Renningen Bald gibt’s mehr Platz und beheizte Umkleiden

Von Kathrin Klette 

Das Feuerwehrhaus wird für 1,1 Millionen Euro saniert und erweitert. Denn seit der Erbauung in den Siebzigern hat sich die Zahl der Aktiven fast verdreifacht. Im Außenbereich ist schon einiges passiert, im neuen Jahr starten die Arbeiten im Inneren.

Vor den Toren der Fahrzeughalle lässt sich schon ganz gut erkennen, wie weit das Gebäude  sich „ausdehnen“ wird. Foto: factum/Granville
Vor den Toren der Fahrzeughalle lässt sich schon ganz gut erkennen, wie weit das Gebäude sich „ausdehnen“ wird. Foto: factum/Granville

Renningen - Kaum noch erwarten können die Feuerwehrleute in Renningen die Erweiterung ihres Gerätehauses an der Jahnstraße. Nicht, weil mit der Fertigstellung ein besonderer Luxus auf sie wartet, sondern weil damit den grundlegenden Bedürfnissen der Brandbekämpfer Rechnung getragen wird. Für Baukosten in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro – bis zu 30 Prozent kommen als Fördergeld zurück – wird das Gebäude um mehrere Meter nach Süden erweitert. Die Tore und die gesamte Fahrzeughalle werden ein Stück weit versetzt, damit in den Bereichen dahinter mehr Platz ist. Außerdem werden die sanitären Anlagen ganz neu hergerichtet. All das geschieht im laufenden Betrieb.

„Den Platz brauchen wir schon dringend, wir haben keinen Quadratmeter mehr Luft“, sagt der Kommandant Erhard Mohr. „Das Haus wurde 1977 erbaut für 30 Feuerwehrleute.“ Damals gab es weder eine Jugend- noch eine Altersabteilung. „Mittlerweile sind wir 80 Aktive und haben 25 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr und neun in der Altersabteilung.“ Zusammen mit der Abteilung in Malmsheim, wo das Feuerwehrhaus vergangenes Jahr erweitert wurde, sind es sogar 120 Aktive.

Bislang gibt es keine getrennten Umkleiden

Und Frauen habe es damals auch nicht bei der Feuerwehr gegeben. Entsprechend sei das Gebäude angelegt, für viel weniger Leute und beispielsweise auch ohne getrennte Umkleiden. „Dafür wurde es endlich mal Zeit“, findet Mohr. Er sei deshalb auch sehr froh, dass Verwaltung und Rat geschlossen hinter dem Projekt stünden.

Vorher musste allerdings der Neubau für die Schule fertig werden. Auf diese Weise sind im Bürgerhaus-Komplex, in dem die Feuerwehr untergebracht ist, schon Räume freigeworden, „die wir nutzen können“.

Zum Beispiel hat die Jugend einen Raum bezogen, der früher zur Musikschule gehörte, auch ein Schulungsraum steht nun zur Verfügung. „Diese Entlastung ist jetzt bereits deutlich spürbar“, sagt Mohr.

Momentan umfasst das Feuerwehrhaus 570 Quadratmeter, nach dem Umbau werden es etwa 700 sein. Außer der Sanierung an Toiletten und Duschräumen wird der Besprechungsraum vergrößert, und die Umkleidespinde, die sich bislang in der Fahrzeughalle befinden, bekommen eigene Räume. Der bisherige Standort sei absolut nicht mehr zeitgemäß, erklärt Hartmut Marx, Leiter des Fachbereichs Planen-Technik-Bauen im Rathaus. Vor allem sei es gefährlich, wenn die Spinde direkt hinter den Fahrzeugen stünden. „Und gesonderte Räume lassen sich auch besser beheizen.“

In der Halle selbst wird, was Ausstattung und Größe angeht, nicht viel geändert – außer, dass alles einige Meter nach Süden wandert. „In der Planung passte alles gut zusammen, weil die Tore ohnehin hätten ausgetauscht werden müssen“, sagt Marx.

Veränderungen erst rein äußerlich

Eine besondere Herausforderung besteht darin, dass die Umbauarbeiten komplett während des laufenden Betriebs vonstatten gehen. Bislang sind die Veränderungen rein äußerlich, „die Arbeiten haben uns erst einmal gar nicht beeinträchtigt“, sagt Mohr. Auf der Nordseite des Gebäudes steht mittlerweile der Rohbau der „Schlosserei“, in der der Gerätewart sich um die Fahrzeuge und dergleichen kümmern kann. Auf der Südseite lässt sich bereits ganz gut erkennen, wo die Tore zukünftig stehen werden. Erst nächstes Jahr starten die Arbeiten auch im Innenbereich. „Das wird für uns natürlich mit Einschränkungen verbunden sein“, weiß Mohr. Die Vorfreude auf die bevorstehenden Neuerungen überwiege jedoch deutlich.

Für Besprechungen müssen die Brandbekämpfer zum Beispiel auf das Bürgerhaus ausweichen, auch die Toiletten können sie während des Umbaus dort benutzen. Da die Feuerwehrautos in abgetrennten Boxen stehen, können die Tore alle einzeln ausgebaut und eingesetzt werden.

„Das heißt, dass immer nur ein Fahrzeug kurzzeitig draußen stehen muss“, erklärt Marx. Insgesamt werde das Austauschen der Tore ohnehin in nur wenigen Tagen erledigt sein. „Und das Ausrücken bleibt durchgehend möglich.“

Der gesamte Umbau soll rechtzeitig zur Jubiläumsfeier im Juli – die Feuerwehr Renningen wird 2017 150 Jahre alt – vollständig abgeschlossen sein.