Reporter-AG am Eislinger Erich-Kästner-Gymnasium Demnächst sogar mit Auslandskorrespondent

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Am Erich-Kästner-Gymnasium in Eislingen sorgt eine Reporter-AG für die interne Kommunikation und für die Öffentlichkeitsarbeit. Aber nicht nur das.

Recherchieren, fotografieren, veröffentlichen: Chiara Gazvoda  (rechts) Enya Reik  und Erik Wöllner zeigen, worum es der Eislinger Reporter-AG geht. Foto: Jannik Winter/Reporter-AG
Recherchieren, fotografieren, veröffentlichen: Chiara Gazvoda (rechts) Enya Reik und Erik Wöllner zeigen, worum es der Eislinger Reporter-AG geht. Foto: Jannik Winter/Reporter-AG

Eislingen - Ob sie später wirklich einmal „irgendwas mit Medien“ machen wollen, wissen bis jetzt noch die wenigsten. Rebecca Specht schreibt zwar gerne „und das nicht nur für mich selbst“, während Chiara Gazvoda erklärt, „dass sich das ein paar von uns schon vorstellen können“. Bis jetzt aber besuchen die beiden 16-Jährigen noch die Schule, genauer gesagt das Erich-Kästner-Gymnasium (EKG) in Eislingen. Mit sechs Gleichaltrigen aus der zehnten und aus der elften Klasse haben sie im vergangenen September in der Reporter-AG zusammengefunden.

Die freiwillige Arbeitsgemeinschaft geht auf eine Idee der Deutsch- und Gemeinschaftskundelehrerin Lydia Meinel zurück. Zusammen mit ihrer Kollegin Dorothea Weber betreut sie das Projekt. Umgesetzt wird es allerdings in erster Linie von den jungen Journalisten, die konferieren, recherchieren, fotografieren, bei Bedarf filmen und ihre Beiträge letztlich auch veröffentlichen. Dabei werden gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen: So berichtet die Reporter-AG zum einen über das schulische Leben und über die EKG-Interna. Zum anderen geht sie mit den dafür vorgesehenen Inhalten aber auch nach außen und versorgt das Amtsblatt oder die Lokalzeitung mit Informationen. Die Themen sind vielfältig und reichen von den Schulsanitätern über die Theater-AG bis hin zum internationalen Schüleraustausch.

Über die Artikel wird eifrig diskutiert

Bespielt werden dabei sämtliche Kanäle. Die Homepage der Schule gilt es regelmäßig mit Online-Beiträgen zu bestücken. Wann immer es sinnvoll erscheint, wird auch Papier bedruckt. Und als auf dem Schulgelände ein Baum gepflanzt wurde – in Zusammenhang mit der Aktion „Plant the planet“ –, entstand in Kooperation mit dem lokalen TV-Sender „Filstalwelle“ sogar ein Fernsehbeitrag der Reporter-AG.

Veranstaltungen an der Schule werden ebenfalls thematisiert. Als etwa die ehemalige Germany’s-next-Topmodel-Teilnehmerin Kea Rachel Cook über den Schlankheitswahn in ihrer Branche sprach oder als der Literaturkritiker Denis Scheck am EKG die kühne Forderung aufstellte, dass Bücher verboten werden sollten, um die Neugier auf das Lesen wieder zu wecken, waren die jungen Journalisten dabei.

Vom städtischen Mitteilungsblatt erreichte die Reporter-AG jüngst die Bitte, einen Beitrag über die Schulmensa zu verfassen, weil zu wenige Schüler das Essensangebot nutzen. Der Auftrag wurde erfüllt und als Pro-und-Kontra-Geschichte geliefert. Dabei wird über die Inhalte der Artikel im Team ebenso eifrig diskutiert wie über die Umsetzung. Bildet der Text das Thema ab? Was kann man wie schreiben? Gibt es vielleicht bessere Formulierungen?

Ein Werbefilm für das EKG soll gedreht werden

Inzwischen hat sich innerhalb der Gruppe auch eine Eigendynamik entwickelt. So tut sich Enya Reik mehr und mehr als Fotografin hervor, während sich andere eher im Grafik-, Video- oder Onlinebereich zuhause fühlen. Zudem sehen sich einige Schüler-Reporter bereits in Eislingen selbst und damit außerhalb der Schule nach Geschichten um, die sie bewegen. Von September an wird der Fokus noch stärker geweitet: Dann geht Erik Wöllner für ein Jahr als Austauschschüler nach South Dakota und wird sozusagen als Auslandskorrespondent aus den USA berichten. „Das ist zwar nicht der Nabel der Welt“, sagt er. Aber das sei Eislingen ja auch nicht, was sich für vergleichende Berichte, etwa zwischen den Schulen, gut eigne.

Und auch wenn neben Wöllner das eine oder andere Mitglied im nächsten Schuljahr der Reporter-AG – abiturbedingt – den Rücken kehren sollte, rechnen alle damit, dass das Projekt weitergeht. Annalena Schmidt, Ellie Hopp und Franziska Schindler sind erst in der Zehnten. Und die Lehrerinnen Meinel und Weber wissen, dass es „in den unteren Klassen schon Interessenten gibt“. Zu tun gibt es genug. Neben der aktuellen Berichterstattung soll bald ein Werbefilm für das EKG gedreht werden.




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