Das Bahnhöfle soll nicht auf Dauer leer stehen. Foto: Werner Kuhnle
Das Restaurant in Steinheim-Kleinbottwar im Kreis Ludwigsburg ist seit einigen Monaten verwaist. Doch es soll einen Neuanfang geben – unter der Regie der Stadt, die das Grundstück gekauft hat.
Christian Kempf
22.07.2024 - 10:58 Uhr
Seit einigen Monaten haben die Kleinbottwarer eine Möglichkeit weniger, direkt im Ort einzukehren. Im Bahnhöfle des Steinheimer Stadtteils werden keine Besucher mehr bedient, der Herd ist aus, die Gaststätte geschlossen „Die Pächterin hat aus wirtschaftlichen Gründen aufgehört“, sagt Stephan Retter, Erster Beigeordneter der Kommune. Allerdings soll die Küche nicht auf Dauer kalt bleiben. Es wird ein Nachfolger gesucht.
In einer Anzeige wird potenziellen Interessenten eine Bewerbung dadurch schmackhaft gemacht, dass die Gaststätte „entlang dem schönen Bottwartalradweg“ liege. Jetzt ist es natürlich nicht ungewöhnlich, wenn in einer Annonce derlei Vorzüge herausgestrichen werden. Bemerkenswert ist aber, an wen man weitere Rückfragen richten kann: an die Stadt selbst. „Das Grundstück war auf dem Markt, und wir haben es gekauft“, erklärt Stephan Retter. Neben den Melchior-Jäger-Stuben in Höpfigheim sowie dem Kelterstüble und dem Bahnhöfle in Steinheim hat die Kommune damit eine vierte Gaststätte im Portfolio.
Auf ein bestimmtes gastronomisches Konzept hat sich die Stadt für das Restaurant nicht festgelegt. Foto: Werner Kuhnle
Allerdings hat man sich nicht deshalb das Areal in Kleinbottwar gesichert. Hintergrund ist vielmehr, dass es sich um eine potenzielle Schulentwicklungsfläche handelt. Besteht zum Beispiel Bedarf, die angrenzende örtliche Grundschule zu erweitern oder eine Mensa zu bauen, wäre die Kommune nun komplett handlungsfähig – nachdem sich die anderen Grundstücke in diesem Bereich längst in ihrem Besitz befinden. „Jetzt könnten wir reagieren“, sagt Stephan Retter.
Am Ende muss es passen
Ob das jemals nötig sein wird, ist Zukunftsmusik. Aktuell bemüht sich die Stadt, die Gaststätte wieder mit Leben zu füllen. „Wir schauen, ob sich jemand bewirbt, und prüfen dann, ob das Konzept hierher passt“, erklärt der Erste Beigeordnete. Die Kommune macht folglich vorab keine Vorgaben und Einschränkungen, was das Konzept anbelangt. Retter betont zudem, dass das Ausscheiden der vorherigen Pächterin nicht als Reaktion auf den Kauf der Immobilie durch die Stadt erfolgt sei.