Remseck Stadt und Land würden zahlen müssen

In Höhe des Kieswerkes könnte die Westrandbrücke gebaut werden. Foto: factum/Weise
In Höhe des Kieswerkes könnte die Westrandbrücke gebaut werden. Foto: factum/Weise

Wie die Kosten einer möglichen Westrandbrücke aufgeteilt werden, ist noch unklar – wie so vieles andere. Sicher ist nur, die Stadt und das Land würden sich die Kosten aufteilen – je nach Nutzen, den sie von dem Bauwerk haben.

Titelteam Stuttgarter Zeitung: Hilke Lorenz (ilo)
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Remseck - Bisher gibt es nur eine Untersuchung zum Management des Verkehrs in Remseck, sollte die sogenannte Westrandbrücke gebaut werden. Das Land hat sie in Auftrag gegeben. Zusätzlich existiert der Siegerentwurf zur Neuen Mitte Remsecks, für dessen Realisierung der Bau der Brücke notwendig ist. Nur so lasse sich das Gelände als Verwaltungszentrum samt Ärztehaus und Wohnbaugebiet erschließen, sagt der Erste Bürgermeister Karl-Heinz Balzer. Für ihn gilt: bis 2020 muss Klarheit herrschen. Dann will er mit der Erschließung des Kieswerkareals für den Wohnungsbau beginnen. Und bereits im nächsten Jahr sollen die Arbeiten für die Neue Mitte beginnen.

Doch je mehr Unklarheit herrscht, desto mehr Fragen und Ängste gibt es auch. Die Finanzierung, die Trassenführung und die Furcht, durch den Bau der Westrandbrücke noch mehr Verkehr anzulocken, waren die Themen bei der Informationsveranstaltung, zu welcher der SPD-Landtagsabgeordnete Claus Schmiedel ins Haus der Bürger eingeladen hatte. „Wir müssen nun diskutieren, ob man die Chance einer weiteren Neckarquerung mit Remseck als Projektträger und einem Zuschuss des Landes ergreifen will“, sagte er am Freitag, da die Andriof-Brücke und der Nord-Ost-Ring als große Lösung auf absehbare Zeit nicht kommen würden. Er sieht die Westrandbrücke folglich als Lösung der regionalen Probleme, die groß genug sei, für Verbesserungen zu sorgen, gleichzeitig aber so klein sei, dass durch sie kein überregionaler Verkehr angezogen würde.

Die Planungsrate ist nur ein kleiner Schritt zur Brücke

Der Abend im Bürgerhaus kam, ohne dass die Veranstalter es bei ihrer Planung hätten ahnen können, zum richtigen Zeitpunkt. Mit ihrer Zustimmung zum Haushaltsplan 2015 hatten bis auf die FDP alle Remsecker Gemeinderatsfraktionen drei Tage zuvor einer ersten Planungsrate von 100 000 Euro für die Westrandbrücke zugestimmt. Doch das sei nur ein erster kleiner Schritt in Richtung Brücke, wie Eberhard Kries vom Verkehrsministerium und Karl-Heinz Balzer sagten. Nur die Stoßrichtung also ist klar, die Einzelheiten hingegen seien es in diesem Stadium der Überlegungen noch nicht.

Folglich konnten weder Frank Gericke, dessen Büro das Verkehrsmanagement erarbeitet hat, noch Eberhard Kries vom Verkehrsministerium Konkretes verkünden. Klar sei nur, dass die Situation nicht über eine veränderte Ampelschaltung verbessert werden könne. Der Verkehr werde mit der Brücke aber nicht verschwinden. „Es wird ein anderes Stau- und Fließverhalten des Verkehrs geben“, sagt er. Immer wieder betonten Gericke und Kries, dass weder über die genaue Position der Brücke noch über deren Finanzierung entschieden worden sei. Im Moment ist in den Vorschlägen von einem Knotenpunkt unterhalb des Schlossbergs die Rede, an dem die Straße über die Westrandbrücke und die kreuzende Landesstraße aufeinandertreffen. Eine Bewohnerin des Schlossbergs fragte deshalb: „Warum denken Sie nicht an die Menschen, die schon hier wohnen?“

Die Erwartungen an die Brücke sind riesig

Die Erwartungen der Remsecker an die Brücke sind verständlicherweise riesig. Über die bestehende Remstalbrücke fahren aktuell 33  000 Fahrzeuge täglich – in den Hauptverkehrszeiten stauen sie sich vor der Brücke. Sie ist das Nadelöhr zwischen dem Rems-Murr-Kreis und dem Kreis Ludwigsburg. Warum sollen wir Remsecker für den Transitverkehr zahlen, war eine Frage des Abends. Die Kosten, die Kries zu diesem Zeitpunkt der Überlegungen auf zehn bis 30 Millionen Euro schätzt, würden von Stadt und Land entsprechend ihres Interesses an der Brücke aufgeteilt, erklärte Karl-Heinz Balzer.




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