Restaurant-Test: Vietal Kitchen in S-Ost Besuch in Hipsterhausen

Von Anja Wasserbäch 

In der vietnamesischen Küche am Ostendplatz ist zumindest mit der Ente alles gut. Besonders hübsch ist auch die Einrichtung im Stil eines asiatischen Kolonialhauses.

Patricia Dangserviert einen „exotischen Tempel“. Foto: Lichtgut/Willikonsky
Patricia Dangserviert einen „exotischen Tempel“. Foto: Lichtgut/Willikonsky

Stuttgart - Es gibt Menschen, die sagen seit vielen Jahren, dass der Stuttgarter Osten der kommende Stadtteil sei. Der neue „place to be“, wie die urbanen Menschen es nennen würden. Dazu gehören neben den jungen Menschen natürlich Bars, Kneipen, Restaurants (und auch steigende Mietpreise, „by the way“).

Mit dem Vietal Kitchen am Ostendplatz ist ein Anfang gemacht. Optisch fühlt man sich doch sehr an Berlin-Mitte erinnert, auch wenn das Konzept (Einrichtung: vietnamesisches Landhaus zur Kolonialzeit; Essen: vietnamesische Küche mit Superfoods) eigentlich aus Hannover kommt. Die Inhaber sind Nancy Trinh und Dykju Bui, die unter anderen auch das Mikoto in Stuttgart und das Umami Restaurant in Berlin betreiben. Und ja, doch: Hübsch ist es geworden, der Frauenanteil an diesem Abend ist hoch, der Service bemüht und freundlich, das frische Essen kommt recht schnell auf den Tisch.

Am Ende geht’s darum, was auf den Tellern ist

Denn ja: Bei allem Drumherum, den schönen Bildern auf Instagram oder den Blogeinträgen über Smoothies und Frühstück, geht es am Ende doch um das, was auf den Tellern ist. Ach, ist das alles hip hier. Selbst die Getränke haben coole Namen. So ordern wir erst mal „Gorgeous Ginger“ (4,40 Euro), eine hausgemachte Ingwerlimonade mit Kumquat, Kurkuma, Minze und Ingwerstreifen, die erfrischend und leicht scharf ist. „Spring Shower“ (4,90 Euro) ist Kokoswasser mit Holunderblüten, Litschi, Gurken und Limettenblättern, wobei vor allem die Gurke heraussticht.

Bei den Vorspeisen wie auch bei den Hauptgerichten ist eines sehr gut, das andere eher mau: So schmecken die Shaolin-Rollen (4,90 Euro) ganz wunderbar, während die „Ente im Pyjama“ (5,90 Euro), ­vietnamesische Pfannkuchen gefüllt mit ­Entenfiletstreifen, Korianderpesto und Lauchsalat mit einem Erdnuss-Soja-Dip, leicht trocken ist.

Bei den Hauptgerichten sitzt die eine etwas enttäuscht über der „Dragon Bowl“ (12,90 Euro), die sich optisch mit viel Grünzeug und frischem Gemüse gut macht, die Garnelen kross sind, aber die gedämpften Reisnudeln leider kalt sind. Die andere freut sich aber über den „Feuervogel“, einen wunderbaren Curry mit etwas zu durchgebratenem Entenfilet mit Naturreis serviert. Zum Nachtisch dann „Cheese please“ (5,90 Euro), ein Matcha-Käsekuchen mit Frischkäse und Biskuitteig, der toll schmeckt. Neben supergesunden Getränken gibt es auch Wein (Bio natürlich), von denen der Grauburgunder vom Weingut Zähringer perfekt zur asiatischen Küche passt. Das Vietal Kitchen hat ein modernes urbanes Konzept, das wohl funktionieren wird. Auch im „real life“. Auf der Karte wird empfohlen, während des Essens mal nicht auf das Smartphone zu schauen. Aber auch: „Wir freuen uns über Verlinkungen auf deinen Selfies und Posts.“

Die Bewertung:

Küche drei von fünf Sternen

Service drei Sterne

Ambiente vier Sterne

Vietal Kitchen, S-Ost, Landhausstraße 181, Telefon 07 11 / 72 23 35 78; www.vietal-kitchen.de; Öffnungszeiten Mo bis Do 12 bis 23 Uhr, Fr 12 bis 23.30, Sa 9.30 bis 23.30, So 9.30 bis 22.30 Uhr, durchgehend warme Küche