Remstal-Gartenschau Die Rems wird begeh- und erlebbarer

Von Harald Beck 

Die 18 Gartenschau-Projekte direkt am Fluss kosten rund 20 Millionen Euro – etwa die Hälfte der Kosten trägt das Land Baden-Württemberg.

In Winterbach ist ein 1,1 Kilometer langer Remsabschnitt naturnah umgestaltet worden. Foto: Gottfried Stoppel
In Winterbach ist ein 1,1 Kilometer langer Remsabschnitt naturnah umgestaltet worden. Foto: Gottfried Stoppel

Gartenschau - Bei allen Projekten, die direkt an der Rems oder entlang deren Ufer für die Gartenschau realisiert wurden oder noch im Bau sind, ist der Wasserverband mit dabei. Und das sind einige. Denn praktische jede der 16 Kommunen entlang des Flusses hat mindestens einen Platz, an dem die Rems, derer Lauf oder Uferbereich für die am 10. Mai startende Remstalgartenschau attraktiver gestaltet wird. Rund 20 Millionen Euro werden laut Hans-Peter Sieg, dem technischen Geschäftsführer des Wasserverbands Rems investiert, mit kräftiger Unterstützung aus Fördertöpfen des Landes, das die Hälfte beisteuert und einzelne Renaturierungsmaßnahmen sogar komplett finanziert.

Klopfer: Rems wird auch ökologisch aufgewertet

Er sei schlicht begeistert von dem, was an der Rems durch die Gartenschau in Bewegung gekommen sei, sagte der Wasserverbandsvorsitzende und Schorndorfer OB Matthias Klopfer: „Es ist kaum zu fassen, wie viele Projekte an der Rems auf den Weg gebracht wurden, die auch ökologisch stark aufgewertet wird.“

Schon an der Quelle erstrahlt in Essingen der seither unscheinbare Ursprung der Rems seit einiger Zeit in neuem Glanz. Durch neue Zugangswege ist er nun problemlos auffindbar und mit steinernen Findlingen, den „Quellwächtern“, geschmückt. Der Essinger Amtskollege, so Klopfer, habe berichtet, dass inzwischen dort am Wochenende die Besucher in Scharen anrückten.

Ob ein leicht mäandernder Flusslauf mit Sitzstufen und Uferzugang statt schnurgeradem Hochwasserkanal im Gmünder Stadtteil Hussenhofen, ein steinerner Obelisk als Kennzeichnung des Flusslauf-Mittelpunkts der 80 Kilometer langen Rems oder die 1,1 Kilometer lange komplette Renaturierung des Remsabschnitts bei Winterbach in Form einer „naturnahem Umgestaltung“: Allerorten verändere sich das Antlitz der Rems immens, betonten die Verantwortlichen des Wasserverbandes. Der jahrzehntelang versteckte Fluss rücke in den Blick, ins Bewusstsein und werde zum attraktiven Aufenthaltsraum am Wasser, sagte Hans-Peter Sieg.

Parkartige Remslandschaften

In Schorndorf braucht es einen gesamten Lageplan, um die parkartig neugestaltete Remslandschaft mit grüner Brücke am Baurenwasen in nächster Nähe zum für acht Millionen ausgebauten Sportpark zu umreißen. Weinstadt hat sich mit dem umgestalteten Uferbereich an den Großheppacher Mühlwiesen und einen Kilometer weiter mit dem zum Aufenthaltsbereich samt Stuttgarter Holzbrücke und Grillhaus gewordenen Bereich Birkelspitze gleich zwei Uferbereiche vorgenommen, deren Fertigstellung noch ansteht.

Seit längerem realisiert sind im benachbarten Waiblingen bereits ein großes Flachwasserbiotop oder die Remsterrassen samt Flussinseln vor der dortigen Erleninsel sowie direkt an der Mündung in den Neckar der Remsecker Naturspielplatz samt umfangreicher Uferneugestaltung.

Die Maßnahmen direkt an der Rems, so der weitere Blick auf die finanziellen Dimensionen, machten ein Drittel der Gartenschau-Gesamtinvestitionen aus. Von jenen 60 Millionen die remsauf, remsab verbaut worden sind steuert das Land rund 37 Prozent der Kosten im Rahmen seiner Förderung bei – etwa 22,2 Millionen Euro.