Renningen Franz Pitzal ist 80 und Ehrenbürger

Von Florian Mader 

Der katholische Geistliche, auf den auch die weithin bekannte Krippe in Malmsheim zurückgeht, wird von seiner Heimatstadt zum 80. Geburtstag mit der höchsten Anerkennung ausgezeichnet – er wird Ehrenbürger in Renningen.

Der  emeritierte Weihbischof Franz Josef Kuhnle (re.) hat Franz Pitzal vor 57 Jahren zum Diözesan-Jugendführer ernannt. Foto Foto: factum/Bach
Der emeritierte Weihbischof Franz Josef Kuhnle (re.) hat Franz Pitzal vor 57 Jahren zum Diözesan-Jugendführer ernannt. Foto Foto: factum/Bach

Renningen - Vor lauter Blättern sehen sie keinen Regenwald mehr. Erschöpft und müde stapfen zehn Renninger Gemeinde-Schäflein durch die Wildnis Mittelamerikas in Costa Rica. Plötzlich ein lauter Schrei. „Da kam ein Mann laut jubelnd an einer Liane zu uns herübergeschwungen“, erinnert sich Manuela Knorrek und muss schmunzeln. „Das war natürlich unser Pfarrer Pitzal.“

Ja, so ist er, der Franz Pitzal. Ein Spitzbub durch und durch, immer unternehmungslustig und immer überraschend. Vor 25 Jahren bei dieser tropischen Gemeindefahrt, vor 42 Jahren, als er nach Renningen kam, vor 57 Jahren, als Franz Josef Kuhnle ihn zum Diözesan-Jugendführer ernannte – und damit den Grundstein für eine geistliche Laufbahn legte – und vor genau 80 Jahren, als Franz Pitzal im Sudetenland auf die Welt gekommen ist.

Dort musste er den Krieg miterleben, schließlich den Einzug der russischen Roten Armee. „Mit der Milchkanne in der Hand hab’ ich damals betteln müssen“, erinnert er sich. „Und ein Erlebnis werde ich nie vergessen. Als ich einmal bei einem Haus im Nachbardorf anklopfte, hab’ ich gesehen, wie sich die ganze Familie in der Stube aufgehängt hatte.“

Vertreibung endet in Leinzell

Krieg und Frieden, Hunger, Gerechtigkeit. Das sind die Themen, die Franz Pitzal seitdem nicht mehr losgelassen haben. Nicht nach der Vertreibung der Familie nach Leinzell (bei Schwäbisch Gmünd), nicht nach seiner Uhrmacher-Lehre – und erst recht nicht in den 44 Jahren, in denen er mittlerweile katholischer Priester ist. „Wir müssen spüren, dass wir einander brauchen, dass es sich lohnt, füreinander Verantwortung zu übernehmen“, sagt Franz Pitzal.

Persönlich ist er dabei immer bescheiden geblieben. Auch an seinem 80. Geburtstag, den er am Wochenende – natürlich – nicht nur mit Freunden und Bekannten, sondern mit allen Renningern und Malmsheimern gefeiert hat. „Bringt keine Geschenke mit!“, ist die einzige Bitte, die er auf seiner Einladung notiert hat.




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