Renningen Fragen zur Bürgermeisterwahl

Von Kathrin Klette 
In Zusammenhang mit neuen Baugebieten in Renningen ist immer wieder die Rede von „maßvollem Wachstum“. Was genau bedeutet das in Ihren Augen, wie stark kann und soll Renningen in den nächsten Jahren wachsen, dass es noch als maßvoll gilt?
Faißt: Maßvolles Wachstum kann man nicht in Quadratmetern messen. Maßvoll heißt: Wir müssen bedarfsgerecht Baugrund und Wohnraum anbieten. Dabei wollen wir junge Familien und Einkommenschwächere begünstigen. Maßvoll wachsen heißt auch: Es muss Zeit bleiben, dass Neubürger sich in die Stadtgesellschaft inte­grieren können. Außerdem muss unsere Infrastruktur mit dem Wachstum Schritt halten.
Metzulat: Maßvolles Wachstum bedeutet vor allem, dass die Lebensqualität im Vordergrund steht. Wohngebiete werden offener und kleiner gestaltet. Die Außen- und Innenentwicklung gehen Hand in Hand. Die Infrastruktur kann nachziehen. Maßvoll ist es dann, wenn wir es schaffen, den Charme unserer Stadt beizubehalten und die Menschen miteinander in Kontakt kommen zu lassen.
Epple: Den Rahmen für ein maßvolles und nachhaltiges Wachstum legt der VRS-Regionalplan mit 1,5 Prozent Zuwachs an Baulandfläche pro Fünf-Jahreszeitraum fest. Mehr wäre unangemessen und weniger würde die ohnehin hohen Preise durch die sprichwörtliche „Decke jagen“. Wichtig ist, dass Interessenten sich Häuser oder Wohnungen im Bestand erwerben und renovieren, um den Flächenverbrauch im Außenbereich zu begrenzen.
Raisch: Das Wachstum einer Gemeinde auch bei neuen Baugebieten ergibt sich prinzipiell aus den Maßgaben der Regionalplanung und des Flächennutzungsplans.
Wilhelm: Sinnvoll wäre, das Wachstum der Baugebiete beziehungsweise das Wohnungsangebot an das Wirtschaftswachstum in Renningen anzupassen, damit die Menschen nicht reisen müssen und ihren Arbeitsplatz zu Fuß erreichen können.
Nennen Sie drei Projekte, die Sie in den nächsten acht Jahren gerne verwirklichen oder anstoßen möchten.
Faißt: Erstens: Verstärkte Innenentwicklung zur Schaffung attraktiven und bezahlbaren Wohnraums in den Ortsmitten, verbunden mit Förderungen für Familien mit Kindern sowie betreutem Wohnen für Senioren. Zweitens: Realisieren der vordringlichen Verkehrsprojekte: Lärmschutz, Lückenschluss B 295/B 464, Verlängerung der S 6 bis Calw. Drittens: Konsequente Weiterentwicklung unserer Bildungsstätten und Kinderbetreuung.
Metzulat: In den nächsten acht Jahren möchte ich den Wohnbau neu denken. Die Gebiete Schnallenäcker III und Neuwiesenäcker sind realisiert. Ein Biergarten bereichert unsere Stadt. Die Sporthalle ist gebaut, und kein Verein trainiert mehr auswärts. Ein ergänzendes Verkehrs- und Lärmschutzkonzept bietet neue Möglichkeiten, unsere Stadt vor dem Verkehr und dem Lärm zu schützen.
Epple: Erstens: Schnellstmögliche Staufreiheit durch einen lärmfreien, möglichst umweltverträglichen Ausbau zum B 295-/B 464-Lückenschluss! Zweitens: Keine die S 6 behindernde Lärm-und Diesel-Abgase-Hesse-Bahn! Drittens: 100-Prozent-Kosten-Ersatz vom Land für die Kleinkinderbetreuung, Schulhausbau und Anschluss-Unterbringung von Flüchtlingen statt unverschämtem Griff in Renninger und Malmsheimer Bürgers Geldbeutel!
Raisch: Einführung der Doppik (kaufmännische Buchführung in der Verwaltung, die Red.), Entwicklung des Prototyps eines Musikkindergartens und Etablierung eines permanenten Verbesserungsprozesses.
Wilhelm: Da ich, wie schon gesagt, die Sachlage in Renningen nicht kenne, sollte in erster Linie gegen eine Verschuldung der Gemeindemitglieder vorgegangen werden, sofern eine solche vorliegt. Andere Projekte sind dann zweitrangig.




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