Restauranttest in der Innenstadt Das Nesenbach-Wirtshaus: Schwabenklassiker und Bayernschmankerl

Im Nesenbach-Wirtshaus zapfen Valdet Haklay (links) und Geschäftsführer Bekim Pajazitaj Augustiner-Bier. Foto: Lg/Kovalenko

Wie viele Brauerei-Gaststätten braucht eine Stadt? Nach Dinkelacker, Schönbuch, Hofbräu und Rothaus gibt’s auf jeden Fall eine weitere: Das Nesenbach im Dorotheen-Quartier ist nun offizielles Augustiner-Brauhaus.

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Stuttgart - Hummer, Clubsandwich und Schampus? Nein, wer mit diesen kulinarischen Vorstellungen ins Nesenbach im Stuttgarter Dorotheen-Quartier kommt, wird enttäuscht. Denn das Lokal, das zuvor eher auf schick setzte, ist seit November offizielles Augustiner-Brauhaus und trägt nun den Zusatz „Wirtshaus“ im Namen. Richtig zünftig, wie man es aus dem Stammhaus in München kennt, geht es zwar nicht zu, doch im runderneuerten, zweistöckigen Restaurant mit Vertäfelung und Holztischen fühlt man sich wohl.

 

Klar, dass in einem Brauhaus mit süffigem Bier aus Münchens ältester Brauerei auch ein Fassanstich (montags bis samstags um 17 Uhr) und ein tägliches Weißwurstfrühstück im Angebot sind. Bisher werden die Würste von der Metzgerei Kübler geliefert, künftig soll es „das Original“ geben – „direkt von einem Produzenten aus Bayern“, wie Betriebsleiter Valdet Haklay ankündigt.

Maultaschen sind vom Metzger Kübler

Was sonst auf der angenehm übersichtlichen Karte steht? Schwabenklassiker und bayerische Schmankerl. Also sollen es Maultaschensuppe (6,20 Euro) und Obatzda (5,50 Euro) sowie Rostbraten mit Spätzle (23,50 Euro) und – nicht ganz stilecht – ein Salat mit Grillgemüse und Hähnchenbrust (15,80 Euro) sein.

Alle vier bestellten Gerichte kommen überraschend schnell und zur gleichen Zeit auf den Tisch. Der junge und so freundliche wie angenehme Mann im Service ist erstaunt, dass das so nicht gewollt war. Aber gut, dann wird parallel gegessen.

Die Maultaschen – von Kübler, wie Haklay einräumt – schwimmen in einer kräftigen Fleischbrühe. Der Obatzda ist (zu) mild gewürzt und üppig bemessen – aber selbst gemacht? „Ja, sicher“, sagt der Betriebsleiter, „genauso wie die Spätzle.“ Letztere begleiten den Rostbraten, der nicht medium, wie gewünscht, sondern durchgebraten serviert wird. Da das Fleisch von guter Qualität ist, schmeckt’s dennoch. Und ausgerechnet der Salat erweist sich an diesem Abend als die beste Wahl: gutes Grillgemüse plus eine bunte Blattsalatmischung samt prima Dressing. Das Fazit: Das Nesenbach bietet wenig Kreatives, Individuelles, dafür aber eine solide schwäbisch-bayerische Liaison.

Nesenbach-Wirtshaus

Die Bewertung:

Küche: Drei Sterne

Ambiente: 2,5 Sterne

Service: 3,5 Sterne

***** = herausragend, ****= überdurchschnittlich, *** = gut, **= Luft nach oben, * = viel zu verbessern

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