Mit der Umgestaltung des Areals Mensa/Parkplatz/Mediathek soll ein weiterer Treffpunkt für Bürger entstehen. Die wollen mitreden und sind zahlreich zum Informationsabend erschienen. Es gibt Befürchtungen, dass der Platz zum Partytreff werden könnte.
Renningen - Kurz vor Beginn des Infoabends sind am Dienstag immer noch Zuhörer ins gut besuchte Bürgerhaus in Renningen geschlüpft. Dort wurde die Gesamtkonzeption für die Neugestaltung des Areals Schulmensa, Parkplatz und neue Mediathek vorgestellt. Bürgermeister Wolfgang Faißt, Stadtbaumeister Hartmut Marx und die beteiligten Planungsbüros zeigten, wie dieses Areal schon bald aussehen könnte. Die letzte Gelegenheit für die Bürger, vor der endgültigen Entscheidung in den Ratsgremien Bedenken anzumelden.
Vorneweg erklärte Faißt, dass es keine grundlegende, aber eine deutlich sichtbare Veränderung in dem genannten Bereich Areal geben werde. Ziel sei es, neben dem historischen Zentrum um das Rathaus und den neu gestalteten Ernst-Bauer-Platz ein drittes Zentrum in Renningen zu schaffen und diese Zentren dabei besser zu vernetzen. Dafür werde der Eingangsbereich der neuen Mediathek mit dem multifunktionalen Vorplatz zur Stadt hin ausgerichtet, so dass der gesamte Komplex für die Bürger sichtbarer gemacht werde. „Außerdem „ist das bisher ja eher eine Durststrecke für Fußgänger“, sagte der Bürgermeister – rein ästhetisch betrachtet.
Der Architekt Eckhard Ernst vom Stuttgarter Planungsbüro Ernst hat schon einige Projekte zusammen mit der Stadt gestemmt, so hat er die Malmsheimer Ortsmitte neugestaltet. Jetzt will er dem Vorplatz der neuen Mediathek ein ansprechendes Gesicht geben, indem er den nördlichen Teil des Parkplatzes verändert.
Strukturierter Boden
Das beginnt beim Bodenbelag: breite graue sandgestrahlte Betonplatten, die in regelmäßigen Abständen durch schmale helle Streifen durchbrochen werden. Diese werden nicht nur auf dem Vorplatz der Mediathek verlegt, sondern auf den Straßenbereich zwischen Mediathek und Bürgerhaus ausgeweitet. Ein Zeichen für die Autofahrer, langsamer zu fahren. Und eine gute Voraussetzung, um bei Veranstaltungen den neuen Festplatz schnell zu erweitern.
Überhaupt soll das Areal zum Verweilen einladen. Dazu werden Bäume gepflanzt und eine Bodenbeleuchtung integriert. „Damit das Licht nicht irgendwann in den Baumkronen verschwindet“, sagte Faißt schmunzelnd, wie das mancherorts in Renningen vorkomme. Kurz gesagt, der Platz soll multifunktional sein, für viele Zwecke nutzbar und deshalb auch wenig verstellt: Sitzgelegenheiten finden sich nicht im Plan, eher Elemente, die mit wenig Aufwand verschoben werden können.
Momentan gibt es dort noch 84 Parkplätzen. Von denen fallen mindestens sieben der Planung zum Opfer. Platz für Fahrräder gibt es auch weiterhin genug: die Anzahl der mehr als 240 Fahrradabstellplätze bleibt stabil.
Im Anschluss an diese Präsentation wollen die Bürger doch noch einige Details geklärt wissen. Über die wassergebundene Decke zum Beispiel, die die Mitte des Mediatheken-Vorplatzes der Planung zufolge beherrschen wird. Birgt das nicht an Regentagen Rutschgefahr? Nein, beruhigen die Herren vom Bau, dieses Material biete vielmehr einige Vorteile: es eigne sich für Rollstühle und Rollatoren und auch Niederschläge können gut versickern. Damit ist die Fläche nicht, wie bei einer Asphaltierung, versiegelt.
Was kann man gegen die Autos machen?
Einige anwesende Bürger beschwerten sich über das allmorgendliche Verkehrschaos kurz vor Schulbeginn und ob man hier nicht etwas machen könnte. Der Bürgermeister winkte ab: „Das wird immer so sein, das bekommen Sie nie in den Griff“, erklärte er. Auch deshalb habe der Straßenabschnitt vor der Mediathek Platzcharakter, um die Autofahrer zu ermahnen, langsam zu fahren.
Eine andere Frage treibt die Menschen ebenfalls um: „Ist der neue Platz nicht wie eine Einladung an jugendliche Randalierer? Das hatten wir hier ja schon mal, wir sind da gebrannte Kinder“, meldete sich ein Anwohner zu Wort. Der Bürgermeister weist auf den neuen Jugendaufenthaltsbereich im Sportzentrum hin. Doch in die Zukunft blicken kann auch der Renninger Schultes nicht, ob sich hier eine Szene entwickeln wird, bleibt abzuwarten.
Die Mediathek soll am 16. Oktober feierlich eröffnet werden. „Die Außenanlage eher noch nicht“, sagte Faißt und schmunzelt. Der Umbau des Areals beginnt nach den Sommerferien und soll bis Ende des Jahres fertig sein. Große Einschränkungen für die Anwohner befürchtet Stadtbaumeister Marx dabei nicht.