Restauranttest in Stuttgart Das Lautenschlager: Deftige Genüsse im Trubel der City

Noch nicht zufrieden: der Geschäftsführer  Harald Huber Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Noch nicht zufrieden: der Geschäftsführer Harald Huber Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Es war wohl die Neueröffnung des Jahres: Direkt neben dem Palast der Republik startet die Brauerei Dinkelacker mit dem Lautenschlager durch. Die stylishe Brauerei-Gaststätte erfüllt die Erwartungen fast durchweg.

Titelteam Stuttgarter Zeitung: Thea Bracht (tab)
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Stuttgart - Eine resche Schweinshaxe mit Schwarzbiersoße, dazu eine frisch gezapfte Maß: Freunde solch deftiger Genüsse finden das nun mitten in der Stuttgarter City. Im neuen Wirtshaus der Brauerei Dinkelacker können die Gäste auf den Palast der Republik und all die coronamüden Menschen in Feierlaune blicken. Die Terrasse des Lautenschlagers ist das Prunkstück des Hauses. Wer drinnen bleibt, muss sich aber nicht grämen: Das Gebäude, erbaut in den 1930er Jahren, ist für einen siebenstelligen Betrag, wie der Geschäftsführer Harald Huber verrät, saniert worden, großzügig und hell wirken die Räume, einen Aufzug gibt es auch.

Die Wirtshausplatte ist sehr üppig

Zum Start bietet sich erst einmal ein weniger mächtiger Magenfüller an: Rote-Bete-Carpaccio mit Ziegenkäse und Blattspinat (10,90 Euro). Für ein Wirtshaus klingt das fast schon nach Chichi, ist aber hübsch interpretiert mit dünner Honigkruste auf dem Käse und fruchtig-feinem Himbeerdressing: Tellerabschleckgefahr! Ab jetzt wird keine Kalorie mehr gezählt. Die Wirtshausplatte (19,90 Euro, für zwei Personen 36,90 Euro) fällt so üppig aus wie erwartet: Die saftige Kalbsfrikadelle (nur eine Spur zu scharf angebraten) ist besonders harmonisch abgeschmeckt, die Maultasche hat ein schönes Spinataroma. Daneben liegt ein kleines Wiener Schnitzel: zart zwar, aber salzarm und mit etwas wenig soufflierender Panade. Dass dies alles auf einer Riesenportion gehaltvoller und würziger Käsespätzle thront, haut allerdings den besten Esser um.

Das Lautenschlager setzt auf regionale Produkte

Ordentlich bemessen ist auch der Bachsaibling mit Rahmsauerkraut und Kartoffelpüree (22,90 Euro). Der Beilagensalat (4,90 Euro) hat etwas viel Kräutervinaigrette abbekommen – aber insgesamt haben sie hier wirklich ein Händchen für Dressings. Auf jeden Fall ein Pluspunkt: Es wird stark auf regionale Produkte gesetzt. Fleisch-Hauptlieferant sei die Metzgerei Schneider aus Freiberg am Neckar, sagt Huber, die Weine stammen direkt aus Stuttgart (Weingut Zaiß, Zaißerei), das Bier natürlich sowieso. Der fruchtige Ingwer-Limetten-Spritz (6,90 Euro) passt bestens zur warmen Jahreszeit.

Personal für die Gastronomie ist rar

Geschäftsführer Huber ist freilich noch nicht zufrieden mit dem Geschäft – Corona natürlich, dann das wechselhafte Wetter –, und im Moment ist auch die Führungsriege konstant im Einsatz, weil sich so viele Servicekräfte beruflich anders orientiert haben und Personal rar ist. Wir können uns an diesem Abend nicht beschweren: Der Mitarbeiter, der uns bedient, erweist sich als charmanter Profi mit feinem Humor.

Wer nicht auswärts essen möchte, für den gibt es übrigens Ofenbrot – eine Mischung zwischen Pizza und Flammkuchen – to go (8,90 bis 12,90 Euro), auch in zwei vegetarischen Varianten. Doch wo macht das Essen mehr Spaß als in munterer Gesellschaft mitten in der City?

Service

Küche: 4 Sterne

Service: 4 Sterne

Ambiente: 4 Sterne

***** = herausragend, ****= überdurchschnittlich, *** = gut, **= Luft nach oben, * = viel zu verbessern

Wirtshaus Lautenschlager, Lautenschlagerstraße 24, 70173 Stuttgart, 07 11/ 25 24 12 60, www.wirtshaus-lautenschlager.de. Geöffnet täglich von 11.30 Uhr an.




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