Remstal Schleppertreffen in Kernen Treckertreff im Stettener Weingut

Eine Besonderheit: ein dreirädriger Kleinlaster Foto: Gottfried Stoppel

Gut 80 alte und neue, große und kleine Traktoren und Zugmaschinen sind beim Remstal Schleppertreffen in Kernen angetuckert.

Die junge Dame aus Bartenbach hat wohl mit am meisten Aufsehen erregt beim Treffen derer, die mit einem Traktor oder einer anderen Zugmaschine mit landwirtschaftlichem Bezug am Sonntag zum Weingut Zimmer in Stetten angereist sind. Nicht so sehr wegen ihres stattlichen Bulldogs und den Jahren, die dieser bereits auf dem Buckel hat, sondern in diesem Fall des Hundes wegen, der in einem auf die Anhängevorrichtung gebauten Drahtkorb die Fahrt nach Kernen mitgemacht hat.

 

Treckerteam Bittenfeld stark vertreten

Rund 80 Fahrzeuge aller Altersklassen, Größenordnung und Marke sind es schließlich am frühen Nachmittag, die sich dort auf dem Weingutsgelände an der Ortsgrenze gen Weinstadt versammelt haben. Noch etwas mehr als bei der Premiere des vom Weingut initiierten Schleppertreffens im vergangenen Jahr, schätzt Benjamin Karpf. Der Schwiegersohn im Hause Zimmer ist auch derjenige, der einst die Idee für das Treckertreffen am Weingut mit eingebracht hat. „Ich wollte das ohnehin schon lange einmal machen“, erzählt er, während er noch einen Nachzügler zur Aufstellungswiese hin einweist. Irgendwie sei das quasi auch eine Verpflichtung. Schließlich ist er nebenbei auch im Ausschuss des Treckerteams Bittenfeld mit dabei, das Mitte August am dortigen Böllenbodenhof wieder das große Treckertreffen samt Schlepperrennen der landwirtschaftlichen Kraftpakete veranstaltet.

Die Bittenfelder Kumpels sind denn auch am Sonntag am Weingut Zimmer zahlreich und mit den unterschiedlichsten Traktoren vertreten. Lanz, Deutz, Fendt, Porsche, Holder oder auch McCormick – alles ist mit dabei auf den Wiesen ums Weingut. Neben stattlichen Traktor-Oldtimern, teils aufwendig restauriert,teils auch noch mit interessanter, historischer Gerätschaft und Deko versehen, sind auf der Präsentationswiese auch moderne Maschinen mit teils beachtlichen Ausmaßen zu sehen. Ein riesiger Unimog ist mit dabei, der gut und gerne seine 150 000 Euro einbringen würde. Ein Fendt Dieselross von anno 1950 ist auch da, aus den Traktorreihen mit dene die Firma einst ab den frühen 1930er-Jahren ihren Betrieb aufgebaut hat. Auffallend zahlreich vertreten ist die Marke Lanz mit Ausgaben unterschiedlicher Altersstufen. Echte Hingucker sind natürlich auch der überdachte Holzanhänger und die zweirädrige Zugvorrichtung mit Sitzanhänger. Ein dreirädriger blauer Minilaster ist mit Motorrädern beladen und auf einem der moderneren Riesentrecker prangt eine herausfordernde Inschrift: „Wer Fendt fährt führt. Wer John Deere fährt überholt.“

Flotte Getränkeversorgung bei sommerlichen Temperaturen

Drüben direkt am Weingut kommt derweil auch angesichts leichter Schlangenbildung am Getränkestand keinerlei schlechte Stimmung aus. „Das geht da schnell, die schenken zu zweit aus“heißt es entspannt am Nebentisch. Und den Bedürfnissen derer angepasst, die nach längerer Anfahrt mit den nicht allzu rasanten Gefährten kräftig Durst haben, ist natürlich „Containerschorle“ im Angebot die Halbliterportion Wein mit Sprudel in weiß oder in rosé.

Landwirtschaftlich rustikal ist auch die Gastroversorgung beim Treffen von Bulldog und Co.: Pulled Porc, das fasrig weich gegarte Schweinefleisch aus dem in diesem Fall eher an eine Dampflok erinnernden Smoker, ist im Angebot samt Feuer- und Bratwurst. Nebenan bietet der Schokotrain aus Vaihingen/Enz Waffelpommes an.

Zufriedenheit beim Veranstalter

Auf der Wiese, die sonst Übernachtungsplätze für Wohnmobile bietet, steht ein großer Spielplatz für die jüngsten Traktorfans parat, während die Älteren nebenan die neuesten Geräte aus dem Sortiment von Staib Landmaschinen bewundern können. Im Angebot hier: das Neueste zum Rasen und Wiese mähen.

„Wir sind absolut zufrieden“, zieht Benjamin Karpf am frühen Nachmittag ein Zwischenbilanz. „Es ist unglaublich, wie viele gut gelaunte, fröhliche Menschen hier bei so einem Traktortreffen zusammenkommen“, stimmt Schwiegermutter Susanne Zimmer zu. Ein Zeichen fürs gute Gelingen des speziellen Festes am Stettener Weingut: „Ich bin grad vor allem am Krüge spülen“, lacht die Seniorchefin. Für das eine oder andere Schwätzle mit den Besuchern, unter die sich als Interessenten an Traktor, Wurst und Biowein auch viele der Stammgäste des Weinguts gesellt haben, bleibt aber nebenbei allemal noch Zeit.

Und eines ist unter den Zimmers und Karpfs schon bei Halbzeit klar: Nächstes Jahr wird es in Stetten wieder ein Remstal Schleppertreffen geben.

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