Restaurant-Test: Namaste India in Stuttgart Mehr Schärfe, bitte!

Von Bettina Hartmann 

Am Berliner Platz in Stuttgart hat eine Filiale des Dürrlewanger Restaurants Namaste India eröffnet. Auf der Karte stehen nordindische Spezialitäten, etwa Tandoori-Gerichte.

  Foto: Lichtgut/Jan Reich
  Foto: Lichtgut/Jan Reich

Stuttgart - Herber Safran, scharfer Ingwer, süßliche Tamarinde: Die Gewürzvielfalt der indischen Küche ist überwältigend. Auch sonst bietet sie viel Abwechslung und hat zahlreiche regionale Spezialitäten hervorgebracht, was auch an der Größe des Landes liegt. Der Süden etwa setzt auf Schärfe, die Gerichte sind oft vegetarisch. Im Norden dagegen kommt häufiger Fleisch auf den Tisch, etwa aus dem Tandoor, einem traditionellen Tonofen. So auch im Namaste India, das vor wenigen Monaten am Berliner Platz eröffnet hat. Trotzdem kommen dort auch Vegetarier und veganer nicht zu kurz.

Mitunter kann es dauern

In der Lokalität an der Ecke Schloß-/Fritz-Elsas-Straße haben sich schon viele Gastrobetriebe versucht, zuletzt ein Italiener – ohne Erfolg­. Selbigen hat Ramesh­ Taneja mit seinem Namaste India bereits seit gut acht Jahren in Dürrlewang, weshalb er nun auch in der Innenstadt mit einer Filiale Fuß fassen will. Da seine Familie aus Delhi stammt, liegt der Schwerpunkt auf nordindischer Küche, zu deren Spezialitäten allerlei­ Linsengerichte und eben Tandoori-Gerichte gehören. „Das Garen im Tonofen ist aufwendig“, erklärt Taneja. Weil er in seinen Restaurants zudem Wert auf frische Zutaten und Zubereitung lege, könne es mitunter dauern.

Am Testabend sind zumindest die Vorspeisen flugs serviert: Papadams, also dünne Linsenfladen (1,80 Euro), und die knusprig frittierten Zwiebelringe Piaz Bhaji (6,50 Euro), beides mit Minzsoße serviert, sind eine gute Einstimmung. Während des Wartens auf die Hauptgerichte schmecken Nimboo Paani (3,80 Euro), ein je nach Geschmack süß oder salzig gehaltenes Zitronenwasser, sowie­ Mango-Lassi (4 Euro) – cremig und ziemlich mächtig, weshalb man nicht zu viel davon trinken sollte.

Das Mittagsbüffet wird gut angenommen

Eine Wucht ist Paneer Karahi (14,50 Euro): hausgemachter Frischkäse in einer gehaltvollen Soße mit Tomaten, Zwiebeln und Paprika, die mit dem extra bestellten Knoblauch-Naan-Brot (3,20 Euro) bis zum letzten Rest ausgetunkt wird. Das Daal Makhni (11,50 Euro), schwarze Linsen in Curry-Soße­, hätte jedoch wie Mutton Tikka (18 Euro), Lamm aus dem Tandoor, entschiedener gewürzt, sprich mit deutlicheren Koriander­-, Muskat- und Kreuzkümmel-Noten, und schärfer ausfallen können. Eigentlich frage der Service nach dem gewünschten Schärfegrad, sagt Taneja. Am Testabend allerdings wurde dies vergessen. Überhaupt wirkte der freundliche Service ein wenig­ unbeholfen.

Da die Portionen nicht zu üppig ausfallen, gibt’s zum Nachtisch Gulabjamun (3,90 Euro): Milchbällchen mit Nüssen in Rosenwasser – nichts für die schlanke Linie, aber eine Sünde wert. Man wünscht dem Namaste­ India auch in der Innenstadt Erfolg­. Das Mittagsbüffet (montags bis freitags zu 8,50 Euro) wird jedenfalls schon jetzt gut angenommen.

Namaste India,
Schloßstraße 53 A, Stuttgart-Mitte, Telefon 07 11 / 50 07 62 00, http://namaste-india-restaurant.com . Mo bis Fr und So von 11.30 bis 14.30 Uhr und von 17.30 bis 23 Uhr, Sa von 17.30 bis 23 Uhr.