Stau auf der B14 vor dem Kappelbergtunnel (Archivbild) und Ersatzverkehr, der zusätzlich die Straßen Straßen verstopft. Foto: Gottfried Stoppel/privat
Vier Wochen lang fahren zwischen Waiblingen und Bad Cannstatt keine S-Bahnen. Pendler müssen auf Busse oder Autos ausweichen – das hat Folgen für den Verkehr im Rems-Murr-Kreis.
Bus, Auto – oder doch Homeoffice? Diese Frage müssen sich derzeit viele Pendler aus dem Rems-Murr-Kreis stellen. Denn seitdem die S-Bahn-Strecke zwischen Waiblingen und Bad Cannstatt gesperrt ist, dauert der Weg nach Stuttgart und zurück deutlich länger. Manche steigen auf den Ersatzbus um, andere setzen sich gleich ins Auto – und genau das wirkt sich auf den Verkehr aus.
Nach Einschätzung des Straßenbauamts ist seit Beginn der Sperrung vor allem auf den Bundesstraßen mehr Verkehr unterwegs. Die Entwicklung entspreche dabei weitgehend den Erwartungen und den Erfahrungen aus früheren Bahnsperrungen.
Stau durch S-Bahn-Sperrung: Besonders B14 und B29 betroffen
Am deutlichsten zeigt sich die zusätzliche Belastung auf den beiden wichtigsten Verkehrsachsen der Region: der B14 und der B29. Gerade in den Stoßzeiten kommt es dort häufiger zu Staus. Besonders betroffen ist laut dem Straßenbauamt der Bereich rund um den Kappelbergtunnel.
Auch im Verflechtungsbereich der Bundesstraßen B14 und B29 beobachtet die Behörde eine stärkere Belastung. Zudem könnten Ortsdurchfahrten sowie Landes- und Kreisstraßen im Umfeld des Kappelbergtunnels stärker belastet sein als üblich. Konkrete Zähl- oder Vergleichszahlen liegen derzeit allerdings nicht vor.
Aus Sicht der Polizei ist davon auszugehen, dass sich eine S-Bahn-Sperrung verdichtend auf den Verkehr auswirkt. Staulagen im Berufsverkehr rund um Fellbach, den Kappelbergtunnel sowie im Bereich der Bundesstraßen B14 und B29 seien auch unabhängig von der aktuellen Sperrung ein bekanntes Szenario. Eine auffällige Zunahme von Unfällen im Zusammenhang mit der Sperrung beobachtet die Polizei bislang nicht.
Keine klaren Schleichwege erkennbar
Ob Autofahrer gezielt bestimmte Ausweichrouten nutzen, lässt sich bislang nicht eindeutig sagen: „Hierzu liegen uns derzeit keine gesicherten Erkenntnisse vor“, teilt das Straßenbauamt mit. Im laufenden Betrieb seien keine typischen Schleichwege besonders aufgefallen. Auch eine mögliche Verlagerung des Verkehrs in Wohngebiete kann die Behörde nicht gesichert bestätigen.
Aufgrund der S-Bahn-Sperrung zwischen Waiblingen und Bad Cannstatt müssen viele Pendler auf den Ersatzbus umsteigen. (Archivbild) Foto: imago/imagebroker
Der Grund: Verkehrsströme werden im Rems-Murr-Kreis größtenteils nicht technisch erfasst. Die Einschätzungen der Behörde beruhen deshalb vor allem auf Beobachtungen. Lediglich im Kappelbergtunnel gibt es eine technische Erfassung, deren Auswertung jedoch Zeit benötigt.
Behörde empfiehlt Homeoffice und flexible Fahrtzeiten
Mit einer Verschärfung der Lage in den kommenden Wochen rechnen die Verkehrsexperten derzeit nicht. Dennoch seien in den Stoßzeiten weiterhin Einschränkungen möglich. Pendlern empfiehlt das Landratsamt daher, wenn möglich, im Homeoffice zu arbeiten oder Fahrten zeitlich flexibel zu planen. Gerade im morgendlichen und abendlichen Berufsverkehr müsse derzeit mit längeren Reisezeiten gerechnet werden.
Die S-Bahn-Sperrung zwischen Waiblingen und Bad Cannstatt dauert noch bis zum 25. März an. Bis dahin dürfte sich der Verkehr aus dem Rems-Murr-Kreis weiterhin stärker auf die Straßen in Richtung Stuttgart verlagern.