Remstal-Gartenschau 2019 „Rot von hier“ stimmt auf die Gartenschau ein

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Eine aus Wein von sieben Erzeugern hergestellte Cuvée soll die Vorfreude aufs Großereignis auch zum Genuss für den Gaumen machen. Statt auf Vesperwein-Qualitäten wird bei der Auswahl der Tropfen auf eine hochwertige Stilistik gesetzt.

„Rot von hier“ ist bewusst als Gemeinschaftswerk fürs Remstal angelegt. Foto: Patricia Sigerist
„Rot von hier“ ist bewusst als Gemeinschaftswerk fürs Remstal angelegt. Foto: Patricia Sigerist

Fellbach - Die Frage, ob sie mit ihrer neuen Rotwein-Cuvée auch bei Wein-Wettbewerben vorstellig werden sollen, haben sich die Macher der Remstal-Gartenschau selbst noch gar nicht gestellt. Dabei hätte die unter der Regie von Gartenschau-Genussbotschafter Günter Bäder und Weingärtner-Kellermeister Werner Seibold in die Flasche gebrachte Kreation durchaus das Potenzial, auch die Jury einer Fach-Verkostung zu überzeugen – und mit möglichen Auszeichnungen auch auf diesem Parkett die Werbetrommel für die in 281 Tagen beginnende Großereignis im Remstal zu rühren.

Besonders ist an der Gartenschau-Cuvée, dass der im Fass vereinte Wein von insgesamt sieben Erzeugern stammt

Denn das aus sieben Rotweinen aus dem Remstal bestehende Gemeinschaftswerk, am Dienstag mit großer Besetzung in der Vinothek in der Fellbacher Alten Kelter unter dem Titel „Rot von hier“ präsentiert, ist bewusst als hochwertiger Tropfen an-gelegt. Mit einer 08/15-Cuvée im Stil von Trollinger mit Lemberger wollte sich die Gartenschau-Crew nicht zufrieden geben. Statt mit Vesper-Qualität zu punkten, sollte der Wein den Anspruch an ein hochwertiges Geschmacksprofil erfüllen. „Ein besonderer Wein, der ganz wunderbar zu einer besonderen Gartenschau passt“, lobt der Geschäftsführer Thorsten Englert das auch im Handel und in der Gastronomie erhältliche Produkt. Und Fellbachs Oberbürgermeisterin Gabriele Zull hält „Rot von hier“ für ideal, um „einen wunderschönen Sommertag im Remstal ausklingen zu lassen“.

Besonders ist an der Gartenschau-Cuvée, dass der im Fass vereinte Wein von insgesamt sieben Erzeugern stammt. Bei gut 80 Betrieben im Remstal war angefragt worden, ob sie einen flüssigen Beitrag leisten wollen; immerhin 18 Weinmacher hatten Fassproben zur Verfügung gestellt. Aus der Fülle unterschiedlicher Geschmacksnoten versuchte eine Jury, die Weine auszuwählen, die am besten mit- einander harmonieren. „Erklärtes Ziel war, eine markante Komposition mit kraftvoller Rotwein-Stilistik zu schaffen“, sagt Günter Bäder, bis zum vergangenen Jahr der Leiter der staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Obst- und Weinbau in Weinsberg.

Jeweils einen Tropfen steuern die Fellbacher Weingärtner und das Weingut Aldinger bei

Drin in der Cuvée sind zu jeweils etwa 30 Prozent die Remstal-Traditionssorten Lemberger und Zweigelt, Dornfelder und Acolon sorgen nicht nur für samtigen Geschmack, sondern auch für die Farbe. Den letzten Pfiff gibt der Cuvée der – mit weniger als fünf Prozent allerdings sparsame – Einsatz von zwei neuen Weinsberger Rebsorten: Cabernet Dorio und Cabernet Mitos runden den nach dunklen Beerenfrüchten duftenden Tropfen ab. Fünf der sieben für die Cuvée verwendeten Weine stammen übrigens aus Weinstadt, von Dobler, Idler, Knauß, Bernhard Ellwanger und der Remstalkellerei. Jeweils einen Tropfen steuern die Fellbacher Weingärtner und das Weingut Aldinger bei. Verkauft werden soll „Rot von hier“ für den ans Unendlichkeits-Logo der Gartenschau angelehnten Preis von 8,88 Euro. 6000 Flaschen sind abgefüllt. Auch in einer im Paket verkauften Genuss-Edition soll die Cuvée vertreten sein – gemeinsam mit dem im vergangenen Jahr präsentierten Apfel-Birnen-Secco, einem alkoholfreien Getränk und einer für 2019 ebenfalls als Gemeinschaftswerk geplanten Weißwein-Cuvée. Dass der Wein zu einem Ladenhüter wird, glaubt Gert Aldinger mit Blick auf die Qualität der Cuvée übrigens nicht: „Vielleicht ist es auch eine Aufgabe dieser Gartenschau, den Leuten zu erklären, dass hochwertige Produkte aus der Region auch beim Essen und Trinken einfach ihren Preis haben“, sagt er.