Renninger Krippe Man kann sich den Nächsten nicht aussuchen

Ministerpräsident a.D. Erwin Teufel lässt sich von Pfarrer Franz Pitzal die Renninger Krippe zeigen. Foto: factum/Bach
Ministerpräsident a.D. Erwin Teufel lässt sich von Pfarrer Franz Pitzal die Renninger Krippe zeigen. Foto: factum/Bach

Erwin Teufel plädiert an der Krippe für Nächstenliebe und Dankbarkeit.

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Renningen - Nach einem Orgelvorspiel und einem Duo aus Flöte und Saxofon „Gloria in excelsis Deo“ intonieren die Instrumente „Stille Nacht“, und das zahlreiche Publikum in der Martinuskirche singt mit. Und dann freut sich Pfarrer Pitzal über einen ganz besonderen Gast, der seit Jahren regelmäßig die Renninger Krippe besucht. „Als er noch Ministerpräsident war, ham mr an Boga om an g’macht“, gibt Pitzal verschmitzt zu – es ist Erwin Teufel!

Erwin Teufel, der von 1991 bis 2005 Ministerpräsident von Baden-Württemberg war, weist zu Beginn seines frei gehaltenen Vortrags auf die Bedeutung des Liedes hin: „Es ist Weltkulturerbe und hat sich wie eine Lawine über die ganze Welt verbreitet – und hier in der Krippe wird uns die Botschaft bildhaft vor Augen geführt: ‚Christ, der Retter ist da!’“ Diese Liedzeile bildet das Leitmotiv in Teufels Vortrag. Er schlägt einen weiten Bogen von der Geburt Christi über die Gemeinschaft der frühen Christen – zu der, wie er betont, auch Frauen gehört haben – bis zu unserer Gegenwart voller Konflikte und Unruhe.

Liebender Vater – kein strafender Gott

Für Erwin Teufel, der mit seiner Frau Edeltraud vier Kinder hat, ist die Botschaft von Weihnachten: „Gott ist der bedingungslos liebende Vater im Unterschied zum strafenden Gott des Alten Testaments.“ Und weiter: „Seit der Geburt Christi“, so Teufel, „haben die Menschen wieder Hoffnung.“ Und was können die Menschen tun, um die christliche Botschaft lebendig werden zu lassen? Die Nächstenliebe, „liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, ist für Teufel der Appell, der vom Vorbild Jesu an uns gerichtet ist. Zahlreiche biblische Geschichten zeigen Jesus als Helfer und barmherzigen Samariter.

„Und wer ist unser Nächster?“, fragt Erwin Teufel. Er ist überzeugt: „Wir können uns den Nächsten nicht aussuchen, wir müssen ihn sehen – nicht übersehen!“ Das kann in der Gemeinde sein, in einer Flüchtlingsfamilie, im Verein oder in der Nachbarschaft.

Der zweite Appell von Erwin Teufel ist seine Aufforderung zur Dankbarkeit: „Seit der Entstehung des Liedes ,Stille Nacht’ vor 200 Jahren waren Generationen von Menschen immer wieder in Kriege verwickelt, und wir dürfen in Frieden leben!“

Die Orgel stimmt „O du fröhliche“ an, das Publikum singt gerne mit, bis die Orgel zum Motiv von „Stille Nacht“ zurückfindet. Mit einem Vaterunser beschließt Pfarrer Pitzal das Abendlob und fordert alle auf, das Menschliche in die Welt hinauszutragen. Besonders beeindruckt ist Erwin Teufel vom Ideenreichtum und der Bildhaftigkeit der Renninger Krippe, erzählt er hinterher – und dem Lied „Stille Nacht“, „das die Herzen berührt“. Zum Abschluss gibt es noch ein Erinnerungsfoto von Erwin Teufel vor der Krippe inmitten seiner Enkelschar, dazu Franz Pitzal und der Bürgermeister.

Das Programm: www.renninger-krippe.de




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