt, muss mit einem Preisunterschied von fast zehn Euro rechnen – kein Wunder, dass sich erregte Autofahrer lauthals über die Abzocke der Kraftstoff-Konzerne beklagen. Wichtigster Preistreiber ist die Sperrung der Straße von Hormus für den Schiffsverkehr. Die Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman, einzige Verbindung des persischen Golfs mit den Weltmeeren, wird in Friedenszeiten von mehr als einem Viertel der globalen Öltransporte passiert.
Durch den eingeschränkten Schiffsverkehr fällt eine wichtige Quelle weg – was die Preise für eine Tankfüllung in die Höhe schießen lässt. Die militärischen Auseinandersetzungen haben große Reedereien zum Rückzug bewogen, was zu einer massiven Verknappung führt. Der Brent-Ölpreis stieg innerhalb weniger Tage von 72 auf über 85 US-Dollar pro Barrel – ein Plus von über 18 Prozent.
Für die deutschen Verbraucher bedeutet der Anstieg, dass die Kosten an der Zapfsäule fast das Niveau von September 2022 erreicht haben. Zwar fehlen noch knapp 20 Cent zu den damals durch den vom Ukraine-Krieg befeuerten Rekordwerten aus. Mit Preisen um die zwei Euro pro Liter sind die Spitzenpreise aber fast erreicht.
Allerdings: Die Preise für Sprit ändern sich auch im Rems-Murr-Kreis ständig. Aktuelle Entwicklungen für Benzin und Diesel können Sie unserer Tabelle entnehmen. Generell rät beispielsweise der Verkehrsclub ADAC, die Morgenstunden zum Tanken zu vermeiden. Zwischen 7 und 8 Uhr morgens sind die Preise an der Zapfsäule besonders hoch.
Kurios: Im früher stets teureren Frankreich kostete der Liter E10 am Donnerstag nur etwa 1,85 Euro statt 2,00 Euro, in Österreich maximal 1,70 Euro. Beim Diesel, dessen Erhöhung einst die französischen Gelbwesten bekämpft hatten, können die Unterschiede noch größer sein.Besonders problematisch ist dabei die aggressive Preisweitergabe deutscher Tankstellen, die den Anstieg beim Rohöl praktisch ohne Zeitverzug weitergeben – obwohl die Tanklager noch mit günstigerem Sprit gefüllt sind.
Und: Bei den Spitzenwerten, die die Markttransparenzsstelle für Kraftstoffe für eine Tankstelle in der Fritz-Müller-Allee in Schwaikheim meldet, handelt es sich nach Recherchen unserer Redaktion um eine Karteileiche. In Internet-Tabellen ist die Tanke beim S-Bahn-Halt bei Super mit 2,99 Euro gelistet, beim Diesel sind 2,60 Euro hinterlegt – und wäre mit diesen Kraftstoffpreisen wohl bundesweiter Spitzenreiter. Doch real sind die Preise nicht: Die Tankstelle ist seit Monaten geschlossen, der Betrieb der Zapfsäulen wurde zum Jahreswechsel eingestellt.