Renninger Krippe Ministerin plädiert für Gemeinsamkeit und Respekt

Von Brunhilde Arnold 

Susanne Eisenmann (CDU) betont an der Krippe die Bedeutung des Religionsunterrichts.

Susanne Eisenmann spricht an der Renninger Krippe. Foto: factum/Jürgen Bach
Susanne Eisenmann spricht an der Renninger Krippe. Foto: factum/Jürgen Bach

Renningen - Ich habe großen Respekt davor, was hier seit Jahrzehnten geleistet wird“, hat Susanne Eisenmann an die Adresse von Pfarrer Franz Pitzal gesagt. Es sei etwas Besonderes, hier sprechen zu dürfen. Die baden-württembergische Kultusministerin war am Sonntag zum Abendlob an die Renninger Krippe nach Malmsheim gekommen. Mit dabei waren ebenfalls der Bundestagsabgeordnete Marc Biadacz und die Landtagsabgeordnete Sabine Kurtz, beide CDU. Auch Pädagogen und Schulleiter, wie etwa die Rektorin der Friedrich-Silcher-Schule in Malmsheim, Verena Weidmann-Reisser, lauschten den Worten ihrer obersten Dienstherrin.

Susanne Eisenmann bezog sich in ihrer Rede auf den Psalm 121, der das diesjährige Motto der Krippe beschreibt: „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen.“ Jeder Mensch werde immer wieder Bergen gegenüberstehen und man frage sich, wo Hilfe herkomme. Das Jahr 2020 sei noch jung, trotzdem habe die Menschheit schon mit Naturkatastrophen und Kriegen zu tun. Und gerade an den Feiertagen gebe es viele einsame Menschen. „Wir müssen das Gespräch mit anderen suchen, zuhören und sie nicht allein lassen,“ sagte die christdemokratische Politikerin. Es sei wichtig, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und denen zu helfen, die Hilfe brauchen. Die Ministerin lobte die Spendenaktion, die alljährlich mit der Renninger Krippe verbunden ist, und sagte, dass gerade in Baden-Württemberg die Spendenbereitschaft sehr groß sei. Auch in Deutschland gehe es nicht allen Menschen gut. Ihnen zu helfen sei nicht nur eine christliche, sondern auch eine staat­liche Pflicht. Mit Blick auf das Thema Flüchtlinge sagte sie, es müsse jenen ­geholfen werden, die politisch verfolgt werden. „Auf die müssen wir uns konzentrieren“, so die CDU-Politikerin.

Ethik- und Religionsunterricht sind wichtig

In Bezug auf das Evangelium als frohe Botschaft betonte sie die Bedeutung des Religionsunterrichts an den Schulen. „Selbstverständlich brauchen wir Bekenntnisunterricht“, sagte die Kultusministerin. Und auch im Ethik-Unterricht müsse es ein Angebot geben, „wo wir Halt geben“, so Eisenmann. Lehrer und Eltern müssten gemeinsam dazu beitragen, ­jungen Menschen Halt und Lenkung zu geben. Sie betonte die Bedeutung von gemeinsamem Handeln, wie es etwa auch im Sport- oder Musikunterricht in der Schule geübt werde.

Gerade junge Menschen würden derzeit fragen, wie wir mit der Umwelt um­gehen, sagte Eisenmann mit Blick auf die ­aktuellen Proteste. Es stelle sich die Frage nach der Bewahrung der Schöpfung. Doch bei allem Engagement dürfe nie der Respekt den anderen und deren Meinung gegenüber verloren gehen, „sonst bauen wir Berge auf und verlieren den Blick auf den anderen.“ Die umstrittene WDR-Satire mit der viel zitierten Umweltsau-Oma nannte sie „einfach nur blöd“. „Die eigene Überzeugung ja, aber nicht das Ganze aus dem Blick verlieren“, so plädierte sie schließlich. „Wir müssen alle gemeinsam etwas leisten“, dann könne man alle Berge überwinden.

Ein Himmel in Reserve

Erhielt Susanne Eisenmann für ihre Rede viel Beifall, so erntete Bürgermeister Wolfgang Faißt anschließend zusätzlich noch einige Lacher. „Unsere Renninger Krippe ist jetzt ins Schwabenalter gekommen“, sagte er mit Hinweis auf das 40-­jährige Bestehen dieser schon längst zur Institution gewordenen Veranstaltung in der Rankbachstadt. Beim Aufbau der Krippe habe man festgestellt, dass der blaue Stoff, aus dem der Himmel gebildet wird, an manchen Stellen zerrissen und löchrig war. Also habe Pfarrer Pitzal neues Material bestellt, das aber nicht mehr rechtzeitig kam. So reparierten die Aufbauhelfer den alten Stoff und montierten ihn. Deswegen sei Franz Pitzal wohl der einzige Pfarrer weltweit, der noch einen Himmel in Reserve habe, sagte Faißt mit einem Augenzwinkern.

Mit dem 27-jährigen Manuel Bühler aus Herrenberg stand schließlich noch ein junger Mann am Rednerpult, der davon sprach, was ihm der christliche Glaube und die Beziehung zu Gott bedeutet. Der Ex-Profifußballer hatte beim 1. FC Nürnberg und bei 1860 München gespielt, bis Verletzungen seine Karriere beendeten. In dieser schweren Zeit habe er erfahren, dass die Botschaft von Jesus für sein ­Leben relevant sei und dass der Glauben ihn trage. Inzwischen spricht Bühler vor Schulklassen über Sport und Glaube. „Ich versuche, jungen Menschen ein Vorbild zu geben und sie zu inspirieren. „Was gibt mir als Mensch meinen Wert und wofür lebe ich eigentlich?“ seien Fragen, über die er mit den Schülern spreche. Mit Jesus habe er „das ultimative Vorbild“ dafür, Nächstenliebe zu leben und für andere da zu sein.