Repair-Café in Stuttgart Reparieren als Gemeinschaftserlebnis

Von Benjamin Schieler 

Gegenseitig Sachen reparieren, den Müll reduzieren und sich dabei kennenlernen: Das ist im Kern die Idee des Repair-Cafés. In Stuttgart-West findet es am Wochenende nun zum ersten Mal statt.

Der Nachhaltigkeitsgedanke ist Felix Hebeler (links) und Tobias Koßbiel bei ihrem Repair-Café wichtig. Am Samstag feiern sie Premiere. Foto: Kathrin Thimme
Der Nachhaltigkeitsgedanke ist Felix Hebeler (links) und Tobias Koßbiel bei ihrem Repair-Café wichtig. Am Samstag feiern sie Premiere. Foto: Kathrin Thimme

S-West - Wenn Tobias Koßbiel über Konsumwahn spricht, über den Umgang mit Gegenständen, die zwar kaputt sind, aber nicht irreparabel, kann der Westler emotional werden. „Es ist ein Unding, wie viele Dinge wir sorglos wegwerfen“, sagt Koßbiel, der gemeinsam mit Felix Hebeler ein Repair-Café initiiert hat. Am Samstag, 24. Mai, 10 bis 15 Uhr, ist im Westquartier am Bismarckplatz in der Elisabethenstraße 26 die Premiere.

Koßbiel und Hebeler wollen in ihrem Café handwerklich geschickte Menschen und Tüftler mit denen zusammenbringen, die einen kaputten oder defekten Gegenstand haben und ihn nicht selbst reparieren können oder dies zumindest glauben. Die Experten, die sich in mehreren Vorbereitungstreffen in den vergangenen Wochen zusammengefunden haben, sollen entweder selbst Hand anlegen oder Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Oft fehle es Laien nur am nötigen Selbstvertrauen oder Werkzeug, um einen einfachen Defekt mit eigenen Händen zu beseitigen, sind die Organisatoren überzeugt.

Lokale Geschäfte sollen einbezogen werden

Nachhaltigkeitsgedanken standen für Koßbiel und Hebeler am Anfang ihrer Überlegungen. Wer Gegenstände länger nutze, leiste einen Beitrag für eine ökonomisch und die ökologisch bewusstere Gesellschaft, finden sie. Doch ihr Repair-Café hat auch eine nachbarschaftliche und soziale Komponente. Die Treffen sollen die Basis für eine Gemeinschaft bilden, in der sich beispielsweise der Computer-Experte mit dem kaputten Stuhlbein und der Handwerker mit dem defekten Laptop-Lüfter austauschen. Für Koßbiel und Hebeler ist es zudem selbstverständlich, eventuell benötigte Ersatzteile in Geschäften aus der Umgebung zu besorgen. „Wir wollen lokale Gemischtwarenläden einbeziehen“, sagt Koßbiel.

Jeder Besucher des Repair-Cafés darf bei der Premiere einen zu reparierenden Gegenstand mitbringen. Experten aus den Bereichen Elektronik, IT, Textilien und Handwerk stehen bereit, bei gutem Wetter wird es vor dem Westquartier zudem eine Fahrradstation geben. Zur Finanzierung bitten die Organisatoren um Spenden. Eine einmalige Sache soll das Repair-Café keinesfalls bleiben. Die nächsten Treffen sind für 5. Juli und 2. August angesetzt.

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