Restaurant im Forum Ludwigsburg Danza: Oft zu, aber nicht geschlossen

Neues Konzept: Das Danza entwickelt sich mehr zur Event-Location. Foto: Simon Granville

Das Restaurant im Forum Ludwigsburg schränkt seine Öffnungszeiten ein. Seit dem Jahreswechsel hat es nur noch offen, wenn im Forum Veranstaltungen sind. Eine Neuaufstellung, die unterschiedliche Ursachen hat.

Ludwigsburg: Sandra Lesacher (sl)

Vor zweieinhalb Jahren war das Danza angetreten, um Restaurant und Weinbar zu sein, um den Gästen des Ludwigsburger Forums als kulinarische Anlaufstelle zu dienen, um große wie kleine Veranstaltungen zu begleiten und Gäste zum À-la-Carte zu empfangen. Zum Jahreswechsel stellte sich das Danza neu auf – diesmal nicht personell, sondern inhaltlich.

 

Die Öffnungszeiten – bislang Dienstag bis Samstag – sind seither deutlich zusammengekürzt. Konkret heißt das, dass das Restaurant nur noch offen hat, wenn im Forum Veranstaltungen stattfinden, also häufig freitags und samstags. Insgesamt kommt die Location damit auf rund 80 Öffnungstage im Jahr.

Wo liegt also das Problem?

Gleichzeitig haben die Better Taste GmbH, die das Danza betreibt, und Tourismus und Events Ludwigsburg (Telb) ihren Vertrag für den Betrieb des Restaurants bis 2026 verlängert. Der ursprüngliche Vertrag wäre im Sommer 2024 ausgelaufen. Es sind also offensichtlich alle Beteiligten zufrieden, ebenso die Gäste, die das Danza im Internet mehrheitlich sehr gut bewerten. Wo liegt also das Problem, dass die Öffnungszeiten so drastisch eingeschränkt werden?

Die Gründe sind vielfältig, macht Andreas Müller, der Geschäftsführer der Better Taste GmbH, im Gespräch deutlich. Da ist zum Beispiel das Problem, dass sich auch in der Gastronomie niemand mehr darum reißt, am Wochenende zu arbeiten. Nach den neuen Konzept, immer an den Theatertagen offen zu haben, trifft es zwar auch Freitage und Samstage – aber nicht mehr so viele. Heißt: „Die Work-Life-Balance für die Mitarbeiter steigt“, sagt Andreas Müller. „Ein Thema, das auch an uns nicht vorbei geht.“

Ein weiteres Problem ist Rückkehr zum ursprünglichen Mehrwertsteuer-Satz von 19 Prozent. Das sei, so Müller, ursprünglich von der Politik anders versprochen gewesen und letztlich dann erst sechs Wochen vor Jahresende klar geworden. „Heißt für uns im À-la-Carte, dass wir die Preise nicht nur fünf bis sechs Prozent wegen der Inflation erhöhen müssen, sondern zusätzlich um zwölf Prozent wegen der Mehrwertsteuer. Sonst wird es betriebswirtschaftlich komisch.“

Auch, wenn Better Taste mit dem Danza kein Geld verdienen muss. Kerngeschäft ist zum einen Catering – für die Formel 1, die DTM, die MHP-Areana, das Forum und viele andere. Zum anderen werden Kitas und Schulen bis Stuttgart und Mannheim mit Speisen beliefert. In beiden Geschäftsbereichen zusammen arbeiten zwischen 650 und 700 Mitarbeitern. Das Danza fällt da betriebswirtschaftlich kaum ins Gewicht, sagt Müller. „Es ist keine Cash Cow, sondern ein Flagship für Better Taste.“

„Ein Stück weit ist das politisch auch so gewollt“

Und das soll es auch weiter bleiben. Aber eben nicht im Problemfeld eines normalen Alltagsrestaurants. „Warum sollen sich meine Mitarbeiter mit solchen Problemen beschäftigen? Gschäft ist trotzdem genügend da.“ Die Anfragen für geschlossene Veranstaltungen werden immer mehr, hinzu kommen Firmenevents und die Veranstaltungen im Forum. Zudem soll es Pop-Up-Abende im Restaurant geben. „Klar, fällt das À-la-Carte in dem Sinn weg, aber die Welt dreht sich weiter. Ein Stück weit ist das politisch auch so gewollt“, sagt Müller.

Er sagt das ohne Verbitterung. „Wir können die Politik nicht ändern, aber wir können reagieren. Und: Wir hören ja nicht auf.“ Wer im Danza essen möchte, kann das auch weiterhin tun – eben an jenen Öffnungstagen, die auf der Homepage ersichtlich sind. Kulinarisch wird die „Essenz aus den vergangenen zweieinhalb Jahren“ geboten, so Müller. „Eine bunte Mischung aus einigen Klassikern und ein bisschen was Besonderes.“

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