Die Remstal Museumsnacht bietet zum zweiten Mal ungewöhnliche Einblicke. Nach pandemiebedingter Pause haben sich 49 Museen eine Menge ausgedacht. Was alles am Samstag bis Mitternacht geboten wird? Eine Auswahl lohnender Ziele.

Rems-Murr: Simone Käser (sk)

Die Remstal Museumsnacht geht in eine neue Runde. „Ein Abend, 80 Kilometer, 40 Museen“ – unter diesem Motto findet am Samstag, 14. Mai, die zweite Ausgabe statt. Premiere hatte das Format während der Remstal-Gartenschau 2019. Nach pandemiebedingter Pause geht es nun wieder los: Von 18 bis 24 Uhr öffnen Museen, Galerien, Kunstvereine und Ausstellungshäuser – genau 49 – im Remstal ihre Türen und bieten einen Museumsbesuch in besonderer Atmosphäre. In jener Nacht – auf die am Sonntag dann der Internationale Museumstag folgt – haben Nachtschwärmer die Möglichkeit, Stadtgeschichte, Kunst und Kultur in ungewöhnlichem Rahmen zu erleben, Menschen zu treffen und das Remstal einmal anders zu entdecken.

Kostenfreies Programm Auf die Besucher wartet ein breites Programm mit Sonderausstellungen, Vorträgen, Führungen, Mitmachaktionen, Filmvorstellungen, Kinderprogramm und vielem mehr. Auch für das leibliche Wohl und die musikalische Unterhaltung ist gesorgt. Für alle, die dann noch nicht genug entdeckt haben, besteht die Möglichkeit, viele der teilnehmenden Museen auch am Sonntag, 15. Mai, dem Internationalen Museumstag, erneut zu besuchen. Als Zwischenstopp auf einer Fahrradtour vielleicht oder auch bei einer Wanderung durch das Remstal wird der Museumsbesuch zu einem kulturellen Erlebnis. Der Eintritt zur Museumsnacht ist kostenfrei. Weil es so viele Veranstaltungen sind, gibt es hier ein paar Tipps aus dem reichhaltigen Angebot für Nachtschwärmer.

Steinzeitmuseum in Korb Das 2021 eröffnete Museum beherbergt eine der bedeutendsten heimatkundlichen Privatsammlungen des Landes Baden-Württemberg. Sie besteht aus Funden aus Alt-, Mittel- und Jungsteinzeit, Römerzeit und Mittelalter. Neben Führungen gibt es auch Angebote speziell für Kinder: Puzzle, Steinzeit-Kurzfilme, eine Getreidemühle und einen Steinzeitbohrer.

Fotoschau in Schorndorf Nachtschwärmer können Lothar Schifflers Ausstellung „Airlines – Vogelspuren in der Luft“ in der Q Galerie für Kunst Schorndorf bei Cocktails, Führungen und Snacks in besonderer Atmosphäre erleben. Um 19 Uhr findet die Führung „Tierisch schön“ und um 20.30 Uhr eine Führung zum Thema „Faszination Fliegen“ statt. Die Fotoarbeiten von Schiffler können bis zum 19. Mai mit 25 Prozent Rabatt erworben werden. Zugleich sind die Türen zur Forscherfabrik geöffnet, wo sich dann alles rund um das Thema Luft dreht. Hier können Kinder technische und naturwissenschaftliche Vorgänge selbst erforschen. Vom Laserpuzzle bis zum Windkanal, vom Schwebeball bis zur Druckluftrakete: elf Themenwelten laden zum Tüfteln und Entdecken ein. Der Forscherparcours macht wohl nicht nur den Kleinen großen Spaß, sondern auch Geschwistern und Eltern.

Kärcher-Historie in Winnenden Im Kärcher Museum erwartet die Besucher auf gut 400 Quadratmetern eine Reise durch die Reinigungstechnik und die mehr als 80-jährige Geschichte des Unternehmens in einem historischen Backsteingebäude.

Große Kunst in Waiblingen Eine andere Facette des Lebemannes Gunter Sachs abseits der Klatschpresse in der Galerie Stihl entdecken, das ist in der Museumsnacht möglich: Er war Kunstliebhaber, Sammler und erfolgreich als Fotograf und Filmemacher. In einem kurzweiligen Gespräch werden zwei Werke aus der Ausstellung näher vorgestellt. Jede Kurzführung steht unter einem anderen Thema. Musikalisch umrahmt das Ganze die Band Jazzmates Quintett von der Musikschule Unteres Remstal. Bewirtung gibt es auf dem Galerieplatz durch das Weingut Kuhnle und die Vorratskammer. Zudem haben 18 Künstler der Gruppe Art-U-Zehn, die am Abend anwesend sind, auf alten Schullandkarten gemalt, die im Unterricht keine Verwendung mehr fanden und deshalb als Leinwände dienten. Im Jahr 2021 musste die jährliche Ausstellung dieser Künstlergruppe coronabedingt entfallen. Aus diesem Grund wird die Ausstellung nun nachgeholt, und die Gruppe zeigt ihre Arbeiten in der Remise in der Talaue. Es gibt Getränke und einfache Speisen aus der Hand. Zudem werden in Waiblingen Führungen zwischen 18 und 24 Uhr im Haus der Stadtgeschichte, dem Beinsteiner Torturm und im Hochwachtturm geboten.

Lesen Sie aus unserem Angebot: Was Malerei und Skulpturen verbindet

Skulpturen in Strümpfelbach Gleich mit vier musealen Standorten ist der Weinstädter Teilort Strümpfelbach bei der Museumsnacht vertreten – und mit Sammlungen von Karl Ulrich Nuss. Lebensgroße, moderne Bronzeskulpturen von Menschen und Mischwesen etwa sind im beeindruckenden Ambiente einer Scheune des 18. Jahrhunderts und einem Gewölbekeller beim alten Rathaus zu bewundern. Eine Besonderheit bietet sich direkt daneben in der Hindenburgstraße 4. Dort öffnet extra für die Museumsnacht das Privatmuseum Herbert Wilhelm die Pforten. In der familiengeschichtlichen Schau in einem bemerkenswerten Fachwerkhaus von 1570 ist eine Sammlung Strümpfelbacher Sachkultur aus dem 19. und 20. Jahrhundert zu sehen. Der Bau im Strümpfelbacher Ortszentrum war einst auch Pilgerherberge am Jakobsweg. Aus jenen Zeiten stammen vier Leinenkammern, der einstige große Pferdestall war mit einer überdimensionalen Krippe ausgestattet. Herbert Wilhelm steht in der Museumsnacht – bei Wein und Wasser – für Auskünfte bereit und führt die Besucher bei Bedarf auch durch das Museum.

Kunst auf Planen in Fellbach Der Kunstverein Fellbach eröffnet auf dem Kunststückle seine neue Ausstellung. Gezeigt werden 33 großformatige Arbeiten auf Planen – mit Versteigerung von einigen der Planen ab 18 Uhr am Abend. Das Ganze findet statt mit Bewirtung und musikalischer Unterhaltung. Weintrinker sollten ein eigenes Glas dabei haben.

Weitere Informationen zu der Remstal Museumsnacht finden Interessierte im Internet unter der Adresse www.remstal-museumsnacht.de .