Am Sonntag, 26. April, verwandelte sich die Kulturlandschaft rund um die Rankbachstadt in eine lebendige Entdeckerzone. Das vor zwei Jahren von engagierten Mitgliedern des NABU Renningen-Malmsheim, des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) Malmsheim und der Streuobstpädagogen ins Leben gerufene Streuobstnetzwerk Renningen-Malmsheim hatte zum europaweiten Tag der Streuobstwiese eingeladen und bot an sieben Stationen spannende Einblicke in ein bedrohtes Paradies.
In diesem Jahr lag der Schwerpunkt des Festprogramms auf Aspekten, die insbesondere Familien mit Kindern ansprechen. Neben Pferdekutschen- und Trekker-Fahrten sowie einer „Schulklasse im Grünen“ wartete am Ende eine Tombola mit attraktiven Preisen auf die kleinen Besucher. Das Ziel der Veranstaltung: Das Bewusstsein für die heimischen Streuobstwiesen vor allem bei der jungen Generation zu stärken.
Das Wetter spielte wie schon im Vorjahr prächtig mit, und der Tag präsentierte sich mit wunderbarem Frühlingswetter.
Damit die Wege für Familien mit Kindern und gehbehinderte Besucher nicht zu lang wurden, pendelten zwei Pferdekutschen zwischen den Standorten. Ein Schlepper mit Anhänger übernahm zudem einen Shuttle-Service zwischen den S-Bahn-Stationen Renningen-Süd und Malmsheim sowie zu den Stationen.
Schon am frühen Morgen herrschte im traditionellen Backhaus Renningen emsige Betriebsamkeit. Ute Eisenhardt, ihr Ehemann Jörg-Peter sowie zwei weitere Helferinnen zauberten zahlreiche Obstkuchen – Zwetschgen-, Mirabellen-, vor allem aber Apfelkuchen – sowie duftende Brote und Wecken.
Der fertige Kuchen wurde am Nachmittag nach Malmsheim transportiert, wo er bei der Abschlussveranstaltung auf dem Gelände des OGV Malmsheim die Besucher erfreute.
Am Stand der beiden Streuobstpädagoginnen Christine Berg und Rose Kuch-Krämer erkundeten junge Entdecker in einem „Klassenzimmer im Grünen“ die Natur mit allen Sinnen und lernten die Zusammenhänge des Ökosystems spielerisch kennen.
Die Imkerei, nur einen kurzen Spaziergang oder eine kleine Kutschfahrt entfernt, zog viele Besucher geradezu magisch an. Imker Dominik Peuker ermöglichte einen direkten Blick in seine Bienenstöcke. Es wurden nicht nur Informationen zu Wild- und Honigbienen vermittelt, sondern die Gäste konnten das geschäftige Treiben im Inneren hautnah erleben. Besonders die Kinder waren von diesen Einblicken fasziniert.
Ein besonderes Highlight war auch der Lernort Natur (LENA). Die Kreisjägervereinigung Leonberg zeigte hier unter anderem, wie moderne Technik Leben rettet: Am Infostand wurde die Rehkitz-Rettung mittels Drohnen vor dem Mähen erklärt. Start und Landung einer Drohne konnten dabei live miterlebt werden.
An der Station des NABU wurde die ungeheure Artenvielfalt unserer Streuobstwiesen vorgestellt. Von schillernden Schmetterlingen über seltene Vogelarten bis hin zu Reptilien – hier erfuhren die Besucher alles über die mehr als 5.000 Tier- und Pflanzenarten, die dort zu Hause sind.
An der Station des OGV Malmsheim auf dem Mühlberg spielte das Thema Handwerk die entscheidende Rolle. Johannes Föll gab Tipps zum Obstbaumschnitt, und Rainer Pliefke stellte die Kunst des fachgerechten Dengelns einer Sense vor.
Im Vereinsgarten des OGV Malmsheim gab es ab 14:30 Uhr Kaffee und den frisch gebackenen Kuchen aus dem Renninger Backhaus. Sabine Föll sorgte mit ihrem Team umsichtig für das Wohl der zahlreichen Gäste. Bei der abschließenden Tombola, durchgeführt von Christine Berg, gab es viele strahlende Gesichter, da jedes teilnehmende Kind einen Preis erhielt.
Die Finanzierung des Tages wurde maßgeblich durch die von der Landesregierung initiierte „Allianz für Beteiligung“ getragen.
Wir hoffen gemeinsam, dass dieser Tag dazu beigetragen hat, den Fortbestand unserer Streuobstwiesen für zukünftige Generationen sicherzustellen.
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