Restaurant in Aidlingen-Dachtel Neue Pächter für Kult-Gaststätte Neunzehn54 – Auf was sich Gäste freuen können

, aktualisiert am 03.03.2026 - 13:01 Uhr
Dimitroula Zouma und ihr Mann haben das Neunzehn54 übernommen. Foto: Eibner-Pressefoto/Andreas Ulmer

Das Neunzehn54 in Dachtel hat mit Dimitroula Zouma eine neue Pächterin gefunden. Worauf sich die Gäste künftig freuen können.

Es ist Donnerstagvormittag, elf Uhr. Dimitroula Zouma ist mächtig im Stress. In einer Stunde öffnet ihr griechisch-deutsches Restaurant für den Mittagstisch. Bis dahin müssen noch die Salate vorbereitet und die Tische gedeckt werden. „Mein Mann und ich machen alles nur zu zweit“, sagt Dimitroula Zouma. „Nur unser Sohn hilft am Wochenende manchmal mit.“

 

„Wir setzen auf unkomplizierte Gerichte, die jedem schmecken.“

Dimitroula Zouma, Gastronomin

Dimitroula Zouma ist die neue Pächterin des Dachteler Schützenhaus-Restaurants Neunzehn54. Eine Kult-Gaststätte, die sich trotz ihrer eher abgeschiedenen Lage großer Beliebtheit erfreut. In der Aidlinger Ortsgruppe auf Facebook wurde schon Wochen vor der Neueröffnung darüber diskutiert, wann und ob das Lokal wohl wieder öffnen wird. „Am ersten Tag war es schon richtig voll hier“, zeigte sich die Ehninger Gastronomin überrascht. Über zu wenig Gäste könne sie sich aktuell nicht beklagen. „Aber wie sagt man so schön: Neue Besen kehren gut“.

Das Dachteler Schützenhaus- Restaurant hat einen neuen Pächter. Foto: Eibner-Pressefoto/Andreas Ulmer

Schützenhaus-Restaurant in Dachtel bekommt neue Speisekarte

Mit den neuen Pächtern kommt auch eine neue Speisekarte, auf der sich nun deutsch-griechische Spezialitäten befinden. „Wir machen keine großen Akropolis- oder Olympia-Menüs“, schmunzelt Dimitroula Zouma. „Wir setzen auf unkomplizierte Gerichte, die jedem schmecken.“

Auch das Mittagstisch-Angebot gab es bislang im Neunzehn54 nicht, erfreut sich aber schon jetzt großer Beliebtheit. „Wahrscheinlich, weil hier in der Umgebung kaum noch jemand so was anbietet“, vermutet Dimitroula Zouma. „Es machen ja leider immer mehr Lokale zu.“

Schwierige Zeiten für die gesamte Gastro-Branche

Die Gründe dafür kann die Deutsch-Griechin durchaus nachvollziehen. „Die Branche hat es nicht leicht“, sagt sie aus eigener Erfahrung. Nicht nur die steigenden Kosten für Strom, Energie und Co. machen Gastronomen zu schaffen. „Auch neues Personal zu bekommen, ist extrem schwierig geworden.“ Vor allem in kleinen Ortschaften, die keine Universitäten in der Nähe haben und Studenten anziehen. Und aus Leidenschaft entscheidet sich heutzutage kaum noch jemand für den Beruf als Koch. „Das ist einfach ein harter Job“, sagt Dimitroula Zouma. „Man muss dafür gemacht sein.“

Auch die 58-Jährige hat in den vergangenen Jahren schon mehrfach überlegt, ihren Job an den Nagel zu hängen. „Ich hatte sogar schon mal für einige Zeit pausiert“, erinnert sie sich. „Aber ich konnte es dann doch nicht lassen.“

Dimitroula Zouma: Gastronomin mit Leib und Seele

Denn Dimitroula Zouma ist Gastronomin mit Leib und Seele. „Mit macht es Freude, mit Menschen zu arbeiten“, sagt sie. „Wenn es allen schmeckt und man lachende Gesichter sieht, motiviert das.“ Durch ihre Arbeit in der Gastronomie hätten sich sogar mit der Zeit Freundschaften zu einigen Gästen gebildet. Auch Feierlichkeiten und Veranstaltungen wie Geburtstage übernimmt Dimitroula Zouma gerne. „Das sind immer besondere Herausforderungen, so was macht Spaß.“

Mittlerweile blickt die gebürtige Plochingerin auf eine 30-jährige Gastronomie-Karriere zurück. „Als ich angefangen habe, hat man die Gäste ihr Essen noch selbst würzen lassen“, erinnert sie sich kopfschüttelnd. „Da wurden wir angehalten, möglichst nicht zu intensiv zu würzen.“ Heute sei das genaue Gegenteil gewünscht.

Wie und warum genau ihre Karriere in der Gastronomie-Branche begonnen hat, will Dimitroula Zouma nicht erzählen. Was sie aber verrät ist, dass die Gastronomie-Leidenschaft eine Familiensache zu sein scheint. Zwar hatten die Eltern der gebürtigen Plochingerin nichts mit Restaurants am Hut. „Aber ich habe sechs Geschwister und alle waren bis zu ihrem Ruhestand in der Gastronomie tätig“, sagt Dimitroula Zouma. „Die Älteste hat es vorgemacht und alle anderen haben ihr nachgeeifert.“

Schützenhaus-Restaurant in Dachtel: Im Familienbetrieb packen alle mit an

Das Neunzehn54 ist übrigens nicht ihr erstes Pachtverhältnis in einem Sportheim. Zu Dimitroula Zoulas Stationen gehörten unter anderem ein Sportheim in Stuttgart und eins in Neuhengstett. Außerdem betrieb sie jahrelang die Gechinger Adlerstube. Alles gemeinsam mit ihrem Mann. „Er übernimmt den Service, ich die Küche“, erklärt Dimitroula Zouma die Aufgabenverteilung.

Das Neunzehn54 soll nun das Abschlussprojekt des Ehepaars werden. Ein Familienbetrieb, in dem alle mitanpacken. Wie sich das Neunzehn54 unter den neuen Pächtern weiterentwickelt? Das weiß Dimitroula Zouma selbst noch nicht. „Unser Ziel ist es, dass die Schützen und die Dorfgemeinschaft mit uns zufrieden sind“, sagt sie.

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