Das Wettkampfteam der Freiwilligen Feuerwehr nahm an der Olympiade des Weltfeuerwehrverbands in Slowenien teil.

Natürlich muss bei einer Feuerwehr-Olympiade auch das olympische Feuer brennen. Vier Tage loderte es Ende Juli im Stadion von Celje in Slowenien, wo rund 3200 Feuerwehrleute, Männer und Frauen, ihre Wettkämpfe in verschiedenen Disziplinen austrugen. Mit dabei war auch das Team „Männer A“ der Freiwilligen Feuerwehr Renningen. Dieses hatte sich im Juni für die Teilnahme an dem Wettbewerb des Internationalen Verbands der Feuerwehren (CTIF) qualifiziert, als es bei der deutschen Feuerwehrmeisterschaft in der Kategorie „traditioneller Löschangriff“ den zweiten Platz belegte. Die Böblinger Feuerwehr hingegen konnte sich nicht für die Olympiade qualifizieren.

 

Corona brachte es mit sich, dass die Renninger Wettkampfgruppe, zu der neun Aktive, eine Ersatzfrau und zwei Betreuer gehören, schon wenige Wochen danach zur Olympiade fuhr. Tim Kühnle, Ramon Kilian und Benny Reyle berichteten von ihrem sportlich-kämpferischen Einsatz in Slowenien. „Der Anreiz, so kurz nach der deutschen Meisterschaft dorthin zu fahren, war größer als der Stressfaktor“, so Tim Kühnle, denn die Olympiade findet nur alle vier Jahre statt. Von der sportlichen Fitness her habe es gepasst, aber in der Vorbereitung gab es viel zu tun. Zwar läuft die Teilnahme der deutschen Teams organisatorisch über den Deutschen Feuerwehrverband, doch jede Gruppe muss sich um ihre Ausrüstung kümmern. Obwohl sie spät dran waren, hatten die Renninger, unter ihnen auch der Kommandant Erhard Mohr, Glück, als sie in der Ortsmitte von Celje noch ein Hotel fanden, während andere Teilnehmer etwa in Turnhallen schlafen mussten.

Heißer Sommer in Slowenien

Mit der Hitze hatten aber alle Feuerwehr-Olympioniken in Slowenien zu kämpfen. Als die Renninger Wettkampfgruppe in der Mittagshitze bei 40 Grad dran war, so schnell und so fehlerfrei wie möglich mit Schläuchen und Kupplungen eine 50 Meter lange Schlauchleitung zu legen, schaffte sie das mit einer Zeit von knapp 40 Sekunden sehr gut. Doch bei der Bewertung durch das Schiedsrichterteam kassierten sie 20 Fehlerpunkte. Der Grund: Eine Kupplung war aufgegangen. „Das ist mit das Schlimmste, was passieren kann“, erklärte Timo Kühnle. „Wir vermuten, dass sich das Gummi durch die extreme Hitze stärker ausgedehnt hat, so etwas passiert im Normalfall nicht.“

Zwar legten die Renninger beim anschließenden Staffellauf – übrigens alles in Wettkampfuniformen – mit 60,3 Sekunden eine gute Zeit hin. Aber das half nicht mehr, um sie ins erste Drittel des Teilnehmerfeldes zu heben. Sie landeten auf Platz 40 von 60 gestarteten Gruppen. Das reichte noch für eine Platzierung in der Kategorie „Silber“. „Ohne diesen Fehler wären wir auf Platz 15 gekommen und hätten Gold gewonnen“, haben sie sich später ausgerechnet.

„Dabei sein ist alles“

Doch nach dem Motto „Dabei sein ist alles“ zeigten sich die Renninger, die als einzige Wettkampfgruppe aus Baden-Württemberg an der Olympiade teilnahmen, von der großen Veranstaltung beeindruckt, die in Slowenien auf die Beine gestellt worden war. „Das war schon eine riesige Dimension mit extrem vielen Zuschauern im Leichtathletikstadion“, beschreibt Benny Reyle die Atmosphäre.

„Der Internationale Feuerwehrverband hielt dort parallel einen riesigen Kongress mit vielen Veranstaltungen ab, bei denen wir uns auch umgeschaut haben“, erzählte er. Zurück zu Hause geht es nach all den Herausforderungen, die neben dem „normalen“ Dienst in der Feuerwehr zu leisten sind, schon wieder los mit dem Training. Denn Mitte September starten sie bei einem Wettkampf des Feuerwehrverbands Rheinland-Pfalz in Koblenz. Danach müsse man schauen, wie es weitergeht, sagen sie.

Es sei schwierig, Leute zu bekommen, die zusätzlich zu allem anderen noch einmal in der Woche für die Wettkämpfe trainieren wollen. Früher habe es im Kreis Böblingen viel mehr Konkurrenz gegeben. Auch in Renningen waren immer zwei Mannschaften aktiv. Heute gebe es nur noch eine A-Gruppe (bis 30 Jahre) und eine B-Gruppe (bis 65 Jahre). Corona habe auch hier vieles verändert, so Tim Kühnle. „Aber es macht einen Riesenspaß“, betonte er. Und Ramon Kilian erzählte, dass er erst vor drei Monaten dazugestoßen sei. „Durch die gute Atmosphäre bei der deutschen Meisterschaft wurde ich schon angefixt. Eventuell mache ich weiter“, meinte er. Denn das nächste große Ziel ist wieder die Olympiade in vier Jahren. Davor stehen aber die Landes- und Bundesmeisterschaften. „Wenn wir so zusammenbleiben können, haben wir gute Chancen“, zeigte sich Tim Kühnle überzeugt.